Autor Thema: Riesiges Atherom (Grützbeutel) bei Fridolin  (Gelesen 18698 mal)

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Hugomero

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Antwort: Riesiges Atherom (Grützbeutel) bei Fridolin
« Antwort 30 am: 26. September 2015, 19:54 Uhr »
Hallo Katharina, hab den Bericht grad entdeckt, hatte sich der Grützbeutel nochmal gefüllt ?

Meine Bella hat seit einigen Monaten einen knubbel am Rücken , ca haselnussgroß aber gut greifbar. Der erste TA wollte reinstecken ( unter Narkose ), der zweite TA meinte beobachten. Ich kann keine Eiterstelle oder gelben Punkt entdecken und hab den Eindruck, daß es Bella auch nicht stört

Gibt es eine Möglichkeit , das Ding irgendwie zu behandeln bzw was würdet Ihr bei Atheromen machen ?
Susi mit Pinola, Chillie ,Yuki und Enya

Heike

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Antwort: Riesiges Atherom (Grützbeutel) bei Fridolin
« Antwort 31 am: 27. September 2015, 00:11 Uhr »
Bisher habe ich Grützbeutel operativ entfernen lassen. Kommt natürlich auch auf das Alter des Schweinchens an. Meine Emma hatte einen riesen Knubbel auf dem Rücken, den sie sich leider immer selbst aufbiss. Der Knubbel füllte sich danach immer wieder aufs Neue. Die OP verlief absolut komplikationslos und die Kapsel wurde entfernt.
Wie alt ist deine Bella?

Katharina

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Antwort: Riesiges Atherom (Grützbeutel) bei Fridolin
« Antwort 32 am: 27. September 2015, 08:18 Uhr »
Der Grützbeutel von Frido hatte sich nicht mehr gefüllt. Die Narbe blieb sauber und wurde in Fridos wuscheligem Fell sehr unauffällig. Im Nachhinein betrachtet glaube ich, dass dieses extrem große Atherom eines der Anzeichen dafür war, dass mit Frido irgendetwas grundlegend nicht in Ordnung war. :traurig:

Trotz unveränderter Fütterung und viel Bewegungsmöglichkeiten nahm Frido in den Monaten nach dieser Geschichte sehr stark zu. Er hatte dann wirklich deutlich zu viel Gewicht, was sich im Herbst 2014 wieder etwas normalisierte. Aber zu diesem Zeitpunkt war er wohl schon sehr krank. Ich mußte Fridolin im Dezember 2014 einschläfern lassen. Er wurde nur drei Jahre alt. Was er hatte, wurde nicht geklärt...es war etwas schreckliches, was neurologisches, wie ich vermute. Er hatte in seinen letzten Lebenswochen u.a. Koordinationsprobleme beim Fressen und drehte in seiner letzten Nacht völlig durch und wurde wahnsinnig. Das war alles so furchtbar und grausam...das kleine Kerlchen mußte so leiden.

Ich hab Fridolin so lieb gehabt, er war so ein gutes, sanftes und zutrauliches Tierchen. So schrecklich und traurig, dass er schon so jung sterben mußte und nur zwei Jahre bei uns sein konnte. Ich bin immer noch sehr traurig deshalb.

Den Knoten von Bella würde ich vorläufig weiter beobachten, Hugomero. Es kann ein Atherom, aber auch etwas anderes sein. Ich würde zunächst mal schauen, wie und ob sich der Knoten bezüglich Größe und Festigkeit verändert. Wenn es nur ein "kleiner Pickel" ist, reift, öffnet und heilt er dann vielleicht von selber und/oder kann dann ohne OP entfernt werden. Es gibt auch welche, die sich abkapseln, nicht weiter wachsen und dann unter der Haut verbleiben, ohne zu stören oder zu drücken. Sehr große Grützbeutel bzw. solche mit "offenem Ausgang", wie den, den Heike beschreibt, würde ich auch operativ entfernen lassen.
Liebe Grüße
Katharina :ms2:

Saubergschweinchen

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Antwort: Riesiges Atherom (Grützbeutel) bei Fridolin
« Antwort 33 am: 27. September 2015, 09:43 Uhr »
Ich lasse mittlerweile jede Umfangsvermehrung der haut sofort rausschneiden. Meist sind es harmlose Grützbeutel, diese machen aber gerade bei alten Tieren gern probleme und dann ist eine Op meist nicht mehr möglich. Das hatte ich zwei mal weil mir geraten wurde zu warten.
Und dann hatte ich ein 7 und ein 8jähriges Tier bei denen das Ding aufplatze, sich entzündete und nicht mehr operabel war...aber auch nicht zu heilen konnte.
Es war furchtbar  :traurig:

Gerade wenn es in der Haut sitzt und gut zu umfassen ist dann kann man wunderbar operieren, es ist eine kurze und sehr leichte OP und das Tier hat dann Ruhe. Aufstechen, Spalten und Auskratzen...das alles führt meist nicht zur Heilung denn solange die Talgbildene Kapsel noch da ist wird es sich auch immer wieder füllen. Ich bin mittlerweile sehr Grützbeutelerprobt...meine Snowflake hatte so ein Ding im Ohr (!) dort mussten wir spalten weil man dort nicht operieren konnte...er füllte sich immer wieder, musste ihr Leben lang regelmäßig ausgedrückt werden und entzündete sich oft.
Lilly-Fee übernahm ich mit einem riesigen Grützbeutel an der Brustwand...er war so groß das kaum genug Haut da war um die Wunde wieder zu verschließen. Die Naht brauchte etwas mehr Pflege aber nun ist alles schön.

Ich rate immer dazu zu operieren bevor das Tier zu alt oder der Grützbeutel zu groß wird. Ich habe die Dinger bis Tennisballgröße in der Praxis gesehen  :grusel:
Je eher man operiert umso kleiner ist das Ding und umso besser stecken die Tiere die OP weg.

Hugomero

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Antwort: Riesiges Atherom (Grützbeutel) bei Fridolin
« Antwort 34 am: 27. September 2015, 10:02 Uhr »
Tut mir leid mit Friedo, Katharina...

Bella ist ca 2 1/2 ....und wenn es gut abgekapselt ist, muss es sich dann überhaupt verändern ? Hab halt Angst, weil es genau am Rücken ( Mitte - Wirbelsäule ) sitzt. Eigentlich war ich froh, daß der Arzt nicht operieren oder reinstecken wollte, aber wenn ich Deinen Beitrag lese Steffi...

Ach, das ist immer doof,
Susi mit Pinola, Chillie ,Yuki und Enya

Saubergschweinchen

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Antwort: Riesiges Atherom (Grützbeutel) bei Fridolin
« Antwort 35 am: 27. September 2015, 14:28 Uhr »
Ja, die Dinger wachsen ganz langsam aber sie wachsen und sie verändern sich, sie bekommen dünne Stellen, werden spröde und behindern die Tiere irgendwann aufgrund der Größe.

Das alles passiert langsam aber meine Erfahrung ist eben das die Probleme eben im Alter kommen und dann steht man hilflos da und muss am Ende ein Tier erlösen welches locker noch einige fröhliche Monate hätte haben können.  :traurig:
Das möchte ich nichtmehr erleben und wünsch es auch keinem.

Natürlich muss man relativieren, hat ein 5jähriges Tier (oder älter) einen kleinen GB und das OP-Risiko ist aufgrund des Alters zu hoch dann lässt man es. Aber in diesem Fall ist fast auch klar das die Lebenszeit zu kurz ist also das der GB noch Probleme machen würde. Aber bei Tieren unter drei Jahren würde ich immer sofort operieren lassen wenn nicht andere Baustellen dagegen sprechen.
Besonders da wo du ihn beschreibst halte ich eine OP für sehr sehr wichtig. Denn an der Wirbelsäule wird es wirklich problematisch wenn erstmal zu wenig Haut zum zunähen ist.
Bei Lilly-Fee lagen in der OP über 5cm die Rippen frei, sie war so mager das da kein Gewebe dazwischen war. Man hatte Blick auf fast alle Rippen der rechten Seite...hätten wir länger gewartet wäre es unmöglic gewesen die Wunde wieder zu schließen.  :grusel:

Katharina

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Antwort: Riesiges Atherom (Grützbeutel) bei Fridolin
« Antwort 36 am: 01. April 2016, 02:11 Uhr »
Ich komme hier nochmal auf diese Grützbeutel-Geschichten zurück...mir ist es immer noch nicht so recht klar, wie es zu diesen Talgzysten kommt, bzw. ich verstehe die Ursachen dafür nicht. Damals wie heute hatte ich überwiegend Tiere mit "schlechten Startchancen", was die Elterntiere und die ersten Lebensjahre betrifft, also überwiegend Notschweinchen aus unklarer Herkunft, häufig hatten sie schon mehrfach den Platz gewechselt, ich hatte sie oftmals krank, vernachlässigt oder in schlechtem Ernährungszustand übernommen.

Die Meerschweinchen, die ich vor mehr als 20 Jahren hatte, waren "Großstadtschweinchen", nicht immer hatte ich einen eigenen Garten für sie, aber fast immer. Meine Haltungsbedingungen damals waren ähnlich wie die für meine jetzigen "Landschweinchen", bei gutem Wetter können sie viel draußen sein, im Winter sind sie durchgängig drinnen. Auch die Fütterung war grundsätzlich ähnlich, vielleicht war sie früher durchgängig etwas "gemüselastiger" als heute und sicher deutlich weniger gesund. Ich pflücke jetzt auch viel unbekümmerter und vielfältiger als früher für meine Tiere und habe nicht mehr soviel Panik, dass sie von draußen etwas unbekömmliches oder giftiges von mir bekommen.

Der größte Unterschied zu meinen derzeitigen Gruppen war, dass ich früher zeitweise eine weitaus größere Gruppe hatte (tw. bis zu 20 Tieren, inkl. Babies, mit häufigem Wechsel von Tieren in der Gruppe). Jetzt sind es immer nur noch vier oder fünf Tiere (durch Sterbefälle auch sehr viel Wechsel in den letzten drei Jahren) - und dass ich meine Tiere nun seit drei oder vier Jahren auf Fleece halte. Davor gab es eine Kombination von Einstreu und Baumwolllteppichen und auch etwas mehr Platz für sie, 12 Quadratmeter im Schweinchenzimmer statt nur 9 Quadratmeter wie jetzt. Meine Tiere jetzt haben mehr Bewegungsmöglichkeiten und mehr Freilauf als meine Tiere früher.

Unter den Tieren, die ich früher hatte, gab es einen Kastraten, den ich aus einer Einzelhaltung übernahm. Er hatte einen Ballenabzess, der dann ausheilte und einen bösartigen Tumor im Unterleib, der operativ entfernt wurde, als er ungefähr vier Jahre alt war. Die OP hat das Kerlchen nicht überlebt. Dann hatte ich noch ein Weibchen, das als Baby zusammen mit ihrer Mutter aus einer vermutlich katastrophalen Haltung zu mir kam. Die kleine Jenny hatte eine Neigung zu Grützbeuteln und Abzessen und wurde deshalb mehrfach unter Narkose operiert. Als sie ungefähr drei Jahre alt war, bekam sie einen Abzess im Gesicht, der nur gespalten und gespült wurde. Dabei ist sie mir unter den Händen weggestorben. :traurig:

Diese beiden waren von den über 20 Tieren, die ich vor mehr als 20 Jahren hatte, also die einzigen, die in Richtung Grützbeutel/Abzess massive Probleme hatten. Von den 11 Tieren der letzten 9 Jahre sind es weitaus mehr, die damit zu tun hatten, es sind 4: Fridolin, Zora, Flummi und Lilofee. Bei Flummi war einer ihrer beiden sehr kleinen Grützbeutel auch entzündet. Sie bekam ihn, als sie ungefähr ein Jahr alt war.

:frage: Ich frage mich nun, woran es liegen könnte, dass jetzt fast die Hälfte meiner Tiere soetwas bekam, was früher fast nie der Fall war. Ist es Zufall? Einfach eine individuelle Veranlagung dazu, die nun zufälligerweise häufiger auftritt? Fehlt meinen Tieren etwas hinsichtlich der Ernährung? Oder begünstigt die "gesündere Ernährung" sogar das Auftreten von Grützbeuteln? Hat sich die Umwelt, das Klima oder das Futterangebot für die Tiere hinsichtlich Schadstoffen so sehr verschlechtert, dass es häufiger zu solchen "Hautreaktionen" kommt? Liegt es vielleicht an der Fleecehaltung? Oder an der zu kleinen Gruppengröße? Dem Wechsel in der Gruppe? Zuviel Stress und zuviel Trauerarbeit in den letzten Jahren?

Und eine letzte Idee: Könnte es an den Erbsenflocken liegen? Das ist etwas, das es früher für meine Tiere gar nicht gab. Ich hatte Erbsenflocken erst vor ein paar Jahren entdeckt und dann ab und zu als Leckerli gegeben. Dann etwa ein Jahr lang wieder gar nicht. Derzeit gibt es sie wieder. :roll:
Liebe Grüße
Katharina :ms2:

Filissa

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Antwort: Riesiges Atherom (Grützbeutel) bei Fridolin
« Antwort 37 am: 01. April 2016, 08:53 Uhr »
Das ist eine interessante Frage.
Leider kann ich nichts Produktives beisteuern, aber würde vermutlich auch hinterfragen - so wie du.

Ich bin gespannt, was die anderen so sagen...
Viele Grüße
Steffi

Katharina

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Antwort: Riesiges Atherom (Grützbeutel) bei Fridolin
« Antwort 38 am: 01. April 2016, 14:06 Uhr »
Vielleicht ist es nur "Spinnerei" von mir...aber bei mir ist es so, dass ich (obwohl die Pubertätsakne bei mir ja nun schon sehr weit zurückliegt) ;-) immer noch Pickel bekomme, wenn ich zuviel Süßes oder sehr stark Gewürztes und Fettiges oder sehr Saures esse.

Auch wenn ich mich sehr aufrege, macht es manchmal auf einmal bing! und ein riesiger Pickel erscheint innerhalb von Sekunden, wo vorher absolut nichts war. Ich merke auch Klimaveränderungen an der Haut, bin da etwas empfindlich und habe extrem trockene Haut, die zu Entzündungen neigt. Am Meer oder auf dem Land habe ich fast nie Hautprobleme, in der Großstadt sehr wohl.

Vielleicht ist es bei Meerschweinchen ähnlich....deshalb kam ich u.a. auf die Erbsenflocken, die für Meerschweinchen vielleicht sowas sind, wie für mich Bonbons oder Schokolade.

Nachdem Meerschweinchen sehr stressanfällig sind, könnte ich mir da auch überempfindliche Hautreaktionen vorstellen, die sich dann vielleicht auch mal durch eine verstopfte Talgdrüse äußern. Keine Ahnung.
Liebe Grüße
Katharina :ms2:

Kazaar

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Antwort: Riesiges Atherom (Grützbeutel) bei Fridolin
« Antwort 39 am: 01. April 2016, 17:33 Uhr »
Fleecehaltung, Gruppengröße und Erbsenflocken würde ich mal ausschließen. Erbsenflocken gab's bei mir schon immer. Und meine Grützbeutelfälle saßen damals noch nicht auf Fleece (waren aber alle aus schlechter Haltung). Die Gruppengröße kann ich mir auch nicht vorstellen, ebenso Trauerarbeit und Stress (es sei denn, er wäre dauerhaft). VGs stecken Schweinchen eigentlich sehr gut weg. Da kann höchstens mal ein Pilz ausbrechen. So zumindest meine Beobachtung.

Ich denke, es ist Veranlagung und dass man "von Außen" gar nicht groß dagegen steuern kann. Eine gesunde Ernährung kann ja nun wirklich nicht schädlich sein.

Was deine Hautprobleme angeht, da würde ich dir raten, mach mal eine Entgiftungskur (Frühling ist dazu sehr geeignet  ;) ). Und anschließend minimiere dein Pflegeprogramm. Ich weiß ja nicht, welche Kosmetik du benutzt, aber oft ist empfindliche Haut "überpflegt". Ich stelle inzwischen meine Kosmetik selber her und bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Außerdem macht es unglaublich viel Spaß, die Sachen selber anzurühren. Hat was von Kochen  :g:.

Meine Schweine werden auch schon mit selbstgemachten Cremes behandelt. Letztens hatte ich Shiloh die Pfötchen eingeschmiert, weil sich da ein Ballenhorn gebildet hat. Sie fand den Duft des Kakaobutters so toll, dass sie sich danach das Näschen geputzt und die Pfötchen abgeleckt hat  :haha: