Autor Thema: Urintest beim Meerschweinchen  (Gelesen 3018 mal)

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Vio

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Urintest beim Meerschweinchen
« am: 04. Mai 2017, 18:46 Uhr »
Hab wieder einen Text für meine FB-Seite geschrieben und mag ihn auch hier einstellen :-)

Urintest beim Meerschweinchen

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*Mein Meerschweinchen hat gerade eine rötliche Urin-Pfütze hinterlassen – ist es nur verfärbt durch irgendwelche Nahrungsmittel oder gar Blut?!*

Diese Frage hat sich vermutlich schon jeder Meerschweinchenhalter irgendwann mal gestellt ;)
Der Urin von Meerschweinchen kann von klar über weißlich bis gelblich sein, im Einstreu getrocknet dann sogar orangene bis bräunliche Farben annehmen. Nicht immer muss eine Verfärbung, die vielleicht in den rötlichen Bereich geht, auf eine Krankheit hindeuten und durch Blut verursacht sein, ebenso kann eine nicht vorhandene Verfärbung des Urins eine Krankheit nicht ausschließen. Mit dem bloßen Auge ist anhand der Urinfarbe also in der Regel nicht eindeutig zu entscheiden, ob ein Meerschweinchen krank ist oder nicht.

Meistens wird der Urin durch Nahrungsmittel verfärbt, jedoch kann es unter Umständen auch sein, dass Blut diesen verfärbt. Ebenso könnten manche Medikamente unter Umständen den Urin verfärben.
Natürlich gehört ein Meerschweinchen, was – vor allem schon deutlich mit bloßem Auge sichtbares – Blut im Urin hat unverzüglich einem Tierarzt vorgestellt.
Doch vorher ist es von Vorteil, abzuklären, ob die Verfärbung des Urins vielleicht nur durch die Nahrung kam und gar kein Blut ist, so kann man dem Tier den stressigen und in diesem Fall wohl unnötigen Besuch beim Tierarzt ersparen.

Dieses Abklären geht ganz einfach mit einem Urin-Teststreifen. Gleichzeitig kann man verschiedene andere Parameter auf diesen Teststreifen ablesen, die Hinweise auf Erkrankungen geben können.
Blut ist auch oftmals noch nicht mit dem Auge sichtbar, aber dennoch im Urin vorhanden. Auch hier kann ein solcher Teststreifen weiterhelfen, denn Meerschweinchen zeigen Probleme ja (leider) nicht immer sofort deutlich.
Natürlich sind solche Tests mit den Urin-Teststreifen nicht immer ganz genau und im Zweifel sollte auf jeden Fall ein Tierarzt aufgesucht, der das Tier fachmännisch untersucht.

Hat man keinen Urinteststreifen zur Hand, kann man die Urinprobe in der Spritze auch ein paar Stunden liegen lassen. Setzt sich die rote Farbe unten in der Spritze (meist zusammen mit weisslichem Gries dann, der auch sinkt) ab, handelt es sich wohl um Blut. Die Zellen setzen sich daher unten in der Spritze ab. Bleibt die Farbe auch nach ein paar Stunden gleichmässig in der Spritze im Urin verteilt bestehen oder verändert nur etwas die Farbe eventuell, so handelt es sich nur um eine Verfärbung und nicht um Blut.
Es geht hier auch auf keinen Fall darum, Eigendiagnosen zu stellen und selbst einfach dann eine Behandlung zu beginnen, sondern vielmehr, die Gesundheit seines Tieres im Blick zu haben und somit vielleicht dem Tierarzt bei der Untersuchung auch schon wertvolle, nützliche Hinweise zu liefern. Viele Tierärzte sind begeistert über diese Unterstützung und finden es auch gut, wenn man zur Überprüfung z.B. nach einem Harnwegsinfekt oder nach Blasensteinen zu Hause den Urin weiterhin prüft.
Wenn ein Meerschweinchen beim Tierarzt eine Urinprobe abgeben muss, ist das meist mit erheblichem Stress verbunden und klappt oft auch nicht immer, z.B. weil sie gerade vorher schon in der Box gepieselt haben. Zudem kann das Ausdrücken der Blase schmerzhaft sein und es bedarf auch Erfahrung seitens Tierarzt, denn man kann bei einem Unsachgemässen Entleeren der Blase mit zu viel druc auch Schaden anrichten.
Unsere Tierärzte beziehen die Ergebnisse der Urin-Tests, die wir vor einem Besuch bei uns Zuhause angefertigt haben, daher auch immer sehr gerne mit in die Diagnostik ein :-)

DENNOCH ist eine Urinuntersuchung mittels Mikroskopie natürlich genauer und zuverlässiger und sollte im Zweifel angestrebt werden!

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Wie testet man den Urin am besten?

Ein am wenigsten verfälschte Urinprobe erhält man natürlich, wenn der Urin noch nicht mit anderen Materialien in Kontakt gekommen ist. Viele Halter setzen das Tier dazu in eine Wanne ohne Handtuch und warten auf eine Pfütze.
So einfach das klingt, so schwer ist es oft in der Praxis: die Meerschweinchen sind dann sogar oft gestresst, was Parameter verfälschen könnte und zudem halten viele Tiere sogar bis zu einigen Stunden den Urin ein, weil sie im Gehege machen möchten...
Bei uns war das deshalb meistens nicht besonders hilfreich, sondern Stress für Mensch und Tier ohne brauchbares Ergebnis.

Daher haben wir uns ein Dosierbecherchen aus Plastik durchgeschnitten, was eine flache Schale ergibt (s. Foto). Wenn ein zutrauliches Meerschweinchen im Gehege gerade loslegen will, können wir uns anpirschen und das Schälchen unter den Hintern oder Urinstrahl halten und diesen zumindest zum Teil (man braucht, wenn man es beim Auftragen geschickt anstellt, eigentlich für einen Teststreifen weniger als 0,1 ml abfangen; mehr ist – auch für Kontrolle mit einem 2. Streifen natürlich besser). Anschließend nehmen wir mit einer 1 ml Spritze den Urin auf und geben ihn auf einen Urin-Teststreifen.
Natürlich sind die wenigsten Meerschweinchen zahm genug, dass sie nicht wegrennen, wenn wir mit dem Schälchen ankommen. Gerade bei neuen Tieren interessieren uns aber die Urin-Parameter, um einen Überblick zu bekommen, ob eine Krankheit vorliegt.
Es ist nicht optimal, aber in solchen Fällen saugen wir den Urin dann durchaus auch schon mal aus dem Fleece oder dem Streu auf mit der 1 ml-Spritze und nutzen diesen zum Test. Dabei haben wir im Blick, dass es dabei bei gewissen Parametern dann durchaus zu Verfälschungen kommen kann, z.B. werden manchmal fälschlicherweise Proteine angezeigt.

Ist ein solcher Test ohne Befund (d.h., alle Parameter stimmen mit der Norm überein), so müssen wir den Test nicht wiederholen. Wenn der Test aber Parameter als positiv angibt, die auf eine Krankheit hinweisen, probieren wir, von dem Tier noch eine unverfälschte Urin-Probe zu bekommen, um dies zu überprüfen. Wir testen auch gerne mehrmals, um auf Nummer sicher zu gehen oder wenn wir viel Urin in der Spritze aufgezogen haben, testen wir manchmal auch mit mehreren Streifen, wenn ein positives Ergebnis beim 1. Test dabei war. Denn diese Streifen sind eben auch nicht immer 100% zuverlässig (gerade billige Teststreifen sind oft unzuverlässig).

Nach dem Benetzen des Test-Streifens mit Urin sollte man 60 Sekunden warten und dann die Parameter mit den Farbfeldern auf der Dose abgleichen, die Aussage über das Ergebnis treffen. Man sollte damit auch nicht viel länger als diese Minute warten, da dann die Werte schon nicht mehr aussagekräftig sein können.
Die Dose mit den Teststreifen sollte immer sofort nach dem Herausholen eines Streifens wieder verschlossen werden, denn wenn die Teststreifen ständig Licht ausgesetzt sind und auch länger an der Luft sind, könnten sie irgendwann nicht mehr verlässig testen.

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Welche Teststreifen sind empfehlenswert?

Wir hatten eigentlich immer die „teuren“ Combur-Teststreifen (9-Test), weil sie sehr „zuverlässig“ sind und auch von den meisten Tierärzten verwendet werden. Diese Teststreifen sind z.B. gegen Vitamin C weitestgehend geschützt, was unter Umständen bei einer Verunreinigung bei den Parametern Glukose und Blut falsch-positive Ergebnisse liefern könnte. Man muss aber IMMER im Hinterkopf haben, dass alle Sticks nicht unbedingt immer verlässlich sein müssen, es kann z.B. vorkommen, dass Leukozyten nicht angezeigt sind, aber eine Blasenentzündung vorliegt.

Da wir viele Streifen verwenden, weil wir aus Interesse gern mal ein Pfützchen aufsaugen, um langfristig vor allem bei den kranken Tieren einen Überblick über Urin-Parameter zu bekommen (und es auch interessant ist ;) ), haben wir uns vor einiger Zeit günstigere Teststreifen von Uritop besorgt. Diese Teststreifen wirkten erst auf uns auch sehr verlässlich, weil wir oft sowohl mit einem Uritop-Streifen also auch mit der gleichen Urin-Probe einen Combur-Streifen angefeuchtet haben und eine Weile zu 100% dabei immer das gleiche Ergebnis heraus kam. Dann aber kam es vor, dass (auch andere billige Teststreifen) Blut im Urin nicht mehr anzeigten, obwohl Blut im Urin war. Die Combur-Streifen haben das auch immer zuverlässig angezeigt. Daher testen wir jetzt doch nur noch mit Combur, denn was bringt es uns, wenn der Teststreifen sagt, es wäre alles okay, aber das ist es nicht?!

Es gibt vielleicht auch noch andere empfehlenswerte Marken für Urin-Teststreifen, nur mit diesen Streifen haben wir eben erfahrungen. Bei sehr billigen Test-Streifen muss man sich aber eben bewusst sein, dass die Felder ggf. falsch positive Angaben machen oder sich auch gegenseitig verfärben könnten, was den Test folglich verfälscht.

Die Teststreifen enthalten verschiedene Parameter/Testfelder. Wir legen Wert darauf, dass folgende Parameter vorhanden sind, weil wir sie für nützlich erachten: Blut, Nitrit, Glukose, Proteine, Ketone, Leukozyten und pH-Wert. Gern auch Bilirubin. Der Parameter Spezifisches Gewicht / Dichte ist in Bezug auf die Normwerte auf Menschen zugeschnitten und sagt (auch laut den von uns im Laufe der Zeit dazu gefragten Tierärzten) somit nicht unbedingt etwas aus beim Meerschweinchen. Ebenfalls müssen da wohl zur richtigen Interpretation noch andere „Einflüsse“ wie z.B. der pH-Wert einberechnet werden, daher halten wir diesen Parameter für verzichtbar.

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Welche Aussage kann ein Urin-Teststreifen treffen?

Je nachdem, welcher Parameter erhöht ist, kann ein Urin-Teststreifen Hinweise liefern auf einige Erkrankungen der Blase, Nieren und Leber, aber z.B. auch auf Diabetes. In jedem Fall sollte dies dann aber ein Tierarzt untersuchen!!!
Ein negativ ausgefallener Urintest schließt eine Krankheit nicht eindeutig aus und ein positiver ist kein Beweiß für eine Krankheit. Es sollten im Zweifelsfall weiterführende Untersuchungsmethoden beim Tierarzt für eine gesicherte Diagnose durchgeführt werden.

Dennoch können Urintests bei der Diagnostik helfen und uns Meerschweinchenhaltern einiges über die Gesundheit unserer Tiere verraten. Meerschweinchen zeigen nicht immer sofort, wenn es ihnen schlecht geht und so ist es schon vorgekommen, dass ein Meerschweinchen sich bei einer Blasenentzündung nicht durch Schmerzlaute etc. gemeldet hat und wir diese nur durch einen Urintest überhaupt bemerkt haben. Wäre die Blasenentzündung nicht bemerkt und anschließend behandelt worden, hätte die Infektion unter Umständen irgendwann auch die Nieren betreffen oder chronisch werden können.

Einige Beispiele zu den Parametern:

- Blut: viele Teststreifen geben sogar die Menge des Bluts ungefähr an, die im Urin enthalten ist. Ist wenig Blut angezeigt und kein weiterer Parameter, könnte es sein, dass z.B. ein paar Grieskristalle ausgeschieden wurden, die die Schleimhäute der Harnröhre leicht angeratscht haben. Ist Blut und gleichzeitig Nitrit angezeigt, wäre das ein Hinweis auf eine mögliche Blasenentzündung (der Urin riecht dann sehr oft auch „schmockig“), denn manche Bakterien produzieren Nitrit. Jedoch nicht alle, daher kann ein negativer Nitrit-Wert beim Urin-Test eine Blasenentzündung nicht eindeutig ausschließen. Blut im Urin könnte aber auch ein Hinweis auf eine Erkrankung der Gebärmutter sein. In jedem Fall sollte das Tier bei Blut im Urin bei einem Tierarzt untersucht und eventuelle Erkrankungen als Ursache des Bluts im Urin abgeklärt werden.
Meerschweinchen haben keine Monatsblutung! Tatsächlich ist es selten – auch bei uns - aber schon vorgekommen, dass sich in regelmäßigen Zyklen übereinstimmend mit den Brunstzyklen ein wenig nicht-sichtbares Blut im Urin befand. Auch in einigen Foren liest man davon und Tierärzte haben uns bereits bestätigt, dass sie annehmen, dass dies doch auch mit dem Geschlechtszyklus zu tun haben könnte, da bei den Tieren keinerlei auffindbare Krankheiten vorlagen. Zwar ist das sehr unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen und in einem solchen Fall empfehlen sich sicher genaue Untersuchungen beim Tierarzt, um Krankheiten auszuschließen und ebenfalls regelmäßige Kontrollen des Urins.

- Bilirubin: ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes. Ein positiver Bilirubinwert im Urin kann Hinweise auf Leber- oder Gallenerkrankungen geben.

- Nitrit: kann ein Hinweis auf Bakterien im Urin (z.B. bei einer Blasenentzündung) sein, da einige Bakterien Nitrit produzieren. Da dies jedoch nicht auf alle Bakterien zutrifft, ist auch bei einem negativen Nitrit-Parameter eine Infektion nie auszuschließen.

- Glukose: sollte eigentlich nicht im Urin zu finden sein bei einem gesunden Meerschweinchen. Bei Stress jedoch kann dieser Wert angeblich durchaus auch bei gesunden Tieren angezeigt sein, weil dann auch unter Umständen Glukose über den Urin ausgeschieden wird - das ist so überall in der Literatur vermerkt, können wir aber in der Praxis so gar nicht bestätigen... Ist der Wert ohne Stress und bei mehreren Testungen erhöht, könnte es ein Hinweis auf Diabetes sein, was (gerade wenn das Tier weitere passende Symptome zeigt) durch die Bestimmung von Blutzucker und Fructosamin im Blut beim Tierarzt abgeklärt werden sollte. Ebenfalls kommt es manchmal bei Entzündungen im Körper (Gebärmutter, am Kiefer etc.) zu einer Ausscheidung von Glukose.

- Proteine: Dieser Parameter zeigt an, ob Eiweiße im Urin vorliegen. Er ist oft verfälscht, z.B. kann das bei sehr hohem pH-Wert des Urins vorkommen und auch vor allem dann, wenn der Urin zuvor schon mit etwas in Kontakt gekommen ist und manchmal werden auch einfach so Eiweiße aus den Harnröhren ausgeschieden, daher muss ein positives Ergebnis nicht zwingend auf eine Krankheit hindeuten. Wenn der Parameter jedoch immer stark erhöht ist und ggf. noch andere Probleme vorliegen, kann er auch Hinweise auf eine Schädigung der Nieren liefern. Dies sollte dann beim Tierarzt abgeklärt werden, z.B. durch einen Bluttest.

- Ketone: sind Stoffwechselprodukte, die beim Fettabbau entstehen. Wenn ein Meerschweinchen z.B. in kurzer Zeit extrem viel abnimmt, könnte dieser Wert erhöht sein (durch eine starke Diät, durch eine Krankheit, durch einen Leberschaden etc.). Ein positiver Keton-Wert beim Urin-Test könnte aber auch ein Hinweis auf Diabetes sein (Ketoazidose).

- Leukozyten: sollten nicht im Urin sein. Ist der Wert erhöht, kann das auf einen Harnwegsinfekt hindeuten. Sind keine Leukozyten angezeigt, kann eine Blasenentzündung aber dennoch nicht sicher ausgeschlossen werden.

- pH-Wert: sollte beim Meerschweinchen im basischen Bereich (ca. 8-9) liegen, ein dauerhaft niedriger pH-Wert, bzw. eine Übersäuerung des Tieres könnte auch Hinweis auf eine Erkrankung sein

Wenn nun der Urin des Meerschweinchens getestet wird und ein Parameter als positiv angezeigt ist, bitte nicht in Panik ausbrechen (bitte umgekehrt ebenfalls beachten: ein negativer Test schließt eine Krankheit auch nicht sicher aus!).
Einfach noch ein zweites Mal (mit der gleichen Probe mit einem anderen Teststreifen und auch zu einem anderen Zeitpunkt) testen und im Zweifel, wie auch bei positiven Parametern (und natürlich vor allem, wenn gleichzeitig der Allgemeinzustand des Meerschweinchens nicht in Ordnung ist), mit dem Tier einen Tierarzt aufsuchen.

Wir hängen in den Kommentaren noch Beispiele für die Färbung der Felder von Urin-Teststreifen bei unterschiedlichen Erkrankungen an.

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Unsere Angaben hier sind alles nur Beispiele und ebenso besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit. Falls ihr Kritik habt, bitte teilt sie uns mit, damit wir eventuelle Fehler korrigieren können :)
Bei Fragen oder Unklarheiten steht euch bestimmt auch gern euer Tierarzt zur Verfügung, abschließend hier auch noch Links zum "Einlesen" bei tiefgreifenderem Interesse an der Thematik:

Mehr Interessantes zu Urinparametern
- bei Kleinsäugern: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-0035-1547402
- bei Kaninchen und Meerschweinchen ( „sehr wissenschaftlich“ ;) ): https://edoc.ub.uni-muenchen.de/13014/1/Binder_Nadine.pdf
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Antwort: Urintest beim Meerschweinchen
« Antwort 1 am: 04. Mai 2017, 18:53 Uhr »
Alle Werte normal.
(Combur-Teststreifen)

Das hier ist übrigens der Teststreifen von Lizzie, die extrem hohe Fructosaminwerte im Blut hatte. Anhand des Teststreifens ließ sich erkennen, dass keine Glukose mit dem Urin ausgeschieden wurde, Diabetes also unwahrscheinlich war.
Ein Blutzuckertest kurz später bestätigte dies.
Lizzie hatte kurz nach dem Urintest hier einen Blasenstein, der bis zum Ende der Harnröhre gewandert war und dann vorsichtig dort mit Schmerzmitteln und Gleitgel entfernt werden konnte. Er hatte die Schleimhäute nicht verletzt, weshalb nie Blut im Urin war, weder vor noch nach seiner Entfernung.

Lizzie ist somit ein tolles Beispiel, dass Urintests dazu beitragen können, Hinweise auf Krankheiten zu geben und bei dem Ausschluss von Krankheiten hilfreich sein können, aber ein negativer Test dennoch keine Garantie gibt, dass eine Krankheit nicht doch vorliegen kann ;) Deshalb sollten im Zweifel immer noch weitere Untersuchungen durchgeführt werden.
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Antwort: Urintest beim Meerschweinchen
« Antwort 2 am: 04. Mai 2017, 18:55 Uhr »
Bild 1:
Blut (letztes Testfeld) und Nitrit (2. Testfeld) im Urin: Blasenentzündung, anschließend 2 Wochen Antibiotikum und Schmerzmittel (sowie naturheilkundliche Dinge); siehe für "Entwicklung" die weiteren Bilder hier unter dem Kommentar.
Ebenfalls war Gries in der Blase (nicht unüblich bei Blasenentzündungen), mittels Röntgen haben wir einen Blasenstein ausschließen lassen.
(Combur-Teststreifen)

Bild 2:
Blasenentzündung nach 2 Wochen AB, Nitrit ist weg, Blut noch vorhanden (AB dennoch in Absprache mit dem TA abgesetzt), da die Schleimhäute noch angegriffen sind und zudem Gries ausgeschieden wird, der die Schleimhäute anritzt.
(Uritop-Teststreifen)

Bild 3:
4 Wochen nach Entdeckung der Blasenentzündung, 2 Wochen nach dem Antibiotikum: kein Nitrit mehr angezeigt, kein Blut mehr im Urin (Gries war dann wohl ausgeschieden und die Schleimhäute hatten sich erholt)
(Uritop-Teststreifen)
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Antwort: Urintest beim Meerschweinchen
« Antwort 3 am: 04. Mai 2017, 18:56 Uhr »
Ketoazidose durch vermutlich Leberversagen im Endstadium (daher starker Gewichtsverlust in kurzer Zeit, Fettabbau, Ketonkörper im Urin), ebenfalls vermutlich Nierenversagen und eine Entzündung der Harnwege (daher ggf. auch Blut, Leukozyten etc. im Urin). Das war von Delilah letzten Herbst, kurz bevor wir sie erlösen ließen.
(Combur-Teststreifen)
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Antwort: Urintest beim Meerschweinchen
« Antwort 4 am: 03. Februar 2018, 23:56 Uhr »
Wenn man keine Teststreifen hat und nicht weiß, ob eine Verfärbung des Urins durch z.B. Rote Beete kommt oder durch Blut:
Kann man den Urin einfach auch mit einer Spritze aufziehen und in der Spritze ein paar Stunden liegen lassen.
Ist dann die Färbung des Urins noch da und der Absatz/das Urinsediment weißlich, dann ist es eine Verfärbung durch z.B. Nahrung. Ist der Urin klar und der Absatz rot gefärbt, könnte die Verfärbung durch Erythrozyten, rote Blutkörperchen stammen.

Bild 1: zeigt eine Verfärbung des Urins durch Rote Beete. Das Urinsediment (Zellen, Kristalle etc.) ist weißlich, nicht gefärbt. Vergleichsspritze: Wasser.

Bild 2: wie Bild 1, nur sieht man hier das Sediment nochmal von deren anderen Seite der Spritze, so dass man auch sieht, dass es weißlich ist.

Bild 3:
oben -> Verfärbung des Urins durch Blut
unten -> Gleicher Urin wie bei Bild 2, nur einige Std später. Die Blutzellen haben sich als Urinsediment abgesetzt, daher ist die rötliche Färbung des Urins weg.
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