Autor Thema: "Super-Seuchen" bzw. Verlust einiger Tiere einer Gruppe durch Parasiten  (Gelesen 10422 mal)

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Smoky

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Wie ihr euch denken könnt, habe ich auch eine "Meinung" dazu  :-)

Einer Erkrankung, egal welcher Art, geht meist eine psychische Belastung voraus.
Ob Mensch oder Tier, spielt keine Rolle.

Haut ist ein "Kontaktorgan", also kann sie bei Problemen im Kontakt Symptome zeigen.

Wenn eine ganze MS-Gruppe betroffen ist, oder auch ein Tier nach dem anderen - kann die Ursache auch sozusagen am Besitzer liegen (auch wenn für mich niemals irgendwer "schuld" ist an irgendwas)

Oder eben Stress in der Gruppe, Todesfall etc.

Etwas beobachte ich oft in der Behandlung: die Tiere sind krank, und dem Besitzer geht es - insbesondere psychisch - auch nicht gut.

Andere - ob Mensch oder Tier - sind auch der "Spiegel" von uns selbst

Meine Carrie hat nach mehreren Mitteln, die ihre Psyche stabilisiert haben, UND eine Änderung bei mir selber jedenfalls wieder Fell bekommen und der Juckreiz ist verschwunden ("Grabmilbenbefall")
ohne Chemie  :winke:
Liebe Grüße
Tina

Böckchenliebhaberin

niki+

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Smoky, da bin ich natürlich ganz bei dir, dass Krankheit (Körper) und Psyche untrennbar sind.
Dass Meerschweinchen MEINE psyche spiegeln, konnte ich bis jetzt nicht sehen. Also dass sie krank werden wenn es mir schlecht geht. Da sind sie viel zu sehr durch ihre Gruppe stabilisiert, als dass eine Depression von mir oder meines Mannes sie da tangieren würde. Vielleicht hat es auch mit der Tierart zu tun. bei Hunden spielt die psychische Verfassung des Frauchens sicher eine große Rolle, da sie ja auf uns Menschen, auf das Leittier fixiert sind. Da kann ich mir das Tier als Spiegel vorstellen, oder bei Pferden oder (bedingt bei) Katzen. bei meinen Meeris ist es zumindest so, dass so lange sie ihren Raum, ihr Futter, ihren Rhythmus, ihre interessanten Dinge, die es gemeinsam zu entdecken und besprechen gibt, haben, es ihnen gut geht. Ich habe ein sehr schwere Zeit hinter mir und die Meeris blieben alle gesund.  :frage: Wir hatten sie auch für 10 Tage mitgenommen in eine andere Wohnung, dort gab es ein großes Ersatzgehege und eine menge Mais und Zweige und Wiese und sie haben die Reise ohne Probleme verkraftet, eben weil sie gerade viel Stabilität von innen heraus haben. oder haben sie die Stabilität, weil meine family auch gerade so zusammengeschweisst ist  :frage: (da könnte deine theorie bezügl. meeris als spiegel wieder stimmen....)

dass aber meine schoko sterben musste...was hat das dann gespiegelt? oder war es das omen...(einige hier wissen wofür... :wein:)

Murx Pickwick

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Je mehr man seine Tiere ihrer Art bestimmt leben läßt und nicht zu sehr in ihre sozialen Systeme eingreift, desto weniger spiegeln sie die Befindlichkeiten des Menschen ... es gibt jedoch Menschen, die sehr eng mit ihren Tieren zusammenleben, fast schon in die soziale Einheit ihrer Tiergruppen gehören - und da hilft dann nicht mal mehr bei Meerschweinchen ne stabile Gruppenkonstellation, da können die Meerschweinchen Spiegel des Menschen werden ... dabei müssen das nicht unbedingt Krankheiten sein, die da sichtbar werden, sondern es kann sich auch um untypisches Verhalten einzelner Tiere handeln.
Allerdings ist das meist eine eher ungesunde Haltungskonstellation, wenn Meerschweinchen eine gesunde Gruppenstruktur aufbauen konnten, sind sie vergleichsweise wenig empfänglich für menschliches Befinden (was allerdings einzelne Meerschweinchen keinesfalls von abhält, zum Menschen zum "Trösten" zu kommen, wenn es diesem schlecht geht).

Bei den Nagern sind es vor allem Chinchillas und teilweise auch Ratten, die das Befinden ihrer Menschen stark spiegeln ... sei es durch Krankheiten, sei es über das Verhalten, das ist dann wieder individuell unterschiedlich.

Beim Menschen ist inzwischen statistisch nachweisbar, daß es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Psyche und Erkrankungen gibt - beispielsweise erkranken mißhandelte Kinder deutlich häufiger ... und das nicht nur an Erkältung oder so, sondern auch an Krebs, Diabetes mellitus I + II, diverse mehr oder weniger gefährliche Darmerkrankungen usw usf.
Viele Erkrankungen sind untrennbar mit der Psyche verkoppelt, wie Morbus Crohn, Collitis ulcerosa, Adipositas, Neurodermitis und viele weitere Erkrankungen. Bei mißhandelten Kindern tauchen sogar extrem schmerzhafte Gelenkschmerzen auf, die keine medizinische Ursache zu haben scheinen ... einfach durch die Hormonänderungen, die mit den Schäden durch die Mißhandlung einhergehen.
Da davon auszugehen, daß die Psyche bei Läusebefall keine Rolle spielt, erscheint mir doch ein wenig unwahrscheinlich - auch da wird die Psyche eine große Rolle spielen, aber eben auch, wie nah ein Kind dem andern kommt. Heißt also, wer sich neben dem Läusekind umkleidet, wird eher die Läuse auch mit abbekommen, wie ein Kind, was sich weit weg vom Läusekind umkleidet. Das heißt, das ausgerechnet die Freunde des Läusekinds mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die ersten Läuse abbekommen ... die kommen halt dem Läusekind naturgemäß näher.

Beim Menschen sind es hauptsächlich soziale Probleme, die krankheitsauslösend werden können - Umzüge oder ähnliches verkraftet der Mensch als ursprünglich wandernde Art sehr gut.
Aber das Rausreißen aus einer funktionierenden Gemeinschaft verkraftet ein Mensch nur sehr schwer - wer also aus seiner alten Heimat rauszieht, wo er sich wohl fühlte, und die Kontakte nicht weiter pflegt, wird ein höheres Risiko haben, an was auch immer zu erkranken ... vor allem, wenn er in der neuen Heimat nicht sofort wieder ein soziales, funktionierendes Netz aufbauen kann.
Eine funktionierende Gemeinschaft ist für den Menschen überlebenswichtig ... das haben wir mit Meerschweinchen gemeinsam.

Jetzt wird Smokey bestimmt wieder sagen: Hab ichs nicht schon immer gesagt? *g*
Läuse lassen sich tatsächlich homöopathisch behandeln, die fühlen sich offenbar nur auf Menschen so richtig wohl, die im Ungleichgewicht sind. Ist das Gleichgewicht wieder hergestellt, suchen sie sich ne neue Bleibe ...
Ne richtige Erklärung kann ich allerdings zu diesem Phänomeen nicht geben, geht eher auf die Beobachtungen einiger Heilpraktiker und auch meiner eigenen Beobachtungen zurück.
Dabei ist es nicht die homöopathische Behandlung gegen Läuse, die hilft, sondern eben die homöopathische Behandlung nach dem Individuum Mensch, es sind also sehr unterschiedliche Mittel, die da helfen ...

niki+

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Wenn es eine psychische Disposition für Läuse gibt dann muss es doch auch möglich sein sich neben einen Läusekind umzuziehen und keine Läuse zu bekommen wenn Kontakt oder Trennung gerade kein Thema sind. Bei Zeckenbefall habe ich dies zumindest schon erlebt. Nach einer Wanderung in einem Zeckengebiet haben nicht alle gleich viel Zecken. Manche gar keine manche immer einige. auch bei derselben Person ist manchmal das Blut attraktiver für Zecken manchmal weniger attraktiv. in diesem Sommer hatte z.b. ich immer wieder Zecken obwohl sonst normalerweise mein Mann das Lieblingsopfer ist. So wie Zecken nur gerne an bestimmten Menschen saugen müssen doch theoretisch dies auch Läuse tun. Vielleicht riechen auch diese eine bestimmte Blutzusammensetzung als Folge einer psychischen Konstellation die sie anzieht. Interessant bei Läusen ist außerdem dass ich dann immer extrem viel Kontakt zu dem befallenen Kind habe durch das Lausen. die Läuse lösen sozusagen durch ihre Anwesenheit den Kontaktverlust . Sie helfen sozusagen bei der Lösung des sozialen problems. :g:

nicole111

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Nochmal kurz zu den Kokzidien & Baycox, mit denen ja rückblickend ein grosser Lernprozess, aber leider auch das Ende meines Meerschweinchenhalterlebens begann....

Dass nach den hier gelebten Prinizipien gefütterte Schweine besser und auch ohne dieses Medikament mit Kokz. klarkommen, und auch schon genug Pflanzenwissen haben, um sich selbst zu helfen, das denk ich auf jeden Fall. Aber wenn´s richtig kracht, bei hochgradigem Befall oder derber Symptomatik würd ich´s nicht generell verteufeln und gar nicht mehr anwenden, obwohl meine drei damals WIRKLICH mies darauf reagiert haben und fast sofort das Fressen einstellten oder zumindest stark reduzierten, woraufhin ich damals sofort Hardcore-päppelte, was wie ich jetzt weiss wieder ganz andere Folgen nach sich zieht...ich hab damals viel nachgelesen, wie so oft sind sich die TÄ uneins, was die korrekte Dosierung betrifft, da findet man alles was an Intervallen so machbar ist (3-3-3, 3-5-3...uswusf.), Dosierungen von 0,2ml/kgKG oder das Doppelte...bis hin zu einer TA (sehr bekannt, aber ich hab den Namen vergessen), die eine höhere Dosierung, und die dafür nur einmalig empfiehlt.

Wir sollten meine ich 3-3-3, nach der extremen Reaktion hab ich aber nach dem ersten Mal schon gestreikt, das hätten die Mäuse glaube ich wirklich nicht überlebt...Lt TA-Logik hätte das der verschiedenen Entwicklungsstadien wegen gar nicht klappen dürfen, tat es aber, also die Kokzidien zumindest, die waren einige Wochen später nicht mehr nachweisbar.

Ich hab halt den Eindruck, dass sich die TÄ nicht wirklich austauschen, sondern jeder eine Schiene fährt, die seinem oder ihrem vagen Eindruck nach halt am besten zu klappen scheint, statt die verschiedenen Empfehlungen mal unter einen geprüften Hut zu bringen, und in ein paar Jahren kommt sowieso wieder was tolles neues, mit dem es dann von vorne losgeht..durch die falsche Dosierung entstehen dann viele Horrorverläufe durch die Behandlung, und das Vertrauen in das Medikament ist natürlich im Eimer, obwohl es vielleicht bei richtiger Dosierung gut anschlagen und sich nicht so übel auswirken würde...ich vermisse es nicht, dem nicht mehr direkt ausgeliefert zu sein...

Smoky

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zu niki+

Ich sehe das so: wenn man sich sozusagen in der Schwingung eines Arzneimittels befindet, dass eben Läuse, Zecken, Mückenstiche oder Bisswunden oder - egal was, ist austauschbar - , also dieses "Symptom" hat, sprich: das Arzneimittel bräuchte, dann wird man gebissen, hat eine oder mehrere Zecken etc.

Wenn man das Mittel eingenommen hat, bzw nicht in der Schwingung ist, passiert das eben nicht.

Deswegen sind manche betroffen, manche eben nicht.
Eigentlich ganz einfach  :winke:


Zu der Geschichte, wie  oder ob Tiere auf die Probleme ihrer Besitzer reagieren, habe ich bisher beobachtet: oft passiert das auch nicht, das ist meist so, wenn die Tiere irgendwie z.B. als Kinderersatz (gemütsmäßig) gesehen werden (auch unbewußt, d.h. der Besitzer sieht es nicht selber!)
Wenn die Tiere einfach nur Tiere sind, und auch als solche gesehen werden, gibt es sehr selten "Wechselwirkungen" sag ich mal.

Allerdings kann es auch Seelen (und damit Tiere) geben, die sich genau diesen Besitzer sozusagen "aussuchen", damit dieser sich durch den Kontakt, das Erleben mit diesem Tier bestimmte Dinge im Leben lernen kann, Dinge im Leben ändern kann etc

Manchmal stellt sich einem doch die Frage: warum hat gerade dieses Tier den Weg zu mir gefunden?


Habe ich mich einigermaßen verständlich ausgedrückt?
Mir ist diese Denkweise so geläufig, dass ich nicht weiß, ob ich es so einfach ohne alles andere an Hintergrundwissen in ein paar Sätzen rüberbringen konnte  :frage:



Und NIEMALS werde ich behaupten, dass die Ursache immer so einfach zu finden ist
Manchmal hat auch Tierkomunikation geholfen, um auf des Rätsels Lösung zu kommen.

Was ich sicher glaube: wenn einem sehr viele Tiere sterben, sollte man es mal mit intensivem Beschäftigen mit dem Thema Tod" versuchen.
Dann kann es aufhören, nach einiger Zeit. Da spiegelt sich dann wider: kann ich jetzt wirklich mit dem Thema umgehen, oder bin ich noch unsicher?

Der Tod ist leider ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft, aber nun mal unvermeidbar. :winke:
Liebe Grüße
Tina

Böckchenliebhaberin

niki+

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das sehe ich auch so, tina. und bezügl. schokos tod war dieser leider wirklich eine "ankündigung" für die darauf folgenden schwersten 9 monate meines lebens, wo der tod ganz komprimiert und intensiv in mein leben getreten ist. was schokos tod auch angekündigt hat ist, dass wir einfluss auf den tod haben, selbst wenn er vor der tür steht. ich habe sie immer gebeten zu warten bis ich meine wissenschaftliche arbeit fertig geschrieben habe - und sie ist nach meinem letzten satz zusammengebrochen, dieses liebe sonderschweinchen. so war das mit den menschen auch die ich verloren habe....

Hugomero

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aus mehr oder weniger aktuellem Anlass habe ich einige der Zeilen von Murx Antwort hier eingefügt.- bei einem meiner Schweinchen (Chillie ) wurde in einer Kotprobe ein ganz leichter Giardienbefall nachgewiesen ; ich muss dazu sagen, daß ich das extra mit testen lassen wollte, weil es wohl nicht zum Standardprogramm gehört- allerdings zeigt meine Süße keine Beschwerden, ausser eine leichte Blähung...Zähne sind i.o, Urin auch, und ich wollte eine evtl. Ursache finden. Keine Gewichtsabnahme, übel riechende Köttel (vielleicht etwas klein, aber sie wiegt auch nur 1030 Gramm) . Vor einigen Wochen habe ich ihr angemerkt, daß sie Schmerzen hat (Augen groß , Kopf zur Wand), nach 2 Tagen Novalgin wurde es besser.

Die TÄ möchte gerne nochmal eine Probe an ein Labor schicken, weil es gestern nur der Schnelltest war- aber was mach ich dann ? Es fühlt sich falsch an, alle mit Chemiekeule zu behandeln, alles zu desinfizieren, ich fühle mich aber auch nicht grob fahrlässig mit meiner Meinung- trotzdem will ich natürlich , daß es Chillie gut geht , weil ständiges Bauchweh ist bestimmt auch nicht schön . (frische Kräuter, auch Oregeno hab ich im Prinzip ständig hier , aber das schmeckt ihr nicht so gut, sie mag lieber Basilikum und Nadelgehölze)

Die letzte VG war im August, da war Chillie von dem Neuzugang ziemlich genervt, hat sich aber schnell beruhigt....

...hier Zitate aus Murx Text...

Gegenversuch:
Nun gehe man mal dahin und untersuche die Meerschweinchen, die abwechslungsreich mit Wiese, Wegrand und Gehölz einschließlich Efeu gehalten werden - selbst wenn Heu komplett fehlt, wird man keine seuchenartigen Krankheiten a la Kokzidiose finden!
Selbst Giardien lassen sich zwar im Kot nachweisen - nicht aber Krankheitssymptome!
hmm ...

Muß ich noch weiter ausführen?`


Behandelt hab ich kein einziges meiner Tiere ... erst recht nicht auf Darmparasiten.

Ähnliche Ergebnisse hatte ich auch mit Darmwürmern und dem Genuß von Farnen ... direkt nach Genuß von Farn waren Würmer nachweisbar, nach zwei Wochen waren keine Darmwürmer und deren Eier mehr in der Kotprobe nachweisbar.



Ich hatte auch versucht zu behandeln ... oder besser gesagt, behandeln zu lassen. Den behandelten Tieren ging es ausnahmslos schlechter, wie den Tieren, die nicht mit AB behandelt wurden. Nur Chloramphenicol drängte die Yersinien zurück - allerdings nicht dauerhaft, in späteren Kotkontrollen waren wieder Yersinien nachweisbar, mehr sogar, wie in der Kontrollgruppe.
Nach Umzug und nachdem die Kaninchen absolut frei rumlaufen durften und nachts bisweilen draußen schliefen, waren nie wieder Yersinien nachweisbar gewesen, trotzdem ich mehrfach danach hab suchen lassen.





 
Susi mit Yuki, Enya ,Rosie, Frou–Frou ,Abby und Berly

Murx Pickwick

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Nadelgehölz und Rinde sind ja nun auch Mittel der Wahl ... Rinde (zumindest bei Chinchillas) wäre von Weide, Schwarzerle und Walnuß am Sinnvollsten, Chinchillas fressen nur bei nachweisbaren Giardien im Kot Walnußzweige, sonst scheinbar nicht.
(Gut, daß hier keine Chinchillahalter im Forum sind, sonst würde garantiert wieder ein Chinchilla mit bei sein, was Walnuß aus Genußgründen knabbert  :haha:)

Nadelgehölz ist generell die richtige Wahl im Winter ... hier werden sowohl ätherische Öle über die Nadeln, als auch Gerbstoffe über die Rinde und vieles mehr aufgenommen, was bei Darmproblemen genutzt werden kann.

Ganz wichtig - Gräser, und hier haben wir im Winter leider nur wenig Möglichkeiten. Zitronengras wird oft von Meerschweinchen erst gar nicht angerührt, Bambus ist nicht immer leicht zu beschaffen, momentan ist zwar der Winter in den meisten Gegenden von Deutschland mild genug, daß man noch ein paar Hände voll Wiese sammeln kann, aber die ist naturgemäß im Winterschlaf und deshalb in einer für Meerschweinchen zu schlechten Qualität, so daß Wiese nun oft gar nicht mehr gefressen wird.
Gerade bei Darmproblemen können hier deshalb Ziergräser abhilfe schaffen ... gerade die groß werdenden Gräser können ausprobiert werden.

Was auch wichtig ist - Bewegung ... gerade wenn nur wenige Quadratmeter zur Verfügung stehen, ist das immens wichtig, die Meerschweinchen notfalls zu scheuchen, damit sie in Bewegung bleiben und somit die schmerzhafte Luft schneller nach draußen transportiert werden kann.

Dann - Überprüfung und Optimierung des Gesundheitsnapfes: Wacholderbeeren, Kümmel, Schwarzkümmel, Kreuzkümmel, Fenchelkörner, Aniskörner, Zimtrinde und getrockneter Ingwer wären hier einen Versuch wert.
Es gibt noch einige Tees, die auf Rinden basieren: Lapacho, Eichenrindentee, Pappelrinde, Berberitzenrinde und -wurzel und sowas ... aufgrund des hohen Gerbstoffgehaltes wäre auch schwarzer Tee ein Versuch. Einfach die möglichst wenig zerkleinerte Teegrundlage trocken in einen Napf packen und schauen, was passiert. Als aufgebrühten Tee gehen sie allerdings nur für Menschen, für Meerschweinchen ist der Wirkstoffgehalt dann zu gering.

Ich selbst hab sehr oft Kotproben abgegeben - egal was drin war, ich hab nur selten behandelt (bei den Yersinien hab ichs versucht beispielsweise, aber das war irgendwie ein Reinfall mit der Behandlung), die Kotproben hatten mir vielmehr gezeigt, wann ich beispielsweise meine Tiere dem VG-Streß aussetzen kann, wann nicht (wobei das für Meerschweinchen nicht ausschlaggebend ist, für Meerschweinchen ist eine schnelle VG immer besser, bei Kaninchen dagegen kann eine zu frühe VG zu seuchenartigen Ausbrüchen diverser Krankheiten führen, die nicht nur die Neuankömmlinge bekommen - deshalb hatte ich vor Kaninchen-VGs gewartet, bis keine Kokzidien und Co nachweisbar waren.)

Es mag sein, daß eine "natürliche" Behandlung scheinbar länger dauert, bis die sichtbaren Symptome weg sind, aber die Chance, daß selbst chronische Darmerkrankungen abheilen, ist deutlich höher, als wenn man mit den üblichen Verdächtigen an die Sache rangeht ... dies führt nämlich oft nur zur Sympomunterdrückung, die Symptome kommen jedoch wieder.
Überhaupt ist in 80% der Fälle nur nötig, eine möglichst abwechslungsreiche Gesundheitsapotheke bereitzustellen und dafür zu sorgen, daß artgemäßes Futter und eine artgemäße Unterbringung gewährleistet ist. Dann können sich die Tiere selbst heilen - es ist nur relativ selten, daß man tatsächlich in welcher Art und Weise auch immer eingreifen muß.

Hugomero

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Danke Murx, das bestärkt im Prinzip mein Gefühl- auch wenn es manchmal (wie beim Stichwort Päppeln ) schwer ist, durchzuhalten. Und diese Einstellung darf man leider auch nicht überall offen äußern, weil man schnell als verantwortungslos hingestellt wird. Wacholderbeeren hab ich heute gekauft, Chillie rennt zum Glück auch oft durch das Zimmer und sitzt nicht nur im Eck. Ein wenig Seggen habe ich noch am Balkon, auch Binsen, das schmeckt ihr (und den anderen auch ).

An Nadelgehölz komme ich zum Glück ausreichend ran, Walnußbaum "kenne" ich keinen in der Umgebung, aber ich habe Walnußblätter, die im Winter auch mit im Angebot sind.

Ich denke auch, daß ich mir im Moment für eine Laboruntersuchung sparen kann- ich möchte ja doch keine Chemie einsetzen, und dann will ich es vielleicht gar nicht so genau wissen.
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Vio

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Ich würde es auch so halten, Hugomero. Du hältst die Tiere toll und sie haben alles zum gesund werden da.. Wenn Probleme schlimmer werden sollten, kannst du ja dann noch ins Labor schicken und nochmal schauen lassen genau.
*Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt.
Aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.*

Liebe Grüße von Vio und der Schweinebande :mms: