Autor Thema: Imprägnierung von Ställen und Gehegen  (Gelesen 4903 mal)

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Saubergschweinchen

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Imprägnierung von Ställen und Gehegen
« am: 26. Juni 2014, 11:54 Uhr »
So 100% passt das hier nicht rein aber in "Zubehör" wollte ich es auch nicht tun weil es ja um den Stallbau an sich geht. Es betrifft als auch Innenhalter, nur geht es mir hauptsächlich um Tips für Außen.
Ich habe schon die unterschiedlichsten Materialien in den Gehegen versucht, es hat alles seine Vor- und Nachteile, vor allem was die Verarbeitung angeht.

Was habe ich schon?

Ich habe in meinem Bodengehege ein Betonfundament, dieses ist mit Latexfarbe gestrichen. Ich kann also wischen und desinfizieren ... alles kein Problem. Vom Urin gibt es leider teilweise unschöne Verfärbungen aber es ist ja eine Streuschicht drüber. Damit bin ich sehr zufrieden.

In den Buchten im Innenbereich habe ich PVC verlegt. Siehe Anhang.
Die Fugen habe ich mit Aquariensilikon abgedichtet, ebenso die oberen Kanten der Seitenbande. Das schmeckt meinen Böcken aber vorzüglich, die haben nun schon das ganze Silikon abgeknuspert und auch schon den PVC angenagt. Dort kommen nun also Aluschienen drauf. Diese Art und Weise den PVC zu verlegen ist also durchgefallen.

Nun geht es um meinen Aussen-/Ausweichstall. Dort sind in der warmen Jahreszeit Tiere zur VP oder Jungböcke mit Erzieher untergebracht. Es sind drei "Buchten" übereinander, wir haben den Stall in 2011 neu gebaut und die Grundfläche jeder "Buchte" beträgt 190x75cm + eine Ebene über die Hälfte der Grundfläche.
Dieser Stall steht die meiste Zeit des Jahres leer da er im Winter nicht frostfrei ist und es im Hochsommer für meine Begriffe zu warm wird.
Nun wurde dort 2011 in allen Buchten Teichfolie verlegt. Da dienten die beiden Unteren Etagen noch meinen zwei Kaninchen als Nachquartier, natürlich viel zu klein und ihrern Unmut darüber ließen sie an der Teichfolie aus. Ganz unten war schon nach der ersten Woche kam noch was übrig.
Dort haben wir dann den Boden mit sehr dünnen Blechen ausgelegt, an den Seiten auch 10cm nach oben gezogen und mit Unterlegscheiben verschraubt. Die Nähte wieder mit Aquariumsilikon abgedichtet. Das ist super schick und sicher was für die Ewigkeit aber ein tierischer Sackgang das zu verarbeiten. Außerdem sehr teuer und auch sehr rutschig wenn man mal kein mattenbildendes Streu hat oder frisch eingestreut ist.

Nun suche ich für die obere und mittlere Etage eine Alternative. Was mich dabei auch sehr beschäftigt sind die Ausdünstungen von Weichmachern und ihre Folgen. Kennt ihr Ausdünstungsfreie Alternativen? Ich meine mal etwas von Milchkarton gelesen zu haben...aber der lässt sich meine ich auch nicht so gut verarbeiten.

Was verwendet ihr?
Ich ärger mich ein bisschen, ich denke beim nächsten Stall werde ich die Streuwanne gleich aus Siebdruckplatten bauen, dann muss man garnichts verlegen.
Mein Großvater hatte nun noch die Idee den Untergrund mit flüssigem Kunststoff zu streichen, dann fallen zwar dei Dämpfe nicht weg aber sie haben keinen Knabberansatz um auch noch dran rumzufressen wie sie es beim PVC machen.

Bin da momentan echt am Grübeln und wäre auch bereit weitestgehend umzurüsten wenn es eine Öko-Variante zu Folie, PVC und Co. gibt.

Freu mich auf Input!

glg

Tiefseetaucher

  • Dino
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Antwort: Imprägnierung von Ställen und Gehegen
« Antwort 1 am: 26. Juni 2014, 12:15 Uhr »
Ich bzw wir haben uns auch schon eingehend damit befasst und es ist einfach zum Haareraufen.
Will man es sicher und sind einem Ausdünstungen egal, kann man die Siebdruckplatten nehmen, normalen Lack oder Epoxidharz. Soll alles super funktionieren, aber will man das?

Milchkarton ist scheinbar eine gute Alternative, hält aber wohl nicht sooo lange und ob man regelmäßig wechseln will? Ist auch wieder Aufwand.

Wir sind bei Fliesen hängen geblieben. Die gibt es in verschiedenen Qualitäten, als Fugen kann man eine Natursandirgendwasmischung nehmen (muss ich nochmal genau nachgucken). Das hält, ist abwasch- und im Ernstfall auch desinfizierbar, sowohl für Streu, als auch für Fleece geeignet. Nachteile sind uns bisher nicht eingefallen, bis auf, dass es einiges an Gewicht wird und man entsprechend stabil bauen muss.
"Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag."

[Anton Pawlovic Cechov]

Katharina

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Antwort: Imprägnierung von Ställen und Gehegen
« Antwort 2 am: 26. Juni 2014, 12:51 Uhr »
:winke: Spontan fällt mir Metall ein. Dieses Verzinkte, was nicht rostet. Oder ist das auch irgendwie gesundheitsschädlich?

Sicher wäre soetwas nicht ganz kostengünstig, aber wenn man einen Metaller kennt, dann könnte er vielleicht preisgünstig mehrere kleinere Wannen mit einem Rahmen in Streuhöhe zusammenbiegen und - schweißen?

Mehrere "kleinere" Wannen deshalb, weil sie dann nicht so unhandlich wären und sich leichter herausnehmen lassen könnten. Metall wäre nicht gar so schwer für obere Etagen.

:frage: Ist es verständlich, was ich meine? Ich denke an soetwas ähnliches wie überdimensonierte und zusammenschiebbare "Kuchenbleche". ;-)

Vielleicht gibt es auch Pflanzschalen oder ähnliches aus Metall fertig zu kaufen, die man zweckentfremden könnte?
Liebe Grüße
Katharina :ms2:

Vio

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Antwort: Imprägnierung von Ställen und Gehegen
« Antwort 3 am: 26. Juni 2014, 12:58 Uhr »
Schwieriges Thema...
Aber eines kann ich sagen: nehmt keine Siebdruckplatten!!! Davon kann ich nur abraten, ich hab damit ganz schlechte Erfahrungen gemacht :(

Wir hatten damals für viel Geld mit Siebdruckplatten und Plexiglas einen tollen EB gebaut, den wir nach 3 oder 4 Jahren dann einschrotten konnten.
Unsere Grundplatten bestanden aus 2 miteinander verbundenen Siebdruckplatten. Die Übergangsstellen haben wir lackiert, damit nichts an Flüssgkeit zwischen die Platten dringen kann.
Als unsere neuen Tiere dann damals den Pilz mitbrachten, hab ich das Gehege ein paar Mal mit Essig gereinigt. Das alleine hat gereicht, damit der Lack von den Platten abgeht. Es ist Flüssigkeit in die Platten und Lösungsmittel (klar, ganz viele geklebte Schichten) wurden rausgelöst. Das hat nicht nur gestunken, ich hatte auch gleich 3 knatternde Schweinchen im Gehege, deren Atemwege sich aber schnell wieder gut erholt haben. Marzi hatte mit der Lungenschädigung länger dran zu knacken, bzw. können wir nicht mal ausschließen, ob das nicht sogar daher kam. In der Bioresonanz tauchte das Thema noch eine Weile bei ihr auf.
(Seitdem bin ich auch sehr vorsichtig bei Schränken, vor allem auch Pakett etc.... die reinste Gifthölle oft :( )

Ihr wollt nicht wissen, wie die Platten von innen aus gesehen haben, nachdem da, obwohl fast kaum Lack weg und nur bisschen Flüssigkeit drin, was reingeflossen ist... bah... kann später mal ein Foto hochladen *schüttel*

Auf jeden Fall sagte mir ein Fachmann später, Lack kann man nur schlecht auf der glatten Siebdruckoberfläche aufbringen (und die raue kann man nicht nach oben kehren, kriegste ja nie das Streu ganz weg und kannste nicht reinigen) und da eben bei der Herstellung viele Lösungsmittel verwendet werden, sei das nicht geeignet für einen EB, wenn da Urin durchdringen kann oder man den mal auswaschen möchte. (Man kann ja Teichfolie etc. drüber kleben, aber dann braucht man auch die teuren Siebdruckplatten nicht mehr ;) )
*Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt.
Aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.*

Liebe Grüße von Vio und der Schweinebande :mms:

Saubergschweinchen

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Antwort: Imprägnierung von Ställen und Gehegen
« Antwort 4 am: 26. Juni 2014, 13:39 Uhr »
Ja, darauf wird es wohl hinauslaufen....wir werden wohl auch in den anderen Etagen Bleche verwenden. Mir graut es vorm verlegen. Ich muss mal ein Bild machen von der Ausgangslage, denn Solche Kotwannen wie du sie beschreibst können wir nicht anfertigen lassen. Es ist ein Eigenbau, nicht 100% gerade aber sehr stabil. Und im Inneren auch leicht verwinkelt durch die Rahmen an denen wir den Stall errichtet haben. Das macht auch die Teichfolie zum Stiefkind weil diese einfach nicht gerade zu verlegen ist und die Wutzen natürlich jede Welle anknabbern.

Durch die baulichen Gegebenheiten kann ich mir auch keine Fliesen vorstellen, das wäre das reinste Mosaik  :denk:

Wenn der Milchkarton nicht lange hällt dann is das auch wieder blöd zumal er ja draußen noch dem Klima und der Luftfeuchtigkeit ausgesetzt ist.

Danke für die Infos zum Siebdruck, Vio. Das ist wirklich interessant/erschreckend. Ich habe Siebdruckplatten als Ebenen bei meinen Rennmäusen und bin da sehr zufrieden. War da auch schon mit Desinfektionsmittel und Insectiziden dran (Tropische Rattenmilbe....fragt nich... :wall:)...haben die gut abgehalten. Urinfest sind die auch. Aber gut zu wissen, dann bau ich wieder den selben Stall und mach mir eben einen Kopf was ich rein mache.

Ich hab echt nen richtigen Horror vor der Verarbeitung der Bleche...das war sooo anstrengend. Aber ist dann eben für ewig...ich schlaf nochmal drüber. vlt. kann ich mich ja mit dem Gedanken dann anfreunden. :hammer: