Autor Thema: Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung  (Gelesen 2472 mal)

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Vio

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Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung
« am: 22. Dezember 2017, 13:16 Uhr »
Hallo ihr Lieben :-)

Da ich durchweg Schweine habe, die außer Kohlrabiblättern sämtliche Sorten (Bio!)-Kohl absolut verschmähen und aber begeisterte Salat-Esser sind, mache ich mir natürlich so meine Gedanken.
Allgemein kenne ich es so, dass Salat generell als eher ungesund dargestellt wird. Das kann man natürlich nicht verallgemeinern, aber eigentlich heißt es ja immer, dass Kohl besser und gesünder und nahrhafter ist.
Tja nun - meine Schweine sehen das wohl anders  :frag:

Ich bemühe mich, "Salat"sorten wie z.B. Endivien oder Radicchio den hier aber auch extrem beliebten Sorten wie Salatherzen von Kopfsalat oder Romana vorzuziehen und Eisberg gibts so gut wie gar nicht mehr. Kopfsalat nie, Felsalat ab und zu, Rucola nur selten da nicht beliebt. Gelben Chicoree (Raddicchio ist ja eig. auch einer, meine ich) auch nur selten, wenn ich mich im Biomarkt dazu hinreißen lasse, ihn zu kaufen. Aktuell ist er hier sehr beliebt, also ggf. öfter.

An guten Spinat oder überhaupt Mangold komme ich leider gar nicht.

Auf jeden Fall versuche ich soweit es geht immer Bio-Qualität zu besorgen, was im Winter natürlich sehr schwierig ist für mich aus finanziellen Gründen und gerade beim Endivien muss ich in der Regel nicht-bio kaufen.
Paprika kann ich nur selten geben, da ich dann ausschließlich Bio-Qualität anbiete. Die nicht-bio Paprika wurde kaum noch bis nicht mehr angerührt, nachdem ich sie den Sommer über immer ad libitum anbat. Da ich weiß, dass sie oft mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind, möchte ich sie auch nicht gern füttern.
Auch der Gurkenkonsum ging übrigens ad libitum deutlich zurück, ich halte es immer noch so und komme bei 6 Tieren nicht mal auf eine Gurke am Tag (eine halbe morgens und eine halbe abends oder einmal am Tag eine ganze Gurke ins Gehege gelegt) - früher rationiert wäre ich das Doppelte, also 2 Gurken, losgeworden ;) 
Bio-Möhre biete ich immer an und sie essen vielleicht 1 Möhre in 2 Tagen. Pastinake gibts nur ab und zu und kurzzeitig freuen sich alle, aber dann ebbt die Freude oft gleich wieder ab und die Dinger vergammeln mir im Gehege. Rote Beete geht aktuell gut, aber auch genauso wie Pastinake, erst Freude und der Rest vertrocknet dann oder gammelt. Ich denke, bei solchen Dingen wäre ein ad libitum Angebot dann wieder der Grund, dass es auch noch weniger gefuttert wird. Bei Roter Beete versuche ich das mal mit dem ad libitum in Zukunft.

Ich würde gerne mehr Blattgemüse füttern, aber ich komme nicht ran, Mangold z.B. gibts hier wirklich nirgendwo, Rettichgrün auch nicht... Es gibt weit und breit auch nur einen Türken, der Dill und Petersilie in größeren Mengen als den Töpfen oder winzigen Bündeln anbietet - aber die sind halt wieder gespritzt, was ich im Winter dennoch manchmal in Kauf nehme und zudem nicht immer von guter Qualität leider. Manchmal werden sie nicht mehr angerührt. Da ich da auch nicht regelmäßig hinkomme und manchmal die Qualität zu schlecht ist, gibts alle 2 Wochen vielleicht Dill und Petersilie...

Apfel gibts ad libitum und ist sehr beliebt, Birne weniger.

Im Winter sieht es also aktuell hier so aus, dass es neben Futter aus der Natur (Bambus, Nadelhölzer, Efeu, Farne, Brombeerranken, wenn ich sie finde Sauergräser) und versch. Heusorten (selbst gemacht mit Schilf und Kräutern und Blättern und Bio-Heu gekauft, versch. Schnitte) und Ölsaaten (vor allem aromatische) also hauptsächlich neben Möhre, Gurke und Apfel nur Kohlrabiblätter und Endivien und Raddichio füttere. Ab und zu noch was anderes bei.
Das ist mir einfach zu wenig Blattgemüse und zu wenig Variation, aber an was ich sonst noch ran komme (Grünkohl, Chinakohl, Weißkohl, Wirsing etc.) wird einfach nicht gegessen.

Jetzt habe ich schon ein besonders schlechtes Gewissen gehabt, weil in meinem Kopf auch immer noch verankert ist, so wie es früher hieß, dass Salate u.a. wegen des enthaltenen Nitrats nicht gesund seien. Und weil aber sonst an Blattgemüse, was meine Tiere essen, einfach nichts zu bekommen ist hier, biete ich sie natürlich an :braue:


Auf der Kaninchenwiese-Seite las ich nun dieses hier:

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"Nitrate, Nitrit und Nitrosamine

Während man früher vor Nitraten warnte, wird heute das Nitrat in Lebensmitteln vielfältiger betrachtet. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass es nicht nur schadet, sondern auch der Gesundheit nutzt.

„Dass der Kunstdünger offenbar völlig anders wirkt als gemeinhin befürchtet, das weiß man von den Arbeitern in Düngerwerken. Mehrere Studien haben sich mit dem Gesundheitszustand und der Lebenserwartung bzw. der Sterblichkeit von Personen befasst, die tagtäglich in den Düngerlagern die Nitratstäube einatmen mussten und heruntergeschluckt haben. Offenbar hat ihnen das nicht geschadet, im Gegenteil, ihre Lebenserwartung war zu allem Überfluss auch noch höher als beim Rest der Bevölkerung. Bisher konnte man sich das einfach nicht erklären. Jetzt wissen wir endlich warum.“
Pollmer, U. (2010): Nitrat – das neue Brainfood, http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/1339221/

Nitrate entstehen durch eine stickstoffreiche Düngung von Gemüse, deshalb enthält im Schnitt Biogemüse, ungedüngte Wildpflanzen und regionales Gemüse weniger Nitrat als Treibhausgemüse. Je weniger Sonneneinstrahlung die Pflanze abbekommt, desto mehr Nitrate kann sie speichern, daher sind Nitratgehälter im Winter (Treibhausgemüse) oder bei schlechtem Wetter besonders hoch. Je nach Pflanzenteil (Stiel, Blätter, Frucht) kann der Nitratgehalt deutlich schwanken.

Nitrat kann sich im Darm zu Nitrit umwandeln. Nitrat und Nitrit selber sind für den Organsismus nicht gesundheitsschädlich.  Seinen schlechten Ruf hat das Nitrat, da sich Nitrat nach der Umwandlung in Nitrit auch zu Nitrosamin verwandeln kann, das kommt jedoch nur bei hohen Temperaturen im Zusammenspiel mit Eiweiß vor, wie es insbesondere bei gepökelten, gebratenen oder gegrillten Fleisch, aber auch bei der Bierherstellung der Fall ist. Nitrosamine sind krebserregend, können die Leber und das Erbgut schädigen.
Für die Kaninchenernährung ist dieser Effekt jedoch unbedeutend, da es hier ja um die Fütterung von frischem Gemüse geht.  Bei der Zufuhr von Nitraten über Gemüse kommt es beim Menschen zu einem positiven Effekt auf die Gesundheit:
Nitrat aus Gemüse kann sich in den Botenstoff Stickoxyd verwandeln, dann hat es einen Gesundheits-steigernden Effekt.

„Der Genuss von Blattgemüse, aber auch von Roter-Beete, Kohlrabi oder Radieschen, setzt den langsamen Nitrat-Kreislauf in Gang: Etwa ein Viertel der Substanz gelangt über den Magen und den Darm ins Blut. Mit ihm zirkuliert das Nitrat durch den Körper, bis schliesslich ein winziger Teil davon wieder auf der Zunge ankommt. An deren Grund sitzen verschiedene Bakterien, die nun das Nitrat in Nitrit umwandeln. Das so erzeugte Nitrit gelangt mit dem Speichel wiederum in den Magen und von Neuem ins Blut. Erst jetzt einftaltet die Substanz ihre Wirkung: Aus dem Nitrit bildet der Körper Stickstoffmonoxid, das die Gefässe weitet, den Pulsschlag senkt, das Stresshormon Cortisol blockiert und Glückshormonen zur Wirkung verhilft.“
Donner, S (2008): Freispruch für Nitrat im Salat. natur + kosmos 06/2008

„Unser Körper bildet aus Nitrat nicht nur Nitrit sondern daraus wiederum den Botenstoff Stickoxid. Stickoxid weitet die Gefäße und fördert so die Durchblutung. Das Erstaunliche ist, dass das Stickoxid im Gehirn gezielt dort wirkt, wo die Durchblutung nachlässt und die Versorgung mit Sauerstoff leidet. Das ist der Grund, warum Nitrat das Schlaganfallrisiko senkt und der Demenz vorbeugt. Dieser Nachweis gelang jetzt erstmals direkt am Menschen. Und zwar unter realistischen Bedingungen: Die Testpersonen mussten besonders nitrathaltige Produkte essen. Das gibt uns endlich einen vernünftigen Hinweis, warum bei Gemüseessern immer wieder mal ein etwas niedrigerer Blutdruck beobachtet wurde. Dafür ist nicht, wie bisher spekuliert, das Kalium verantwortlich sondern das Nitrat. Damit wäre der Kopfsalat aus dem Treibhaus endlich rehabilitiert, – und der Fairness halber auch die anderen Wintergemüse mit ihren hohen Nitratgehalten, also die, vor denen wir immer gewarnt wurden.“
Pollmer, U. (2010): Nitrat – das neue Brainfood http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/1339221/

Nitratreiche Gemüsesorten
Endiviensalat
Feldsalat
Kopfsalat
Portulak
Rote Beete
Kresse
Mangold
Kohlrabi
Radieschen
Rettich
Sellerie

Weiterführend: www.ugb.de/forschung-studien/nitrat-im-essen-vom-saulus-zum-paulus/druckansicht.pdf"

Quelle: http://www.kaninchenwiese.de/ernaehrung/grundlagen/pflanzenstoffe/

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Natürlich ist Salat weniger gehaltvoll an Nährstoffen als Kohl, aber enthält viel Wasser - was ich auch gerade im Winter gut finde, wenn es weniger bis keine Wiese gibt.
Die fehlenden Nährstoffe lassen sich doch bestimmt aus anderem Gemüse ergänzen.
Aber ansonsten scheint er bezüglich des Nitrats nicht so schlimm zu sein, wie sein Ruf?

Was denkt ihr über die Thematik?

Muss ich in Zukunft auch noch ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich meinen Tieren Salat anbiete, weil sie Kohl nicht mögen und mir die Optionen ausgehen?
Hat das vielleicht auch einen guten Grund, dass sie die meisten Kohlsorten nicht anrühren? Tatsächlich höre ich das nämlich auch bei anderen Haltern von allen Seiten... Und ihnen nun keinen Salat mehr und nur noch Kohl anzubieten ist irgendwie keine Option für mich, da ich ja gern auch nach dem "ad libitum" Gedanken gehe...
*Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt.
Aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.*

Liebe Grüße von Vio und der Schweinebande :mms:

Piggilotta

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Antwort: Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung
« Antwort 1 am: 22. Dezember 2017, 13:42 Uhr »
Hmm, dass Dünger nicht so "giftig" sein kann wie Pestizide ist mir schon länger klar, grins....
Ich kann mich erinnern, dass es "damals" als ich den ersten Anti Nitrosamin Hype mitbekommen habe, hauptsächlich um so was wie "Toast Hawai" ging (die Kombi aus Pökelsalzen, Fett und Eiweiss ist unschlagbar...) und dass bei aufgewärmtem Spinat Säuglinge ein ernsthaftes Problem bekommen können. Bis sie 6 Monate alt sind. Säuglinge u. Nitrosamine

Warum ist in deiner Liste kein Spinat mehr? Kenn ich noch als nitratreichstes Gemüse...

Aber was ich schon länger fragen wollte: fütterst du keinen Spitzkohl? Den futtern meine total gerne. (aus mir unbekannten Grünen lieber in Scheiben von Kopf geschnitten als in Blättern, aber na ja...)
Den kannte ich früher gar nicht, jetzt gibt es ihn oft und günstig in den Läden. Ist milder als Weisskohl, schmeckt mir auch gut.

Katharina

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Antwort: Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung
« Antwort 2 am: 22. Dezember 2017, 14:18 Uhr »
Ich hab auch immer ein schlechtes Gewissen, wenn es Salat gibt, Vio. Meine Schweinchen bekommen im Winter - und der fängt bei uns leider schon sehr früh an - sehr viel Salat. Was soll ich sonst auch machen? :I Aus der Natur kann ich ihnen dann nur noch etwas Gehölz, Tannenzweige, etwas Laub, Brombeerblätter, Hagebutten, etc. bringen. Wiese schmeckt ihnen im November nicht mehr, ist auch zu spärlich vorhanden oder liegt schon unter Schnee.

Ich schaue immer, dass ich im Winter Endiviensalat bekomme, den sie am liebsten mögen und den ich noch für den gesündesten Salat halte, aber den bekomme ich leider nicht immer und nicht immer in guter Qualität. Also gibt es zwischendurch auch andere Salatsorten. Ohne Salat brauche ich denen gar nicht heimkommen. Einen Riesenkopf Endiviensalat verputzen sie zu fünft komplett am Tag. Andere Salate werden oft nicht komplett gegessen und die Schweinchen werden dann schon wissen warum.

Zum Salat dazu gibt es wechselnd - je nach dem, was ich bekomme - größere Portionen Brokoli, Kohlrabiblätter, Wirsing, Chinakohl, Chicoree, Fenchel und Petersilienwurzel. Außerdem gibt es Sommer wie Winter konstant Gurken, Karotten, Äpfel, Paprika, Tomaten (pro Tag futtern sie zusammen meistens jeweils ein Stück davon) und ab und zu frische Petersilie (könnten sie unbegrenzt vertilgen) oder Basilikum dazu....und natürlich ist immer bergeweise Heu vorhanden. Sonnenblumenkerne und ein bisserl Haferflocken und Erbsenflocken gibt's zum Naschen...das war es wohl so ziemlich, von dem, was es regelmäßig gibt.

Der Speiseplan für meine Schweinchen ist also auf relativ wenige Gemüsesorten begrenzt. Vieles, was andere füttern, mögen meine Schweinchen nicht und die Auswahl an Kohlsorten ist bei uns äußerst gering.

Auch im Sommer gibt es Tage, an denen ich viel Salat und anderes Gemüse "zufüttere", weil ich keine ausreichenden Mengen an Wiese bekommen kann.  Meine Schweinchen fressen auch im Sommer ziemlich viel Heu, zusätzlich zur Wiesenfütterung. Deshalb nehme ich an, dass die Wiese und anderes aus der Natur, das ich ihnen im Frühjahr und im Sommer präsentieren kann, inhaltlich nicht das bietet, was sie brauchen, auch mengenmäßig nicht. Ohne Salat und anderes "ungesundes" Gemüse käme ich hier gar nicht über die Runden.

Für besonders gesund halte ich meine Fütterung nicht... :roll: Irgendwelche Verdauungsprobleme (weil es keine richtige Futterumstellung von Sommer auf Winter gibt?) kommen bei uns aber praktisch nie vor...das tröstet mich etwas. Nur bei sehr alten Tieren gab es vereinzelt mal Matscheköttel im Sommer.

Liebe Grüße
Katharina :ms2:

ewe78

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Antwort: Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung
« Antwort 3 am: 22. Dezember 2017, 15:24 Uhr »
Ist hier ja das Gleiche mit dem lieben Blattkohl (Kohlrabi geht immer), auch Spitzkohl mag nur ich, aber kein Schwein hier : ) Unser tegut (habt ihr den auch?) hat Bio-Mangold von demeter und ich hab letzte Woche den um 50 Prozent reduzierten ergattert, allerdings fanden die Süßen ihn nicht besonders gut, der Nicht-Bio vom grünen Markt schmeckt wohl viel besser.
Ich kauf wirklich Bio was geht beim normalen Gemüse, aber beim Blättrigen bin ich einfach auf dem Markt einfach erfolgreicher und krieg die benötigten Mengen zum annehmbaren Preis plus Grünabfall.
Ist halt immer Fahrerei und Schlepperei, aber dafür gibt‘s alles, was das Herz begehrt. Löwenzahn, Zuckerhut, Radicchio, Endivie, Grünkohl (der geht hin und wieder), Mangold, Spinat, Kräuter usw.

Ich vermute, wenn sie irgendwas aus dem Kohl bräuchten, würden sie ihn fressen, die Bitterstoffe aus den Salaten sind ja auch wichtig.

Freut mich jedenfalls, das mit dem Nitrat zu lesen, vielleicht doch mal wieder nen Kopfsalat (zumindest für mich : ) kaufen...

Meeriemama

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Antwort: Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung
« Antwort 4 am: 22. Dezember 2017, 16:21 Uhr »
Hier ist es auch nicht viel anders, die Schweinerei hat ihre absloluten Lieblingssorten und wenn ich beim Grünabfall auf dem Markt mal was anderes ergattere und testweise anbiete, finde ich das beim nächsten Misten unter altem Heu verbuddelt wieder.
Was hier immer geht ist Endivien, Chicoree, Grünkohl (aber nur in der ganzen Palme), Romana, Spitzkohl, Kohlrabi, Rote Bete, Aubergine, Paprika, Gurke, Sellerieknolle und Stangensellerie. Ab und zu gibt es Feldsalat und Rucola. Brokkoli und Blumenkohl rufen regelmäßig angewidertes Naserümpfen hervor, Rot-und Weißkohl werden ebenfalls nicht angerührt. Möhren werden gefressen, aber mit wenig Begeisterung. Kürbis geht Butternut ab und zu, Hokkaido bleibt liegen.
Kopfsalat füttere ich seltenst in Minimengen, die werden dann auch verputzt.
Ich hoffe, wenn es so mild bleibt, kann ich im Frühjahr beizeiten wieder mit Wiese und Wegrand anfangen
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast (A. de Saint-Exupery)

Käthe

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Antwort: Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung
« Antwort 5 am: 22. Dezember 2017, 23:06 Uhr »
Kann mich nur anschließen. Mir geht´s genauso wie Dir, Vio.
Wenn ich Rukola und Feldsalat anbiete, bleibt das meißtens liegen. Seit ich hier im Forum bin und Flörchen ja eh ein Blähschweinchen ist, biete ich es aber trotzdem weiter an und natürlich auch Endivie, Radiccio, Chicoree - das wird inhaliert.
Mangold wird auch gemocht, aber nicht zu oft. Spinat allerdings geht was besser.
Da ich halt bei Flörchen aufpassen muß und einen oft uneinsichtigen Mann hab, wo ich mit Ausnahmen aufpassen muß  :g: gibt´s Romanasalat oder die anderen Salatsorten gelegentlich mal so als Beigabe, was eben auch am liebsten gefuttert wird und als erstes weg ist.
Grünkohl mögen sie auch, bekomme ich aber hier fast nicht.
Bio kauf ich nicht immer, wenn es das gibt, o.k. aber ich wäge ab. Wenn die Produkte um die halbe Welt fliegen, hat das für mich nichts mehr mit Bio zu tun, außerdem wird dort dann trotzdem mit Dingen gespritzt, die für unser Verständnis auch nichts mehr mit Bio zu tun haben. Da kauf ich lieber die Sachen, die von hier oder zumindest aus dem benachbarten Ausland kommt.

Tja, wo fängt man an, wo hört man auf? Als ich hier ins Forum kam und das alles hier gelesen hab, war ich erstmal voll deprimiert. Da hat man schon so viel gemacht und es klappt bei so vielen Säuchen nicht mit der Verdauung. Wollte schon fast keine Meeris mehr, weil ich mir dachte, Du wirst niemals den Tieren gerecht werden können, mit dem was sie brauchen.
Dann haben aber andere Tiere keine Blähbäuche, also muß man doch auch irgendwas richtig gemacht haben.
Ich glaub, Du mußt kein schlechtes Gewissen haben. Im Winter gibt es nun mal keine anderen Möglichkeiten. Und wer weiß, wozu es gut ist. Da freuen sich die Wutzen auf´s Frühjahr, wenn es wieder Wiese gibt.

Danke für die Infos bezügl. Nitrat. Sehr interessant. Man darf immer mal alles hinterfragen, was so propagiert wird. Lese gerade das neue Buch von Peter Wohlleben "Das geheime Netzwerk der Natur" - glaub so heißt es.
Da bin ich auch über das Nitrat gestolpert.

Ich glaub, wir machen uns manchmal einfach zu viele Gedanken. Wir können einfach nicht alles zu 100% richtig machen. Also, wenn Deine Wutzen nicht das allerbeste Futter bekommen, dann weiß ich es nicht.
Und wenn Flörchens Bauch heile ist, werden sie auch mehr von den anderen Salaten bekommen.

Tiefseetaucher

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Antwort: Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung
« Antwort 6 am: 24. Dezember 2017, 02:38 Uhr »
Ich hab hier auch schon die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen - der Winterbeginn löst immer Panikattacken aus. Ich schau aber einfach, was sie mögen und ihnen bekommt. Rucola zBsp ist ja ganz toll, leider hat Herr Uwe den nicht gut vertragen - bis ich drauf kam! Daher gibt es hier Romana, Endivie, Radicchio, Pak Choi (wird super vertragen), Chicorree, Kräuter, Möhre, Apfel, Paprika, Fenchel, Gurke, Kohlrabiblätter und sonstiges Blattgrün. Heu und Sämereien obligatorisch, sowie Nadelgehölz. Damit kommen sie aktuell sehr gut zurecht. Chinakohl wird verschmäht, Wirsing geduldet, wenn wir welchen essen, Spitzkohl werd ich noch versuchen. Kopf- und Eisbergsalat hab ich ganz gestrichen.

Man tut halt, was man kann.
"Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag."

[Anton Pawlovic Cechov]

Vio

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Antwort: Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung
« Antwort 7 am: 25. Dezember 2017, 18:08 Uhr »
Bisschen bin ich froh, dass es mir nicht als Einzige so geht  :g: Wobei es natürlich auch für euch blöd ist.
Spitzkohl wird hier leider auch nicht gemocht...

Aber ja, eben, man tut, was man kann und zum Glück sind es ja nur 2-3 Monate, die man so überbrücken muss :-) Und ein bisschen findet man ja dennoch immer in der Natur :-)
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Liebe Grüße von Vio und der Schweinebande :mms:

Ephedra

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Antwort: Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung
« Antwort 8 am: 26. Dezember 2017, 21:57 Uhr »
Ich kaufe auch fast nur Bio. Weil das aber, wie schon hier öfter erwähnt, sehr teuer ist, hab ich mir jetzt eine nachhaltige Gewächsstation gebaut mit Biogemüse.  :g: Klappt super! Jedenfalls hab ich dann nachwachsendes Blättriges in Bioqualität!

Käthe

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Antwort: Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung
« Antwort 9 am: 27. Dezember 2017, 08:10 Uhr »
Das sieht ja super aus.
Jetzt darfst Du aber auch noch was dazu erklären :g:
Die Pastinake-oder ist es eine Petersilienwurzel? hast Du ja nicht in der Erde, oder den Fenchel. Sag mal wie Du das machst. :winke:

Ephedra

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Antwort: Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung
« Antwort 10 am: 27. Dezember 2017, 09:14 Uhr »
Nun, es war so:  ich war besorgt, dass das Futter über die Feiertage nicht reicht  :roll: Da erinnerte ich mich, dass ich mal etwas über nachwachsende Gemüse gelesen hatte. Also habe ich es ausprobiert. Ich habe die oberen Stücke von Knollensellerie, Wurzelpetersilie, Chicorée und Möhren in ein Schälchen mit etwas Wasser gelegt und erneuere es jeden Tag. Auch Stangensellerie, Fenchel, Romana  und Mangold stecken im Wasser. Der Mangold ist, glaube ich,  nicht bio,  aber die Blätter kommen immer neu. Sie hingen alle zusammen, also die Blätter sind nicht einzeln, dann geht es nicht. Es muss immer noch ein Stück von der Wurzel dranhängen. Es wachsen auch  nur immer die Blätter nach, also bei Sellerie, Möhre, Fenchel, Wurzelpetersilie usw. wächst selbstverständlich nur das Kraut,  was man dann verfüttern kann.  Bei Mangold, Romanasalat  usw. wachsen die Blätter wieder.
Auf dem einen Bild ist neben dem Fenchel ein Salatgewächs zu sehen, wo ich nicht mehr weiß, wie das hieß. Das hab ich noch nie gesehen und das gab es im Bioladen zu kaufen.  Rucola ist es nicht, es hatte einen komischen Namen. Die Blätter schmecken leicht bitter und die Schweinis fressen es gern.  :lieb:

Hier kann man z.B. über dieses Thema nachlesen:

https://bewusst-vegan-froh.de/18-pflanzen-die-man-von-kuechenabfaellen-nachwachsen-lassen-kann/

https://utopia.de/galerien/lebensmittel-die-immer-wieder-nachwachsen/

Hugomero

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Antwort: Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung
« Antwort 11 am: 27. Dezember 2017, 10:55 Uhr »
Ich habe letzte Woche 6 Köpfe Eisberg vom Gemüsehändler geschenkt bekommen, oft auch Kopfsalat- aber das geb ich auch so gut wie nie; habe irgendwie kein so gutes GEfühl wie bei den Bittersalaten; ansonsten gibt es bei uns dasselbe wie bei Euch, ich werde nur Paprika künftig schälen, weil Chillie immer etwas gebläht ist und ich testen möchte woher es kommt (habe sie am Freitag beim TA röntgen lassen, kein Stein, Tumor ect. ersichtlich- mir wurde eine Heu Wasser Diät empfohlen mit dem Satz, wir müssen mal die Fütterung überdenken- das hat mich so frustriert, ich hätte heulen können; ich weíß, daß ich soviel geändert und verbessert habe, mich macht es mehr traurig, daß die Denkweise bei den TÄ noch so fest sitzt)

Endiviensalat gibt es hier auch, allerdings biete ich glaub ich zuwenig an, ich sehe Bilder wo ein ganzer Kopf im EB liegt , bei mir immer nur einige Blätter; dafür habe ich genug Nadelgehölze, die auch fleissig verputzt werden.
Susi mit Pinola, Chillie ,Yuki , Reyna, Sarah und Enya

niki+

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Antwort: Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung
« Antwort 12 am: 14. Januar 2018, 19:32 Uhr »
Also ich füttere schon Kopfsalat. Der ist bei uns aus inländischen (österreichischen) regionalen Gewächshausern und ab und zu essen sogar wir ein paar Blätter davon (zum Biosalat dazu gemischt)
hauptsächlich bekommen die Meeris aber Endivie, sie essen einen Kopf in 2 Tagen (4 Tiere), ich lege den einfach als ganzes hinein. Dann gibts eben sicher 1x pro woche (manchmal auch 2x) kopfsalat , ab und zu Mangold, Spinat, Petersilie, Chinakohl oder Stangensellerie. Selten Zuckerhut, den mögen sie auch sehr gerne. 1x pro woche gibts blumenkohl- und kohlrabiblätter. täglich weiterhin wenig Gurke (kann sie nicht abgewöhnen), Paprika (Griechenland), bio-karotten, Fenchel, Apfel, auch manchmal Rote Rübe. Natürlich immer Fichtenzweige und 1x pro Woche brombeerblätter, wenns gut geht. selten auch salbei aus dem garten. (ein mal habe ich noch vogelmiere gefunden im Dezember, aber das wars dann mit wiese). und Apfel oder eichenzweige nagen sie ab, gehölz ist immer was da....sie haben zum ausgleich ja aromatische- und ölsamen. und immer getrocknete kräutermischungen mit schachtelhalm und grünem hafer. natürlich sind manchmal die böhnchen etwas weicher, kann an der gurke liegen oder an den paprikas, aber solange die meisten böhnchen fest sind habe ich da keine sorge. Wir Menschen haben ja auch ab und zu weiche Böhnchen  :g:, sollte halt kein Dauerzustand sein....

Also Aufgasung gab es noch nie hier...oder kann man die auch übersehen??? manchmal habe ich schon das gefühl, dass sie sich von irgendwas überfressen haben und die Bäuche dicker sind und sie aufgeplustert daliegen aber das Verhalten ist ja sonst normal (fressen, rumlaufen,...) da müssten sie ja auch aufhören zu fressen, oder?

Ich würde den Meeris auch eisberg geben - doch der wird verschmäht, ist ja auch aus Spanien und dann sowieso tabu  ;-) wenn es im Frühling regionalen oder bio eisberg gibt essen die Meeris ihn sogar ab und zu. (und wir auch  :g:)

Anschi

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Antwort: Salat - gesund oder ungesund? / Gedanken zur Winterfütterung
« Antwort 13 am: 28. Januar 2018, 07:07 Uhr »
Mit Salaten habe ich relatives Glück - wir haben einen Kleingarten. Dort wächst meine Winterendivie - ungedüngt. Chicorée wächst dort ebenfalls und wird für den Winter in einer Sandmiete eingeschlagen. Die Karotten kommen vom Nachbarn meines Reiterhofs - er baut Biogemüse an und wir können dort kaufen, was er im Hofladen wegen der Güteklasse nicht verkauft bekommt. Allerdings sind Salat und Gemüse hier Beikost, Hauptnahrung bei meiner Bande ist und bleibt Heu. Kopfsalat und Kohlsorten gehen hier überhaupt nicht.