Autor Thema: Neu hier und Frage zu Nystatin  (Gelesen 18201 mal)

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Daisylein

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Neu hier und Frage zu Nystatin
« am: 29. August 2022, 17:31 Uhr »
Hallo liebe Meeri Halter
Ich bin neu hier, habe aber zwei Kaninchen und bin auf euer Forum gestoßen, weil ich den Beitrag über das zuckerfreie Nystatin hier entdeckt habe.
Das fand ich super!
Nun weiß ich aber nicht, wie ich es am besten für meine Nelli dosieren kann.
Sie hat leider massiv Hefen und wie bei den Meeris auch (ich hatte früher welche), sollte der Darm nicht mit Zucker behandelt werden, der ja leider im Nystatin von Albrecht enthalten ist.
Vielleicht kann mir jemand hier weiterhelfen?
Der Beitrag ist von  Vio gewesen.
Ich würde gern wissen, wie sie das dosiert hat.
Würde mich total über Antwort freuen
LG Daisy

tupe

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Antwort: Neu hier und Frage zu Nystatin
« Antwort 1 am: 29. August 2022, 19:38 Uhr »
Hallo,

auch wenn ich fachlich nicht auf deine Frage antworten kann,  möchte ich dennoch ein  :wk4: loswerden.

Ich denke, es wird sich sicher bald jemand melden  ;-)
LG :-)

Vio

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Antwort: Neu hier und Frage zu Nystatin
« Antwort 2 am: 29. August 2022, 21:10 Uhr »
Hallo Daisy und Willkommen im Forum :-)  :wk2:

Pro kg kann man 2-3x tgl 1/5 der Kapseln geben, 1/5 entspricht 100.000 ie Nystatin und 1 ml der Albrecht-Lösung.
Ich gebe bei den Meerschweinchen einfach 2x tgl 1/4 (125.000) der Kapsel pro kg +/-200g, das funktioniert auch wunderbar. Es ist so einfacher zu händeln für mich und jedes Schwein von 800-1200g bekommt dann einfach 2x tgl 1 ml von einem Brei mit 2 ml, den ich mit dem Inhalt einer halben Kapsel dieses Nystatin angerührt habe. So kann man es gut dosieren. 1/5 der Kapsel abschätzen finde ich schwierig und möchte auch nicht immer mit der Feinwaage anrücken😅
Je nachdem, wie viel Nelly wiegt, kannst du da schauen, wie du die Menge an besten geben kannst, damit es halbwegs praktisch bleibt. Es kommt auf ein paar tausend ie meiner Erfahrung nach nicht an.

Bei Hefen ist auch immer wichtig, zu schauen, ob sie sonst noch Erkrankungen oder Stress haben, da Hefen oft anzeigen, dass das Immunsystem nicht ganz fit ist. Bei Tieren mit einem angeschlagenen Darm wuchern sie auch gerne mal, ich kann da in jedem Fall Darmaufbau mit Huminsäure und Apfelpektin und auch Fütterung von Kräutern (auch Efeu), Nadelhölzern, aromatischen Saaten, Küchenkräutern etc. empfehlen.

Alles Liebe für deine Nelly! Ich hoffe, sie ist schnell wieder ganz fit 🤗🍀
*Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt.
Aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.*

Liebe Grüße von Vio und der Schweinebande :mms:

Daisylein

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Antwort: Neu hier und Frage zu Nystatin
« Antwort 3 am: 01. September 2022, 11:02 Uhr »
Lieben Dank für das Willkommen heißen Tupe  :winke:

Vio vielen herzlichen Dank dir!
Ich war so froh, als ich deinen Beitrag gefunden hatte, weil das Nystatin von Rodicare gibt es ja nicht mehr und ich denke da sind eben auch wieder alle möglichen Stoffe mit dabei, die sie nicht mögen.

Nelli wiegt 1,8kg und ich habe jetzt eine Kapsel in einer 5ml Spritze aufgelöst und geben ihr 1,6ml etwa.
Meine Feinwaage bekommt das garnicht hin  :frage: nicht fein genug vermutlich  :g:

Tja hm sie hatte viel Stress, weil sie eine Gebärmutter OP hatte und zuvor auch schon Magenprobleme (vermutlich hatte die Gebärmutter auf den Darm gedrückt). Seit dem haben wir das. Zuvor war zwar auch oft Matschkot da, aber eben keine Hefen.
Nach Huminsäure und Apfelpektin schau ich auf jeden Fall auch noch.
Ich habe noch fiberplex, ob das auch für Meeris ist, weiß ich garnicht. Das bekommt sie noch im zeitlichen Abstand. Gibt man aber nur 2-3 Tage lang.
Kann ich die Huminsäure und das Pektin auch jetzt schon geben?

Kräuter usw bekommt sie viel, sie fressen eigentlich  nur grünes und Salate. Nellis Schwäche war Banane und da haben sich die Hefen vermutlich gefreut.
Allerdings mache ich ganz wenig davon in das Nystatin, denn dann frisst sie das ohne Probleme...ich hoffe, das ist nicht zu sehr kontraproduktiv.

Kann ich das angerührte Nystatin eigentlich einen Tag lang stehenlassen? Was meinst du?

Ganz lieben Dank nochmal! Ich konnte leider auch nicht eher antworten, weil ich ein Problem am PC hatte und am Handy puh so fizzelig zu schreiben  :peinlich:  :ms2:

Vio

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Antwort: Neu hier und Frage zu Nystatin
« Antwort 4 am: 01. September 2022, 21:24 Uhr »
Ist doch nicht schlimm, man kann ja nicht immer sofort antworten :-)
Das klingt ja sonst alles gut, auch mit der Ernährung :-)
Bei 1,8 kg - wäre dann nicht 1,8 ml zu geben? bei 500.000 ie auf 5 ml gelöst, wären für 180.000 ie entsprechend 5/2,7 und somit ca. 1,8 ml, wenn ich mich jetzt nicht vertue 😅
Ja, kannst du ruhig über Nacht stehen lassen🤗 ich hab es zur Sicherheit immer in den Kühlschrank getan für die Nacht.

Bei Kastrationen wird der Darm ausgelagert und dann wieder ein, das kann der Darmflora auch nochmal zusätzlich zu den Problemen, die es meist vorher bei Gebärmuttererkrankungen schon gab, noch etwas zusätzlich zusetzen. Dazu kommt es, zumindest bei Meerschweinchen, nach einer Kastration leider oft zu Verklebungen, die wiederum dann Darmparasiten begünstigen können.
Das muss aber nicht sein und meiner Erfahrung beruhigt sich der Darm bei solchen Geschichten zumindest bei Meerschweinchen mit der Zeit - Dank guter Nahrung und sowas wie Huminsäure und einfach auch aufgrund der Zeit, in der der Körper heilen kann :-)
meine Lina hatte eine ganz schlimme Krankengeschichte, sehr jung mit Kastra auch schon und schon lange zuvor den Darm nicht fit, aus schlechter Haltung, 1 jährig schon sehr krank und immerzu viele Entzündungen im Körper etc. sie hatte immer immens Hunger auf Blaubeeren. Damit hat sie ihrem Darm viel Gutes getan, das bin ich sicher :-)

Ich persönlich sehe Probiotika, auch Fibreplex, sehr kritisch. Meistens entspricht sowas nicht der natürlichen Darmflora von Meerschweinchen und Kaninchen und man weiß auch nicht, was so Probiotika überhaupt im Darm anrichten. Saccharomyces cerevisiae z.B., was im Fibreplex wirken soll, kann auch unter Umständen einem kranken Darm noch mehr schaden, dazu gibt es Studien.
Ich bin daher einfach sehr vorsichtig damit bzw generell mit Probiotika und setze lieber auf Huminsäure/Tiermoor, was die körpereigene Darmflora in der Regeneration unterstützt und Apfelpektin, was die Cellulose-fermentierenden Bakterien im Blinddarm füttert etc.
Und natürlich auf gute Ernährung sonst, mit viel Blattgrün, Kräutern, Wiese, Zweigen, aromatische Saaten usw :-)
Huminsäure und Apfelpektin kannst du ruhig schon mit Abstand zum Nystatin geben👍🏻 das Pektin wirkt den Hefen auch nochmal entgegen.
*Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt.
Aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.*

Liebe Grüße von Vio und der Schweinebande :mms:

Néné

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Antwort: Neu hier und Frage zu Nystatin
« Antwort 5 am: 27. Februar 2023, 14:18 Uhr »
Da dieses Forum in Zukunft vielleicht nur als Datenbank weitergeführt wird, schreibe ich mal, auch wenn die letzte Antwort schon etwas her ist. Aber ich möchte etwas Wichtiges ergänzen.

Die Erfahrung von Vio was Fibreplex angeht, kann ich bestätigen. Eines meiner Schweinchen hatte dadurch eine schwere Stase und ich musste sie einige Wochen später mit der schlimmsten Aufgasung, die ich je bei einem Meerschweinchen gesehen habe, gehen lassen.

Eigentlich wollte ich hier aber was zu Huminsäuren und Pektin zur Darmsanierung ergänzen.

Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht ABER SEHR WICHTIG (und nur der Vollständigkeit halber): beides BINDET FLÜSSIGKEIT und muss daher in zeitlichem ABSTAND ZU ANDEREN MEDIKAMENTEN eingegeben werden. Gerade zB bei Herz-oder Schilddrüsenmedikamenten, von denen nur verschwindend kleine Mengen gegeben werden, spielt das eine Rolle. Denn wenn die kleine Menge gebunden wird, kann sie uU nicht resorbiert und damit wirksam werden.

Gute Erfahrung habe ich in Bezug auf Darmsanierung übrigens auch gemacht, indem ich die Heusorte öfter wechsle, damit ein Anreiz gegeben ist, ,mehr davon und damit mehr Faserstoffe aufzunehmen. Weidenäste und -Blätter  wirken  unterstützend. Auch Heidelbeer- und Himbeerblätter. Sicherlich gibt es dazu und dem Nutzen von Efeublättern hier im Forum einen Beitrag von Murx Pickwick.

Wichtig ist unterstützdend auch, die Zufuhr von Kohlehydraten sehr zu beschränken, denn von denen leben Darmhefen und um diese ging es hier ja anfänglich.