Autor Thema: Fellpflege mit Kreuzkümmelöl?  (Gelesen 673 mal)

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Schnubbel13

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Fellpflege mit Kreuzkümmelöl?
« am: 29. August 2019, 12:06 Uhr »
Hallo zusammen,
ich hoffe ich schreibe das in die richtige Rubrik...
Ich habe heute den Tipp bekommen bei schuppigen Fell, das nicht von kleinen Mitbewohnern verursacht wird, Kreuzkümmelöl zu probieren. Entweder gezielt auf die betroffenen Stellen oder einfach grob verteilen.
Kann mir jemand etwas dazu sagen? Wie wirkt es und würde z. B. Olivenöl nicht auch helfen?
Vielen Dank
LG Silke

Murx Pickwick

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Antwort: Fellpflege mit Kreuzkümmelöl?
« Antwort 1 am: 29. August 2019, 14:21 Uhr »
Schuppung heißt, trockene Haut ... also äußerlich aufgebrachtes Öl ist eine kurzfristige Hilfe, egal welches Öl. Kann auch Kreuzkümmelöl sein. Das Öl zieht zu einem Teil in die Haut ein, es bindet zu einem anderen Teil die Schuppen, die dann nicht mehr so offensichtlich sind und es hilft gegen Juckreiz.

Das Problem ist nun allerdings, daß äußerlich aufgebrachtes Öl nur kurzfristig und symptomatisch hilft - wird es nun regelmäßig aufgetragen, lernt die Haut, sich das Einfetten zu sparen, die Haut wird in Folge noch trockener, weil sie sich auf das Öl verläßt - es geht also darum, die Ursache herauszufinden, weshalb die Haut schuppt.

Häufigstes Problem aller unser in der Wohnung gehaltenen Heimtiere ist trockene, staubige Luft - dies kann, muß aber nicht, zur schuppigen Haut führen. Die Anfeuchtung der Luft (durch Pflanzen oder durch Wasserverdunstung) und häufiges Stoßlüften kann helfen.

Zweithäufigstes Problem speziell von Meerschwein und Co sind zuwenig ungesättigte Fettsäuren im Futter - Kreuzkümmel als Saat im Gesundheitsnapf hilft deshalb langfristig meist deutlich besser, wie das Öl auf der Haut aufzutragen. Kreuzkümmel, Schwarzkümmel, Wacholderbeeren etc bringen dabei noch ein riesiges Potpourrie an heilenden ätherischen Ölen mit, die ihrerseits im Darm ihre Wirkung entfalten, so daß besser verdaut werden kann und die Nährstoffe besser in den Hautaufbau gesteckt werden kann.
Das Verfüttern von Ölsaaten und aromatischen Saaten hilft deshalb sehr oft langfristig gegen zu trockene Haut, da es an der Ursache angreift: einem kranken Darm und Mangel an ungesättigten Fettsäuren.

Ein weiteres Problem, was zu trockener, schuppender Haut führen kann, sind Allergien und Unverträglichkeiten - wenn man herausfindet, auf was das Tier eine Unverträglichkeit hat (beispielsweise auf hormonähnliche Stoffe in Erbsenflocken, Pflanzenschutzmittelrückstände im Gemüse oder Farb- und Duftstoffe aus Industriefutter), kann man das betroffene Futter weglassen - und die Haut regeneriert sich nach und nach.

Ich vermute, der zuletzt von mir genannte Grund dürfte hier im Forum äußerst selten vorkommen: das wäre ein Mangel an frischgepflückten Wiesenpflanzen aller Arten. Wenn nur Löwenzahn und Gras (neben Gemüse und Heu) verfüttert wird, ist das selbst für ein Meerschweinchen deutlich zu artenarm. Viele Meerschweinchen überleben das ohne Symptome, aber empfindlichere Meerschweinchen bekommen auch durch zuwenig abwechslungsreiche Wiese eine trockene Haut.
Deshalb ja immer wieder der Rat, wenn ihr eine artenreiche Wiese findet, bindet euch die Augen zu und rupft, was das Zeug hält - das hält euch davon ab, angeblich giftige, aber für die Meerschweinchen wichtige, Pflanzen auszusortieren.

Es ist also günstiger, nicht die Haut einzuölen, sondern die Öle als Ölsaaten zu verfüttern. Wenn aber die schuppige Haut zu Juckreiz führt, kann ein Öl durchaus kurzfristige Linderung verschaffen - auch Kreuzkümmelöl.

Schnubbel13

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Antwort: Fellpflege mit Kreuzkümmelöl?
« Antwort 2 am: 29. August 2019, 14:31 Uhr »
Hallo,
vielen Dank für die super ausführliche Antwort   :-) Schwarzkümmel und Sonnenblumenkerne sind eh im Saatennapf, dann werde ich Kreuzkümmel auch noch dazu tun. Darf ich da eigentlich die Samen aus dem Asia Laden den verwenden, die ich auch zum Kochen nehme, oder soll ich lieber nach Bio Qualität suchen?
LG Silke

Murx Pickwick

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Antwort: Fellpflege mit Kreuzkümmelöl?
« Antwort 3 am: 29. August 2019, 14:51 Uhr »
Bioqualität ist natürlich besser und in den geringen Mengen, wie Meerschweinchen Kreuzkümmel futtern, ja auch erschwinglich - aber ganz ehrlich, gerade Kreuzkümmel wirkt auch sehr gut in konventionell, trotzdem immer wieder viele Pflanzenschutzmittelrückstände im Kreuzkümmel nachweisbar sind
(25% aus dem konventionellen Anbau überschreiten wohl regelmäßig die Grenzwerte. Das wird allerdings selbst für Menschen nicht als problematisch angesehen, weil eben von Kreuzkümmel nur geringe Mengen gegessen werden und zudem Kreuzkümmel genügend Heilstoffe zur Entgiftung und Schutz des Darmes vor Umweltgiften mitbringt).
Du kannst also auch den konventionellen Kreuzkümmel direkt aus dem Gewürzregal nutzen.

Bei den Gewürzen für Meerschweinchen gibts eh nur sehr wenige Gewürze, die auf jeden Fall Bio sein sollten - Zimt z. B.
Zimt (vor allem Cassia-Zimt) enthält viele Cumarine - wenn da nun auch noch Umweltgifte, wie Pflanzenmittelrückstände oder ähnliches, hinzukommen, sorgen die eigentlich für Meerschweinchen sehr gesunden Cumarine dafür, daß mehr von den Umweltgiften aufgenommen werden. Und das wiederum kann krankmachend sein. Zimtrinde sollte also im Gegensatz zu Kreuzkümmel immer bio, Wildsammlung oder Permakultur sein.