Autor Thema: Haltungsempfehlung bezüglich Gehegegrösse (Innenhaltung)  (Gelesen 447 mal)

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tupe

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Antwort: Haltungsempfehlung bezüglich Gehegegrösse (Innenhaltung)
« Antwort 15 am: 01. Juni 2021, 21:58 Uhr »
Aber die Halter von Meerschweinchen, die ihre Gehege "überbevölkern" oder zu kleine Gehege haben. Wenn ein Freilauf gar nicht erst angeboten wird, kann er von den Tieren auch nicht genutzt werden
Ach das stimmt, daran hatte ich jetzt gar nicht gedacht. Ich war von einem zufriedenstellenden Gehege ausgegangen.
In diesem Fall seh ich das genauso und dann muss man auch dafür sorgen, dass alle Schweinchen diesen Auslauf nutzen wollen. Allerdings ist das ja dann wirklich, wie du schon sagst, einfach nur eine mobile Erweiterung des Geheges.

(Folgendes ganz allgemein, ohne das jemand bisher das Gegenteil behauptet hätte.)
In allen anderen Fällen würde ich persönlich die Pflicht zum Angebot letztendlich von der Gehegegröße, den Gegebenheiten und den Schweinchen selbst abhängig machen wollen.
Ein Halter, der seine Schweinchen z.B. auf 20qm hält, muss ja nun nicht noch zum Auslauf verpflichtet werden. Auch bei Außenhaltung ist ein zusätzlicher Auslauf teilweise schwer bis gar nicht umzusetzen.
Bei vielen Gehegen ist es ja auch nicht möglich, dass die Schweinchen ihren Freilauf selbstständig erreichen. Da erfordert es vom Halter viel Feingefühl, um nicht aus Versehen aus dem Angebot eine Pflicht für die Schweinchen zu machen.
Was z.B. bei Schweinchen, die in besonderen Maße unsicher mit Veränderungen und Menschen sind, ungünstig wäre.

Ganz kurz zu meinem Fall:
Um in den Freilauf zu gelangen, ist eine 5cm hohe Streukante zu überwinden, es liegen viele Verstecke herum und das Gehege steht mehrere Stunden am Tag (gleichzeitig die Hauptaktivitätszeit der Meerschweinchen), wenn nicht sogar den ganzen Tag offen. Bei Stress in der Gruppe steht es auch mal 24/7 offen.
Ich hatte tatsächlich auch noch nie den Anspruch, dass alle den Freilauf (hier keine mobile Erweiterung des Geheges) gleich super finden. Es gibt ja auch Lieblingsplätze, Lieblingsessen, warum nicht auch Lieblingsorte zum herumlaufen?
Die Schweine gehen ja auch in unterschiedlicher Konstellation in den Freilauf, manchmal sind fast alle draußen, dann mal wieder nur eins und da auch immer ein anderes. Einige können es nicht erwarten, rauszukommen, andere kommen irgendwann gemächlich angetrottet und wieder andere nutzen es eben nur wenig.

Schweinchen haben doch sowieso auch im Allgemeinen unterschiedliche Sicherheitsbedürfnisse: Beispielsweise gibt ja auch die, die manchmal komplett offen und ungeschützt mitten im Gehege herumliegen, während andere immer grundlegend geschützt schlafen.
Als ich noch Dauerfreigänger hatte, hatte ich sogar mal eins, dass lag immer einfach offen mitten im Wohnzimmer und hat dort geschlafen.... das war aber ein Sonderfall.

Wie auch immer, aber hier geht's ja nicht um mich.  ;-)
LG :-)

Katharina

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Antwort: Haltungsempfehlung bezüglich Gehegegrösse (Innenhaltung)
« Antwort 16 am: 02. Juni 2021, 16:28 Uhr »
Ich war von einem zufriedenstellenden Gehege ausgegangen.

Hallo, Tupe! :winke:

Da haben wir uns etwas mißverstanden. :-)

Ich bin davon ausgegangen, dass es vermutlich einige Halter gibt, die die Vorgaben/Empfehlungen der TVT für die Innenhaltung hinsichtlich Gehegegröße und möglicher Belegungstärke nicht als "Mindestvoraussetzung" sehen, sondern sie als "tiergerecht" wortwörtlich nehmen, diese Vorgaben für ausreichend halten und sie "rein rechnerisch" erfüllen. Im schlimmsten Fall kann das dann wirklich 4 Meerschweinchen bedeuten, die ihr Leben lang auf 2 qm eingesperrt sind (oder 5 Tiere auf 2,5 qm, etc.).

Bei den Forderungen der TVT für die Einrichtung eines solchen Geheges wird drangvolle Enge herrschen. Auch wenn die räumlichen Gegebenheiten und der Grundriss für ein 2-qm-Gehege sehr günstig sein sollten, so dass nutzbare 2. Ebenen eingebaut werden können, auf denen sich zumindest einzelne Tiere einer Gruppe länger aufhalten werden -  es würde im Gehege sehr eng und vollgestellt bleiben. Zusätzliche Rampen, Podeste oder Brücken zur Höhenüberwindung zu zweiten Ebenen oder aus Käfigschalen heraus bieten zwar zumeist weitere Unterschlupfmöglichkeiten; sie nehmen aber auch wieder etwas bis sehr viel von der Grundfläche weg. Zweite Ebenen und die geforderten "teilweise überdachten Laufstrecken" haben den Nachteil, dass sie das Gehege stark beschatten. In einem größeren Gehege oder in einem Meerschweinchenzimmer macht das nicht so viel aus. Aber als Daueraufenthalt würde ein so knapp bemessenes und mit vier Tieren voll belegtes 2-qm-Gehege nicht nur zu eng, sondern m.M.n. auch zu dunkel.

Eine Freilaufmöglichkeit (rund um die Uhr, zeitweise oder "ab und zu"), die sich optimalerweise direkt an das Gehege anschließt oder von dort aus erreicht werden kann, würde hier einen gewissen Ausgleich schaffen. Freilauf wird im Merkblatt der TVT für die Innenhaltung aber nicht mal erwähnt. Das ist mein Kritikpunkt.

In einem Gehege von 2 qm Grundfläche haben Meerschweinchen nicht genügend Platz um sich zu bewegen. Ist ein solches Gehege mit vier Meerschweinchen und den für sie geforderten Einrichtungsgegenständen voll bestückt, bleiben wohl gar keine "Laufstrecken" übrig. Meerschweinchen brauchen aber nicht nur Futter- und Schlafplätze, Rückzugs- und Ausweichmöglichkeiten, sondern auch Aktionsräume. Also viel Platz zum Rennen, Erkunden und Spielen, um sich wirklich wohlzufühlen und sich entfalten zu können. Zumindest "ab und zu" sollten sie das haben. Ohne diese Anreize verkümmern sie - körperlich, psychisch und geistig.

Ein zu enges Miteinander kann permanenten Stress für die Tiere bedeuten. Unzureichende Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten führen zu Langeweile, zu Aggressionen oder zu Depressionen. In sozialer, gesundheitlicher und psychischer Hinsicht wird eine sehr beengte und stressige Haltung oft Probleme machen, auch hinsichtlich der Futteraufnahme. Verdauungsbeschwerden und Hauterkrankungen können dann die Folgen sein...bis hin zum Tod der Tiere.

In allen anderen Fällen würde ich persönlich die Pflicht zum Angebot letztendlich von der Gehegegröße, den Gegebenheiten und den Schweinchen selbst abhängig machen wollen. Ein Halter, der seine Schweinchen z.B. auf 20qm hält, muss ja nun nicht noch zum Auslauf verpflichtet werden.


Da stimme ich dir - bedingt - zu. Bei 20 qm Innenraum für eine Meerschweinchengruppe von 4 bis 10 Tieren würde ich zusätzlichen Freilauf (draußen oder drinnen) nicht als ein unabdingbares "Muss" betrachten. Aber soviel Platz können wohl nur wenige Innenhalter durchgängig bieten.

Trotzdem: Hast du schon mal ein Meerschweinchen im Garten erlebt, das nach jahrelanger, beengter Dunkelhaft zum ersten Mal wirklich im Freien war? Ich mehrfach... die ersten Reaktionen waren sehr unterschiedlich....

Für mich ist eben kein Innengehege wirklich "zufriedenstellend" und sei es auch noch so groß und toll eingerichtet. Wir Menschen sind auch nicht bloß in unseren Wohnungen, wir gehen zumindest ab und zu mal raus...auch zu Coronazeiten. Ich hatte einmal eine Wohnung ganz ohne Gartenmöglichkeit für meine Tierchen. Das hat bald zu einem weiteren Umzug geführt. Ich würde eine Freilaufmöglichkeit draußen von Innenhaltern nicht fordern - was gar nicht geht, geht eben nicht. Aber ich würde sie immer empfehlen.

Wenn wir von einer Kleingruppe von vier Tieren ausgehen, die ein interessant strukturiertes Zimmer von 8 bis 12 qm (mehr oder weniger dauerhaft) zur Verfügung hat, dann stünden pro Meerschweinchen 2 bis 3 qm zur Verfügung. Ein zusätzlicher Freilauf in der Wohnung wäre dann aus Gründen der räumlichen Enge kein "Muss" für mich, würde aber wohl dennoch für die Tiere eine Bereicherung sein. Für ein vergleichbar großes Gehege - also ca. 2 qm pro Tier - gilt das gleiche. Bei einem Gehege von etwa 4 qm - bei vier Meerschweinchen also ca. 1 qm pro Tier - fände ich aber ein zusätzliches Freilaufsangebot schon wieder sehr empfehlenswert....bis hin zum "Muss".

Bei vielen Gehegen ist es ja auch nicht möglich, dass die Schweinchen ihren Freilauf selbstständig erreichen. Da erfordert es vom Halter viel Feingefühl, um nicht aus Versehen aus dem Angebot eine Pflicht für die Schweinchen zu machen.

Da hast du Recht, das Problem habe ich hier in dieser Wohnung. Mir ist es auch lieber, wenn die Meerschweinchen selbst entscheiden können, ob sie im Gehege bleiben oder nicht. Aber deshalb ist ihr Aktionsradius hier üblicherweise auch auf maximal 12 qm beschränkt. Bin alles andere als zufrieden damit. Trage ich die Schweinchen mal in andere Bereiche, wo sie deutlich mehr Platz hätten, kann es sein, dass ich bloß angemuffelt werde oder dass die Schweinchen einvernehmlich beschließen, dass jetzt Ruhezeit wäre. Dann sitze ich da, mit der Digi im Anschlag und kann meine Schnarchzapfen knipsen. ;-) Ist aber nicht immer so. In den Abend- und Nachtstunden sind sie meist sehr aktiv. Tagsüber wollen sie meistens ihre Ruhe. Die lasse ich ihnen aber nicht, wenn wir in den Garten gehen. Auch dort ruhen sie dann meist zunächst sehr viel im Verborgenen. Erst gegen Abend nutzen sie den Garten wirklich.

Manchmal sind Wohnungen so "unmöglich" geschnitten (so wie meine), dass ein direkter Zugang zu einem größeren Freilaufbereich nicht möglich ist. Trotzdem würde ich den Freilauf dann nicht einfach streichen. Wenn kein Meerschweinchenzimmer vorhanden ist, stehen Gehege oft in Wohnzimmern, Schlafzimmern, Arbeitszimmern, Küchen oder Kinderzimmern. Es gibt Räume, die ich geeigneter oder ungeeigneter finde. Es kommt sehr darauf an, wie und in welchem Ausmaß diese Räume genutzt werden, also wieviel "Betrieb" dort herrscht. Bodengehege oder Gehege auf Bauchhöhe mit Stauraum darunter bieten Vor- und Nachteile. Als Halter sollte man sich gut überlegen, welches Zimmer die meisten und besten Möglichkeiten für die Tiere bietet und welcher Gehegetyp gewählt wird. Aus einem hoch gelegten Gehege ist der selbständige Übergang in einen Freilauf natürlich aufwändiger herzustellen, er wird mehr Überlegung erfordern und auch mehr Platz einnehmen. Aber er sollte nicht völlig unmöglich sein.

Definitiv zu enge Gehege (also z.B. diese 2 qm für 4 Tiere) müssen meiner Meinung nach so gestaltet sein, dass die Tiere sie selbständig verlassen können, um in einen gesicherten Freilauf zu wechseln. Zumindest etwas mehr Platz für sie dürfte auch im kleinsten Zimmer noch vorhanden sein. Ich rede jetzt nur von ein oder zwei Quadratmetern mehr....das ist besser als gar nichts. Vielleicht kann man zeitweise (z.b. nachts) einen Tisch und ein paar Stühle beiseite rücken und ein Klappgitter oder ähnliches aufstellen, eine Decke hinlegen und diesen Bereich mit Unterständen und ein paar interessannten Dingen zum Untersuchen und Spielen versehen.

Sind Wohnungen/Zimmer aber tatsächlich so klein und ungünstig geschnitten, dass wirklich nur ein 2 qm großes Gehege möglich sein sollte und ein Freilauf nie und nirgendwo angeboten werden kann, ist die Wohnung für eine Gruppenhaltung m.M.n. nicht geeignet. Das kann ich mir aber kaum vorstellen. Irgendetwas geht immer, es ist nur mit etwas mehr Aufwand verbunden, z.B. mit mehr Putzarbeit.

Ich finde es sehr problematisch, dass manche (auch nach diesem Merkblatt vom TVT) meinen könnten, Freilauf wäre für Meerschweinchen in Innenhaltung nicht unbedingt nötig, weil er keine Erwähnung findet und mit "mindestens 0,5 qm pro Tier" im Gehege hätte man als Halter seine "Pflicht" in Bezug auf das Platzangebot erfüllt. Man müsste das zumindest etwas sinnvoller staffeln. Also weg von dieser "Mindestgröße von 2 qm für 2 bis 4 Meerschweinchen und 0,5 qm für jedes weitere Tier". Diese Maßangaben finde ich weder sinnvoll noch "tiergerecht", zumal die Freilaufmöglichkeiten einfach "vergessen" wurden.

Liebe Grüße
Katharina :ms2:

tupe

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Antwort: Haltungsempfehlung bezüglich Gehegegrösse (Innenhaltung)
« Antwort 17 am: 04. Juni 2021, 22:26 Uhr »
Für mich ist eben kein Innengehege wirklich "zufriedenstellend" und sei es auch noch so groß und toll eingerichtet. Wir Menschen sind auch nicht bloß in unseren Wohnungen, wir gehen zumindest ab und zu mal raus.
Oh ja, da bekomme ich gleich ein schlechtes Gewissen, weil ich aktuell immer noch keinen Gartenauslauf anbieten kann.  :traurig:
(Garten ist zwar mittlerweile vorhanden und wir auch bescheuert genug, da eine Guinea-Pig-Bridge (natürlich sicher und mit Komfort) hin zu bauen, aber der ist fast ausschließlich voll mit Giftpflanzen.. Da bin ich noch am Pflanzenausbuddeln)
Ich bin da nämlich ganz bei dir, ich glaube auch, dass ein Gartenauslauf die Lebensqualität der Schweinchen noch einmal extrem steigert. Die Gerüche, das Licht, die Luft um die Nase kann man eben in Innenhaltung nicht aufwiegen.

Aktuell sehe ich hier übrigens aber auch ein Schweinchen aus Dunkelhaltung (Buchtenhaltung im fensterlosen Schuppen) schon nur in Innenhaltung aufblühen und das ist auf jeden Fall schon mal sehr toll mit anzusehen. :lieb:

Mir geht's wirklich rein um die Mindestanforderungen in meinen Ausführungen. Also um die Haltungsbedingungen, ab denen Schweinchen halbwegs zufrieden sind und man sie dahin vermitteln kann.
Selbstverständlich ist immer Luft nach oben und wenn man die Möglichkeit hat, den Schweinen mehr Platz, Auslauf und Struktur zu bieten, dann wäre es schon schön, wenn man diese Möglichkeit auch nutzt.
Ich meinte also nicht "Bei einem 20qm-Gehege ist Auslauf nicht notwendig" sondern "Bei einem 20qm-Gehege muss man nicht zu Auslauf-Angebot verpflichten."

Die Haltungsbedingungen aus dem TVT-Blatt sind für mich persönlich auch nicht wirklich "zufriedenstellend".
LG :-)

Vio

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Antwort: Haltungsempfehlung bezüglich Gehegegrösse (Innenhaltung)
« Antwort 18 am: 07. Juni 2021, 12:29 Uhr »
Danke euch für all eure Gedanken  :fr:
Ich freue mich, dass hier so ein reger Austausch entstanden ist durch meine Frage!
Und auch tat es gut, zu lesen, dass hier alle für "grösser ist besser" sind, denn ich hab es im FB auch schon anders erlebt Richtung "wie viele Schweine bekomme ich auf möglichst wenig Platz" so ungefähr...

Dass nicht immer gigantische Gehege möglich sind, ist halt klar, aber eben, es muss eine MINDESTbeschränkung für den Platz geben.
Viele denken, dass das dann ausreicht... Wie du sagst, cookie_dragon! Danke, dass du es nochmal unterstrichen hast!
Das muss man dann wirklich anders kommunizieren bzw. deutlich machen, dass dies nur ein Anhaltspunkt ist, unter welche Masse man nicht geraten darf, aber dass das nicht reicht.

Die Infos bzw. Vermittlungsbedingungen sollen erst mal auf der Website stehen, Ina.
Flyer wollen wir seit Jahren machen und kommen nicht dazu, da würde es dann noch kürzer und knackiger gehalten. Aber so auf der Website können wir dann z.B. Videos auch gut einbinden.

Wie cookie_dragon schreibt, es kommt etwas komisch mit den aktuellen Mindestmassen: ich würde meine Tiere im Notfall nicht in eine Notstation geben, die auf 1,5m als Grundfläche und 0,5 qm mehr pro Tier dazu vermittelt.
Andererseits weiss ich halt auch, dass man zu hohe Ansprüche nicht haben darf, es würde mir dennoch nicht genügen und als Notstation würde ich nicht in so eine Haltung vermitteln.
Ich hab es aber live nicht erlebt, würde ich dann auf zu vielen Tieren sitzen bleiben und keine Nottiere mehr aufnehmen können? Glaub ich aber nicht.
Wer nicht bereit ist, ein ausreichend grosses Gehege zu stellen, der hat nicht verstanden, um was es geht...
Und wenn es nur 4 qm für ein Pärchen ist - dann nehme ich eben nicht 4 Schweine, sondern nur 2 Rentner oder so...
Unsere Freundin mit der Notstation ist mit diesen Bedingungen, die ja seit über 15 Jahren bestehen, auch nicht glücklich und möchte das gern optimieren, aber wir müssen eben schauen, was noch im Rahmen des meist gut machbaren liegt...
Wie Schnubbel13 schreibt, heisst das ja auch nicht, dass die Tiere dann zwingend in so kleine Haltung kommen und nicht individuell geschaut wird.
Unsere Freundin z.B. hat mir auch immer die Tiere gegeben, die augenscheinlich grossen Bewegungsdrang hatten und sich sehr neugierig, mutig und entdeckungsfreudig gegeben haben.
Die "Couchpotatoes" hat sie dann eher in kleinere Gehege vermittelt. Anders herum wäre es sicher schlechter gewesen, auch wenn man ja so gemütliche Schweinchen auch mal zu Bewegung anregen kann mit Platz und Abwechslung.
Aber ich merke es z.B. auch an meinem Kastraten, der ist jetzt 5 Jahre alt und nutzt den Platz überhaupt nicht mehr so, wie früher, als er noch jünger war. Zufrieden ist er dennoch :-)
Für ihn sind kleinere Gehege-Abteile wohl sogar besser, da er blind ist mittlerweile und er sich da sicherer fühlt und leichter orientieren kann.  Er braucht nicht mehr soo viel Platz wie früher und es überfordert ihn sogar zum Teil. Auch zu viele Mädels wären nichts mehr für ihn, denke ich. Ich hätte kein Problem, ihn in ein Gehege mit 6-8 qm dauerhaft zu geben, obwohl er bei mir zuvor viel mehr zur Verfügung hatte. denn so hat er jetzt bei mir 9 Monate sehr fröhlich gelebt, obwohl im die ganze 90qm Wohnung zur Verfügung gestanden hätte, was er ja im Alter von bis zu 3 Jahren (erblindet ist er mit 1,5-2 Jahren) auch sehr gerne zu Flitzen und Erkunden genutzt hat. Jetzt ist er zwar aktiv und agil, aber bewegt sich lieber in geschützten, bekanntem Rahmen. Ich hatte auch Mädels, die niemals - obwohl alle anderen es taten - diesen Rahmen in Gehegeform verlassen haben und so nie einen Auslauf nutzen und überfordert waren, hat man sie rein gesetzt. So ist dies immer unterschiedlich und individuell verschieden,  nicht an reinen Massen festzumachen und unterliegt immer einer Einzelfall-Entscheidung, wie viel Platz ganz gut und ausreichend ist für ein Schweinchen.

Die Angaben im TVT, puh. Geht gar nicht, nicht im Sinne der Tiere...
Ich kann leider jetzt nicht auf alles eingehen, sorry!
Aber vielen Dank euch allen für eure Beiträge, das ist sehr hilfreich für uns, wir müssen das dann auch in Ruhe diskutieren  :-) (an Ruhe und Zeit fehlt es uns eben meist leider... müssen uns da mal einen Nachmittag zusammensetzen und neue Leitlinien ausarbeiten).
*Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt.
Aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.*

Liebe Grüße von Vio und der Schweinebande :mms: