Autor Thema: "Ballen" (Bezoar) im Magen und Atemprobleme - Ursache?  (Gelesen 9220 mal)

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Vio

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"Ballen" (Bezoar) im Magen und Atemprobleme - Ursache?
« am: 11. November 2017, 14:33 Uhr »
Neylas persönliches Halloween 2.0  (an Halloween selbst war sie ja schon in der Klinik zum US wegen Gebärmutterentzündung und wurde ein paar Tage später kastriert)

Donnerstagmittag schien noch alles ok, Donnerstagabend dann hatte Neylas laute Atemgeräusche und sie atmete hechelnd und hektisch und sah auch überhaupt nicht gut aus. 
Wir sind gegen 20 Uhr mit ihr und Quenni als Begleitung in die Tierklinik Gelsenkirchen gefahren. Dort saß sie dann nach kurzem Abhören erst mal eine Stunde in einer Sauerstoffbox, bis sie zur Behandlung dran war. Die Tierärztin diagnostizierte einen Schnupfen und meinte, die Lunge sei frei, röntgen sei nicht nötig, wir wechseln einfach das Antibiotikum. Wegen der Kastration bekam Neyla ja bereits eine Woche schon Baytril und jeden Tag auch noch Metacam.
Das war mir natürlich zu unsicher, ich kann wirklich jedem raten bei Atembeschwerden IMMER röntgen zu lassen, egal, was der Tierarzt sagt! Sowas kann vielfältige Ursachen haben, z.B. eine Magenaufgasung, die auf die Atemorgane drückt und Abhören alleine ist KEINE gesicherte Diagnose und zudem oft ungenau, wenngleich es wichtige Hinweise liefert. Es wäre dann natürlich von Vorteil, wenn der Tierarzt das Röntgenbild auch richtig lesen kann, was bei uns hier leider nicht der Fall war…

So bestand ich also auf jeden Fall erst mal auf ein Röntgenbild und dieses zeigte dann, dass die Lunge ganz und gar nicht frei war… Dahinter war eine komische Struktur, aber da die Tierärztin nichts weiter sagte, dachte ich, es sei schon alles richtig so und ein Teil des Darms oder so. Leider sind Röntgenbilder für mich oft ein Buch mit 7 Siegeln und ich würde gerne mal einen Kurs mitmachen, der einem das Erkennen von Krankheiten auf Röntgenbildern näher bringt. Wenn man mir Dinge dann zeigt auf einem Röntgenbild, sehe ich sie dann auch, aber vorher nur, wenn ich etwas Ähnliches schon mal gesehen/erlebt habe.
Auf jeden Fall war die Lunge verschattet: Flüssigkeit oder ein Infekt? Die Tierärztin war sich auch nicht 100%ig sicher und daher ließ ich erst mal Dimazon zur Entwässerung spritzen, um zu sehen, ob es etwas ändert. Zudem bekam ich das Antibiotikum Retardon mit und einen Schleimlöser (Hexasolvon), allerdings wird das in der Praxis ständig so gehandhabt bei jeder Kleinigkeit (weiß ich von Bekannten, die da auch hingehen): egal, was ist, erst mal Retardon…

Da Neyla ja bereits Baytril bekam, war ich skeptisch, ob es sich wirklich um eine Entzündung handelt (normal deckt Baytril ja gut ab, aber Resistenzen kann es dennoch natürlich geben) und wartete die Entwässerung ab. Zur Sicherheit – auch wegen Misstrauens der Tierärzte in dieser Klinik, da dort einfach schon bei mir und bei Bekannten zu viele Fehldiagnosen gestellt wurden – schickte ich das Röntgenbild gleich noch auf dem Weg nach Hause weiter an unseren Tierarzt (Dr. Laz... in Duisburg). Da ich aber wusste, dass er Donnerstag und Freitag leider (natürlich, so typisch – wenn wir mal was haben!) nicht in der Praxis ist und ich mit keiner Antwort rechnete, versuchte ich, dass ein Tierarzt der Tierklinik Duisburg-Asterlagen auch einen Blick auf das Bild wirft. Da dort viele Notfälle waren, war das zeitnah aber leider nicht möglich.


Zuhause dann verschwanden die Atemgeräusche für kurze Zeit, kamen dann aber zurück. Neyla ging es immer schlechter, die Atmung wurde zunehmend lauter, hektischer, dann plötzlich auch Flankenatmung. Liebe Freunde standen mir mit Rat zur Seite – aber ich war wirklich hilflos, weil ich nicht wusste, welche Behandlung die Richtige war. Aus diesem Grund gab ich dann doch noch ein neues Antibiotikum – Cotrim K.
Cotrim K kenne ich bereits, die Tiere vertragen es gut, ich habe von Fillion noch jede Menge davon zu Hause und zudem ist es dem Retardon sehr ähnlich (laut meiner Recherche enthält Cotrim K im Vergleich zu Retardon noch einen zusätzlicher Wirkstoff und mehr Zusatzstoffe).
Zudem verabreichte ich auch in Verzweiflung den Schleimlöser. Doch einen Unterschied machte nichts, Neylas Atmung und ihr Allgemeinbefinden wurden immer schlechter. Ich war mir sicher, dass sie mir bald erstickt oder ihr Kreislauf kollabiert…
Das Ruder riss eine Antwort von meinem Tierarzt um, die er um 1 Uhr nachts per Mail schickte, ich sah sie aber leider erst später, weil ich nicht mehr mit einer Antwort gerechnet hatte (auch wenn ich weiß, dass er in Notfällen auch spät abends noch zeitnah antwortet) und dann reagierte ich auch nicht sofort, weil ich erst für ein paar Minuten dachte, er habe sich vertan.
Seine Mail bestand aus genau einem (aber völlig ausreichenden) Wort: „Bezoar“.

Bezoar… ein Fellballen?! Ich war verwirrt… In der Lunge ja wohl nicht, dann wohl im Magen? Ich brauchte Bedenkzeit… doch ja, ich sah dann tatsächlich auch selbst auf dem Röntgenbild, dass die mir schon aufgefallene komische Struktur hinter der Lunge einen Ballen darstellen könnte und im Magen sein könnte… Wenn man es weiß, ist es ganz eindeutig!
Panik kam mir hoch: hatte ich die ganze Zeit die falsche Ursache bekämpft? Was soll ich nun gegen den Ballen da im Magen tun? War es schon zu spät, überhaupt was tun zu können?

Um halb 4 in der Nacht zum Freitag rief ich dann erneut in der Tierklinik Duisburg-Asterlagen an und hatte einen netten Mann am Apparat, der sagte, dass die Hauptrechner bereits runter gefahren worden seien, aber ich könne gern versuchen, ihm dennoch das Röntgenbild per Mail zu schicken, er würde mich dann zurück rufen, sollte es geklappt haben. Wenige Minuten später kam der Rückruf:
Ja, auch er würde da einen „Ballen“ im Magen sehen, weswegen der Magen aufgegast sei und auf die Lunge etc. drücken würde. Was genau da im Magen sei könne er nicht sagen, Fell unwahrscheinlich, zumal man das auf dem Ultraschall am 31.10. wegen der Gebärmutterentzündung gesehen hätte, den ich ja auch in der Tierklinik Duisburg-Asterlagen durchführen ließ und in wenigen Tagen bildet sich kein so großer Fellball.
Ich war in völliger Panik! Wie zur Hölle entsteht da so ein Ding in Neylas Magen? Und was kann ich tun, um ihr zu helfen? Ich war kaum in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen, die laut nach Luft ringende Neyla immer im Hintergrund, von der ich jeden Moment einen Zusammenbruch erwartete.

Mir wurde erklärt (und ich hatte es schon vermutet), dass es bei der Größe von Ballen und bei Ungewissheit, was genau da im Magen ist (vermutlich eher Pflanzenmaterial, was nicht richtig verdaut werden konnte und zusammengeklumpt war – oder so), meistens nur eine Not-Operation eine Chance bringt. Und dass nicht genau zu sagen sei, was mit der Lunge ist, da das Bild nicht entsprechend vergrößert werden könne, das Herz aber auch angegriffen sein könnte.
Die Worte „Bitte geben Sie ihr noch zusätzlich Novalgin und bringen Sie das Tier um 8 Uhr her, ich trage sie als Not-OP in den OP-Plan ein!“ verstärkten meine Panik noch mehr.
Es waren noch mehr als 4 Stunden und Neyla bekam jetzt schon kaum noch Luft. Zudem Lunge angeschlagen, Herz vielleicht angeschlagen, eine Woche nach der Kastration und mit den ganzen Medikamenten, die ich schon gegeben hatte und die den Organismus belasteten?! Sie war doch schon völlig am Ende… Ich fragte, welche Aussicht auf Überleben bestand und bekam eine ausweichende Antwort mit etwas Herumdrucksen und einem „kommt auf den Zustand des Tieres an, wenn da halt jetzt schon so Atemnot ist… naja, muss man dann eben wohl einfach noch versuchen...“ – alles klar…

Mein Hirn setze aus und ich war nur noch voller Panik. Dankbarerweise waren da einige Freunde via Handy mit mir verbunden über Facebook oder WhatsApp, die mir Rat gaben und manche wachten extra immer wieder auf, nur um zu hören, was nun mit Neyla sei. Das ist in so einer Situation der rettende Anker und ich bedanke mich sehr bei all den lieben Menschen, mit denen ich über das Internet verbunden bin/war und die mir Tipps in dem Moment gaben!
Ich berate ja selbst so oft Menschen mit sehr kranken Tieren, aber ist man selbst betroffen, fallen einem die einfachsten Dinge nicht mehr ein und man steht völlig neben sich. Teilweise werden mir in solchen Momenten meine eigenen Nachrichten zurück geschickt, damit ich mich erinnere, was ich selbst in dieser Situation anderen empfohlen hätte – das, sowie einfach nur jemandem von der Situation erzählen zu können, ist wirklich wertvoll in so einem Moment! Ich war alleine, aber habe mich nicht so gefühlt.
Es tut mir leid und ist mir nun im Nachhinein etwas peinlich, dass einige meiner Freunde in der Nacht dann von mir Sprachnachrichten bekommen haben, die vermutlich weniger aus Sprache und mehr aus Heulen bestanden… Ich war fast sicher, dass Neyla das Ganze nicht überlebt!

Eine Freundin erinnerte mich dann, dass doch sogenannte Entschäumer existieren, die Gasblasen auflösen bzw. öffnen, damit das Gas entweichen und mit dem Nahrungsbrei verdaut werden kann.
Ich entschloss mich also, Neyla Simeticon zu geben (ich nutze dazu ja den Inhalt von Lefax intens, weil da dann im Gegensatz zu Sab simplex z.b. kein Zucker, keine Aromen etc. drin sind, sondern nur reines Simeticon), um die Aufgasung des Magens zu verringern, so dass Neyla vorerst hoffentlich besser Luft bekam. Zudem gab ich Novalgin und Colosan, denn dies ist u.a. wichtig, um die Peristaltik des Darms anzuregen und die Luft muss ja nicht nur aus den Blasen entweichen können, sondern vor allem weiter transportiert werden.
Erst war ich mir unsicher und hielt nochmal Rücksprache mit der Klinik, dort jedoch hatte man keine Erfahrungen mit Colosan.
War eine Weiterleitung der Nahrung aus dem Magen nun richtig? Was war da im Magen und würde die Situation schlimmer, wenn es in den Darm gelangte? Neyla frass ab und zu ein paar wenige Halme Gras (was mir immer wieder etwas Hoffnung machte) – aber leitete ihr Magen diese überhaupt noch an den Darm weiter dann oder war er durch den Ball verstopft? Ich war mir nicht sicher, ob sie Böhnchen absetzte… Aber ich war mir sicher, dass es eigentlich kein Fell sein konnte, da Neyla sich nicht übertrieben putzt und auch nicht an anderen knabbert und ebenfalls waren keine Stoffteile oder Fleeceteile angenagt, also tippte ich auch auf Pflanzenmaterial.

Ich hörte einfach auf meinen Bauch und gab ihr das Colosan, gerade auch weil ich weiß, wie wichtig und hilfreich das ist. Manche erfahrene Schweinchenhalter ziehen es sogar den Entschäumern vor, ich persönlich finde je nach Schweinchen und Krankheit eine Kombination am besten.
Um Ganz bekam sie anschließend immer Simeticon (einen ganzen Kapselinhalt von Lefax intens) und um Halb 0,4 ml Colosan.
Keine Ahnung, ob der Abstand dazwischen vielleicht zu gering war, aber es funktionierte:
1,5 Std später verschwanden die Atemgeräusche, die Atemfrequenz blieb zwar viel zu hoch, aber es war keine Flankenatmung mehr und Neyla wurde wieder etwas aktiver. Endlich schlug etwas an und zu verdanken war es diesem einen einzigen nächtlichen Wort von unserem Tierarzt, welches mich auf die richtige Fährte brachte. Ich bin mir nicht sicher, ob Neyla die Nacht sonst überlebt hätte, so wie sie schon nach Luft gekeucht hatte. Es kann aber natürlich auch sein, dass das einfach schlimmer wirkte, als es war… Dennoch war diese noch halbwegs zeitnahe und richtige Behandlung extrem wichtig, dass sie das Ganze überstehen konnte.

Um 7 Uhr brachte ich erst meine Mama zur Arbeit (habe sonst kein Auto) und machte mich dann mit Neyla und ihrem geliebten Quentin auf den Weg zur Tierklinik Duisburg-Asterlagen – ich war innerlich auf alles eingestellt, von Not-OP bis hin zum eventuellen Einschläfern, sollte sie kollabieren und nichts mehr zu machen sein.
Mein Bauch sagte: „keine OP mehr nötig, es wird von alleine!“ und mein Kopf aber redete mir ein, dass die Besserung von Neylas Allgemeinzustand bestimmt nur daher käme, dass die Aufgasung weniger geworden ist, aber der Ballen aus was auch immer ja bestimmt noch da wäre.
In der Klinik dann um halb 9 die Entwarnung: das Kontrollröntgen zeigte, dass sowohl die Aufgasung des Magens und der Ballen kleiner wurden. Der Magen war zudem mehr gefüllt und der Ballen nicht mehr klar abgrenzbar - die Verdauung funktionierte wieder und es war keine Not-OP mehr nötig. Die Tierärztin betonte, dass es dennoch weiterhin kritisch sei, jederzeit wieder umschlagen könne (bei einer Verschlechterung solle ich dann sofort wieder vorbei kommen) aber dass eine OP zum jetzigen Zeitpunkt vermutlich nicht mehr nötig sei – vor allem in Anbetracht der Risiken.
Die Lunge wies noch deutlich beim Abhören ein Atemgeräusch auf, so dass Neyla noch einmal zur Sicherheit nochmal einmalig Dimazon gespritzt wurde. Cotrim K sollte ich beibehalten, falls eine Infektion in der Lunge sei, was nicht auszuschließen wäre und zudem sei auch nicht klar, ob eine Infektion des Magens ggf. Ursache für diesen Ballen gewesen sein könnte. Ich solle ganz genauso weiter machen mit Simeticon und Colosan, wie bisher, da es scheinbar absolut der richtige Weg für Neyla sei.
Wie auch die beiden anderen Tierärzte (erst Ultraschall Neyla, dann an einem anderen Termin Ultraschall Janam) in der Tierklinik Duisburg-Asterlagen war diese Tierärztin sehr freundlich, ging gut mit Neyla um, nahm sich Zeit und erklärte mir alles und wirkte zudem (und ich bin da sehr kritisch!) kompetent. Diese Klinik wird – obwohl ich oft wegen Stau über eine Std dahin unterwegs bin und nach Gelsenkirchen nur 25 Minuten brauche – zukünftig definitiv meine bevorzugte Klinik im Notfall, wenn unser Tierarzt nicht da ist. Denn was nützt es mir, schnell da zu sein, wenn dann falsch behandelt wird…

So nahm ich Neyla also – wirklich sehr erleichtert - wieder mit nach Hause. Den gestrigen Tag über war sie dann natürlich ziemlich erschöpft und erledigt, futterte aber immer ab und zu. Die Atmung blieb leider hektisch. Gegen Abend ging es ihr dann erneut schlechter und ich spritzte ihr zur Sicherheit noch einmal Dimazon, aber sie verlor kaum an Gewicht (also wenig Wasser) und vermutlich kam die verstärkte Atmung „nur“ von den Schmerzen, da beide Schmerzmittel nachließen und erneuert werden mussten. In der Nacht zuvor waren ihre Böhnchen wenige und kleine runde Perlen an einer Kette und gestern Abend dann waren es immerhin schon wieder kleine, eigenständige Bröckel.

Die Nacht hat sie nun soweit gut überstanden und sie futtert zwar immer nur kleine Portionen und verständlicherweise sehr selektiv noch (viel Gras, wenig Heu, viel Gurke und ein wenig Salat – Magenschonkost mit sinnvollerweise viel Flüssigkeit), hat aber wohl genug Nahrung aufgenommen, da sie ihr Gewicht gehalten hat, ohne dass ich irgendwas zugefüttert hätte (aus guten Gründen praktiziere ich keine Zwangsernährung und gerade in diesem Fall hätte sowas tödlich für Neyla enden können, wenn der Magen vollgestopft worden wäre, aber keine Nahrung hätte mehr Weiterleiten können).
Ihre Atmung ist weiterhin noch sehr hektisch, aber da muss man wohl einfach noch etwas Geduld haben. Sollte es ein Infekt sein, dessen Erreger nicht durch Baytril bekämpft wurden und der vielleicht sowohl Magen als auch Lunge betroffen hätte (und nach einer solch stressigen und anstrengenden OP wie einer Kastration ist der Körper ja sehr geschwächt und fängt sich schneller etwas ein), so dauert es wohl ein paar Tage, bis sich die Atmung normalisiert.

Ich hoffe sehr, dass die Mausi nun wieder gesund wird, bitte drückt ihr weiterhin die Daumen!
Anfang der Woche fahren wir zum Entfernen der Klammern von der Kastrationswunde zu unserem Tierarzt und dann wird auch nochmal eine Röntgenkontrolle angefertigt, wie Magen und Lunge dann aussehen. Bis dahin verbessert sich Neylas Zustand hoffentlich noch etwas, so dass wir dieses Wochenende auch nicht nochmal in die Klinik oder so große Angst um sie haben müssen.
Es war für sie Stress genug und auch alle anderen Tiere waren in ziemlicher Panik – meine eigene Panik hat sie bestimmt in ihrer Panik nur noch bestätigt, aber so leicht ist das ja nicht abzustellen. Bachblüten gab es auf jeden Fall für Tier UND Mensch ;)

Zudem werde ich noch weiter recherchieren und auch unseren Tierarzt nochmal fragen, was genau die Ursache neben einem Infekt noch hätte sein können. Die Tierärzte gestern in der Klinik sagten, eventuell das Schlingen von Nahrung könne zu solch einem Ballen im Magen führen – aber warum sollte Neyla schlingen? Ich hatte sie mittags so wie immer ruhig futtern sehen und sie hat genug Nahrung und muss nicht schlingen… Die Zähne sind auch ok, aber zur Sicherheit soll unser Tierarzt Montag da nochmal nachsehen, nur mit dem Otoskop vorerst, zwar sieht man da ggf. nicht alles, aber da ich ein Zahnproblem für unwahrscheinlich halte, möchte ich Neyla nun keine Gasnarkose deshalb zumuten.
Ich könnte mir wirklich gut als Ursache einen Infekt vorstellen, sollte ich aber irgendeinen Fehler bei der Haltung und Fütterung gemacht haben, der sowas verursacht, so finde ich das raus und optimiere das! Auch wenn ich mir bisher keinen Grund vorstellen kann, was ich falsch machen könnte und ich mir sehr viel Mühe mit einer gesunden Haltung und Fütterung der Schweinchen gebe, möchte ich auch wirklich ausschließen können, dass ich schuld war/bin. Sowas soll nicht wieder passieren, wenn es das aber tut, dann weiß ich nun wenigstens, was ich zu tun habe…

Falls ihr euch mit dem Thema auskennt oder eine Idee habt, was genau die Ursache war oder was ich verbessern kann /falsch gemacht habe, bitte sagt Bescheid!
*Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt.
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Vio

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Antwort: "Ballen" im Magen und Atemprobleme - Ursache?
« Antwort 1 am: 11. November 2017, 14:42 Uhr »
Röntgenbilder:

1 - Donnerstag ca. 22 Uhr

2 - Kennzeichnung der Struktur im Magen

3 - Freitagmorgen ca. 8.30 Uhr, also etws mehr als 10 Std nach dem ersten Bild
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Antwort: "Ballen" im Magen und Atemprobleme - Ursache?
« Antwort 2 am: 11. November 2017, 14:45 Uhr »
Böhnchen-Bilder:

1 - in der Nacht zum Freitag

2- Freitagabend, in der Nacht zum Samstag jetzt waren sie dann noch zu klein und recht trocken aber von der Form wieder normaler

Ich hatte am Freitag den Eindruck, dass die Atmung zeitweise immer nochmal wieder schlechter wurde, nachdem Neyla etwas gegessen hatte.


Atemgeräusche in der Nacht zum Freitag mit hochfrequenter Atmung: https://www.youtube.com/watch?v=83VFei7ku48&feature=youtu.be (hört man nur leise, Lautstärke hoch drehen)
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Antwort: "Ballen" im Magen und Atemprobleme - Ursache?
« Antwort 3 am: 14. November 2017, 12:35 Uhr »
Wollte kurz berichten, unser TA sagt zu Neyla, dass das mit dem Magen vermutlich wegen der Hormonumstellung war und die Lunge sieht wohl bei extrem hektischer Atmung schon mal so aus, die Atemnot aber natürlich wegen des Magens. Er denkt eher nicht Fell, sondern Pflanzenmaterial, was nicht richtig verdaut wurde und sich zusammengeballt hat. Er fand Kontrollröntgen jetzt heute nicht nötig, Atmung ist unauffällig und sie hat keine Probleme mit der Verdauung mehr, isst gut und atmet auch zunehmend wieder langsamer und normaler. Ich hoffe, es bleibt nun alles gut :-)
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nicole111

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Antwort: "Ballen" im Magen und Atemprobleme - Ursache?
« Antwort 4 am: 14. November 2017, 18:45 Uhr »
Mein Gott, was für ein Horror!! Bin ich froh, dass ich es - mit guter Auflösung - erst jetzt gelesen habe...das ist ja ein Alptraum. Ich muss gestehen, ich blicke bei den ganzen TA-Verbindungen, die ihr habt, nicht durch  :peinlich:
Gelsenkirchen klingt ja jetzt rückblickend recht...unzureichend? Habt ihr Neyla da auch kastrieren lassen, oder wieso führte der erste Weg dahin?

Tapfere Neyla, gut gemacht. Und ich drücke die Daumen, dass sie die Kastra, das schlimme Erlebnis mit dem Bezoar und das AB-Durcheinander  :g: gut wegsteckt, aber da wird sie bei Dir ja optimal unterstützt. Ich bestell mal eine lange ruhige Phase für sie beim Universum ;)

 :fr: Bleibt tapfer  :fr:

Vio

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Antwort: "Ballen" im Magen und Atemprobleme - Ursache?
« Antwort 5 am: 14. November 2017, 23:12 Uhr »
Danke dir  :fr:

Also es ist so: Gelsenkirchen bei gutem Durchkommen 20-25 Min, Duisburg-Asterlagen sind es immer um die 45-50 min, meistens länger, weil da immer Stau ist, abends mal mehr, mal weniger.
Und da ist meistens doppelt so viel Wartezeit, meistens an die 2 Std und in der Klinik in GE ca. eine Std.
Alternativ noch Duisburg-Kaiserberg - da ist noch viel mehr Wartezeit und ebenfalls Fahrtzeit wie Asterlagen und dann gibts noch die Klinik in Recklinghausen mit ebenfalls 20-25 Min und NULLKOMMANULL Ahnung von Meerschweinchen.
In der Smartvet waren wir früher eigentlich zufrieden oft, haben aber sehr nachgelassen. Felina ist vor 2,5 Jahren da wegen einer falschen Behandlung bei der Behandlung kollabiert und gestorben... Seitdem bin ich da vorsichtig, allerdings dachte ich, bei Atemnot ist das schneller und Röntgenbilder werden sie lesen können, oder? Mh, falsch gedacht.
Eine Freundin war letztes Wochenende schon da mit einem kranken Schwein, was dann auch noch zu anderen Problemen Schwierigkeiten mit der Atmung bekam - längere Geschichte - und da hatte ich gesagt, sie soll unbedingt röntgen lassen. Haben sie ihr ausgeredet leider, man höre es: Lungenentzündung... Sonntag Abend ist sie in eine andere Klinik gefahren und der TA meinte, er höre es schon (hat nicht abgehört!), das Schwein habe die Lunge dicht, solle sie einschläfern lassen. Ich hab geraten, jetzt erst mal unbedingt zu röntgen.
Was war? Dicke Magenaufgasung... der TA hat Cortison gespritzt (hä?!) und sie nach Hause geschickt. Trotz Simeticon und Colosan ist das Tier in der Nacht dann verstorben.
Er war erst ein Jahr alt, vielleicht wäre er zu retten gewesen, wenn sie in der TK Gelsenkirchen schon gescheit behandelt hätten! Obwohl er da schon Baytril bekam, hatten sie es als Lungenentzündung abgetan und Retadron statt Baytril mitgegeben - also ähnlich wie bei Neyla.
Aus diesem Grund war ich auch sofort extrem skeptisch und bin froh, dass ich mich halbwegs auskenne und zumindest röntgen ließ. Dass der Ballen nicht erkannt wurde war schon echte -sorry - verdammte Scheiße und ich hab ihn heute auch gekennzeichnet auf dem Bild und eine Mail an die Klinik geschrieben, man möge das Bild doch bitte der TÄ zeigen und erklärt, was zu sehen ist und dass Neyla fast gestorben wäre, weil das nicht erkannt wurde...

Neyla wurde bei unserem HausTA Dr. Lazarz (auch in Duisburg, ca. 50-60 min Fahrt) kastriert und da würde ich auch am liebsten immer hin, aber bei Öffnungszeiten von 10-12 und 16-18 Uhr von Mo-Fr ist das nicht möglich, zumal er diese Woche Donnerstag und Freitag nicht da war.

Hoffe, nun ists dir klarer :D
Ja, das mit dem AB war nun natürlich alles Mist, aber Huminsäure etc. stehen schon bereit  :-)
hab ich fälscgl
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Antwort: "Ballen" im Magen und Atemprobleme - Ursache?
« Antwort 6 am: 26. Dezember 2017, 19:47 Uhr »
Neyla gefiel mir gestern schon den ganzen Tag nicht so recht, denn sie verhielt sich wie ein „normales“ Meerschweinchen. Das ist immer bei ihr etwas bedenklich, denn sie ist normal immer auf Tour und sehr aktiv und ruht nur selten, Schwester Janam ebenso. Ein normales Verhalten ist für sie unnormal.
Alle 2 Std sah ich deshalb nach ihr und kam mir wieder einmal ziemlich paranoid vor, denn alles schien ok, ihre Atmung auch, auf die habe ich ja nun immer einen Blick.
Um 19 Uhr war noch nichts zu bemerken und recht plötzlich ab 21 Uhr begann es dann ganz deutlich: Neyla zeigte extrem hektische Flankenatmung mit lauten Atemgeräuschen und sie hockte elend drein blickend in einer Ecke.

Es waren wieder exakt die gleichen Symptome wie der Magenaufgasung mit Futterballbildung Anfang November.
Gott sei Dank futterte Neyla ab und zu und vor allem ständig auch ihre Böhnchen, die wohl gerade in der Situation richtig und wichtig waren. Verdauung lief also auch.
Wir haben gleich mit Colosan reagiert und halbstündlich im Wechsel wie in November Simeticon (aus Lefax intens Kapseln) und Colosan gegeben. Zudem Novalgin und Nux vomica.
Ab 0 Uhr sah Neyla dann wieder besser aus und die Atemgeräusche verschwanden langsam. Ihre Augen waren wieder klar. Die Atmung besserte sich zwar immer mal wieder ein klein wenig, wurde dann aber wieder hektischer.

Hier sieht man sie im Video: https://youtu.be/Btm9gBnzTv0

Normal sind ja ca. 1-2 Atemzüge in der Sekunde beim Meerschweinchen, Neyla tätigt dann 3-4 Züge pro s.
Wir wollten die Nacht abwarten, da sie sonst wieder normal, aber natürlich noch ziemlich erschöpft wirkte. Beim letzten Mal hat es ja auch ca. 3 Tage gedauert, bis sich ihre Atmung langsam normalisiert hatte, dennoch machte es mir Sorgen, dass sie einfach so schnell atmete.
Deshalb habe ich sie zur Sicherheit nachts doch noch entwässert (man weiß ja nie – war aber wohl nicht nötig, eher aus meiner Angst heraus, denn die Lunge hörte sich recht frei an, aber ohne Röntgenbild keine Sicherheit) und sind dann eben doch heute Mittag in die Klinik nach Duisburg gefahren. Ich hätte es ihr gern erspart, aber wollte auch Gewissheit haben, was los ist.

Der Tierarzt stellte fest, was ich auch festgestellt hatte:
leichte Aufgasung im Darm vom Tastbefund her, Lunge frei.
Wir ließen röntgen und wieder kam im Magen ein Ball aus Fell und Futter zum Vorschein. Der Magen war aber kaum (mehr) aufgegast und der Ball auch nicht arg klar abgegrenzt. Da wir rechtzeitig reagiert hatten, haben wir hoffentlich das Schlimmste verhindert und es wurde gar nicht so bedrohlich wie beim ersten Mal im November.
Leider haben wir keine Ananas zuhause, wir kaufen ihr morgen welche und frieren dann auch welche ein, damit wir sie in Zukunft griffbereit haben.
Neyla futtert ab und zu und ihr Blick ist ganz klar, aber sie atmet immer noch extrem hektisch und ich hoffe, dass sich das nun auch bald wieder bessert. Natürlich ist sie immer noch sehr geschafft und ruht viel.

Da diese Probleme erst seit der Kastration sind und in ihren Zyklus passen, könnte ggf. ein Zusammenhang mit den hormonellen Veränderungen bestehen. Wir werden da nochmal Anfang Januar mit unserem Tierarzt drüber reden und es die Hormonregulation bei ihr auch nochmal naturheilkundlich in Angriff nehmen, damit sowas hoffentlich nicht mehr vorkommt. Ab Februar bin ich ja die Woche über leider auch nicht mehr zu Hause, aber sollte es wieder passieren, weiß Mama Bescheid und ich bin aus der Ferne auch ruhiger.

Bitte drückt doch Daumen, dass Neyla bald wieder ganz fit ist  :traurig: Ich bin immer noch wegen der Atmung sehr besorgt und warte auf das Röntgenbild, aber die TA Helferin hat es bestimmt vergessen zu schicken.


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Antwort: "Ballen" im Magen und Atemprobleme - Ursache?
« Antwort 7 am: 28. Dezember 2017, 15:58 Uhr »
Heute Morgen das Röntgenbild bekommen und gleich als ich beim TA war meinem TA gezeigt.
Er war völlig fasziniert, das hätten sie ja so selten und dann auch wieder beim gleichen Schwein.
Ja, gaaanz toll  :nein2:  :traurig:

Er ist auch ein bisschen ratlos, warum das passiert, könnte immer noch von den Hormonen kommen...
Neyla ist soweit gut drauf, redet wieder viel und ist aktiver, atmet aber immer noch zu schnell. Hoffentlich normalisiert es sich in den nächsten Tagen dann.
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« Antwort 8 am: 05. Januar 2018, 13:50 Uhr »
Ich habe Kot von Neyla untersuchen lassen, 3 Tage gesammelt plus frischer Probe: keine Parasiten.
Das hatte ich so erwartet, wollte aber auf Nummer sicher gehen.

Vor ein paar Tagen hat Neyla gehumpelt und hatte kurz eine rechtsseitige Aufgasung. Mit Colosan und Simeticon war die flott wieder weg - ich dachte erst, das Humpeln wäre durch die Aufgasung, auch wenn sie nicht so schlimm war, aber sie hatte sich vertreten und konnte das linke Vorderfüßchen kaum bis nicht belasten. Durch Stress/Schock/Schmerz oder was auch immer vielleicht die Aufgasung.
Am nächsten Tag hat sie noch gehumpelt, danach war dann aber wieder alles gut. Da sie ja immer jedes Hindernis überspringen muss, hat sie sich ggf. einfach vertreten, die Pfote war nur minimal dicker und wärmer als die andere.

Seit dem letzten Bezoar bzw. den Tagen danach gehts wieder bergauf mit ihrem Gewicht, was sie nach dem ersten nicht mehr erreicht hatte. Ihre Atmung finde ich einen Ticken zu schnell noch, ist aber ggf. bei ihr auch einfach so, das weiß ich nicht. Eine Art Köttelkette kam aber nicht mehr, immer nur normale und gute Böhnchen.
Sie ist sonst sehr gut drauf und aktiv und fröhlich und ich werte das alles als gutes Zeichen und hoffe, sowas kommt nun einfach nie wieder...
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