Autor Thema: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?  (Gelesen 3551 mal)

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Gurkenschnäuzchen

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Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« am: 21. Juni 2020, 08:56 Uhr »
Hallo,
Ich bin neu hier und brauche leider gleich Rat.
Bitte nehmt euch die Zeit und lest euch unsere Geschichte durch, auch wenn es viel Text geworden ist. Euer Schwarmwissen ist jetzt meine letzte Hoffnung.  :traurig2:

Es geht um meinen 3jährigen Finn, um den ich letzten Herbst nach einer Niereninfektion lange kämpfen musste. Meine TA hat sich damals sehr viel Mühe gegeben und seitdem war ich der Meinung, endlich einen erfahrenen TA gefunden zu haben, der ich vertrauen kann. Ich schreibe das hier extra dazu, weil es einer der Gründe ist, weshalb ich so sehr an Allem (auch an mir selber) zweifle. Aber Eins nach dem Anderen:

Finn hatte nie Zahnprobleme, nicht vorher und auch nicht nach seiner Krankheit letztes Jahr, in der er lange nur von Päppelbrei leben musste. Gegen Pfingsten fing jetzt alles ganz plötzlich an. Seine Geschichte habe ich schon früh für mich dokumentiert. Jetzt schreibe ich zusammen, was mir wichtig erscheint, damit ihr besser versteht, was mein Problem ist.

Vor ca. 4 Wochen:
Ich hatte einen abgebrochenen Schneidezahn entdeckt.
Finn bettelt, wirkt fit. Ich wiege trotzdem mal nach: ca. 880g. Das war schon mal mehr.
Ich wiege täglich: Aber er nimmt weiter ab.
Er frisst auch  sehr wenig und nur sehr ausgesuchte Sachen.
TA-Termin wird gemacht: Leider durch Termin-Knappheit erst Ende der Woche möglich…
Ich päpple… Finn wehrt sich… er baut weiter ab…
Ich höre Atemgeräusche… sind aber zeitweise auch weg – besonders nachdem er mal gehustet hat.

1. TA-Besuch:
Finn frisst noch selber Grünzeug, wenn auch wenig.
Päppeln läuft inzwischen gut und freiwillig. Wir liegen jetzt trotzdem bei ca. 800g.
In der Praxis erfahre ich, dass meine Ärztin nicht da ist und ich nur zu der anderen in der Praxis kann. Ich habe bei neuen Ärzten immer ein schlechtes Gefühl, aber okay.
Atemgeräusche sind angeblich nicht schlimm. Er frisst halt zu schnell.
Front ist viel zu lang. Front wird ohne Narkose (!) gekürzt. Ich war dagegen, aber sie hat mir glaubhaft versichert, dass man das bei so einem kurzen Schnitt durchaus machen kann. Sie hofft, dass im Backenbereich nichts ist und wir um die Narkose herumkommen, da er schwach wirkt.
Schmerzmittel (Metacam für Katzen) bekomme ich nur auf eigenes Drängen mit. Ich kann es 1x am Tag geben, wenn ich denn wirklich meine.
Ich habe ein ungutes Gefühl bei der Ärztin obwohl sie wirklich sehr nett war und sich auch Zeit für Fragen genommen hat.

Nächster Tag:
Es geht Finn schlechter. Er frisst jetzt gar nichts mehr selbstständig. Oder besser: Er scheint es plötzlich nicht mehr zu können! Front wirkt zu kurz und stumpf… Ich bin da wirklich kein Profi, aber es sah halt irgendwie falsch aus. Nach jeder Breiportion verschluckt er sich. Dabei dreht der den Kopf auch so seltsam nach unten. Atemgeräusche deutlicher zu hören…
Gewicht geht weiter runter.

2 Tage später (Sonntag und Feiertag mussten wir rum bringen) wieder TA (Vertretung):
Atemgeräusche angeblich immer noch nicht schlimm. (Leider waren die wirklich kaum zu hören, als ich dort war.)
Finn wird jetzt doch in Narkose gelegt. Er wird geröntgt und die Backenzähne werden gerichtet. Es war kaum etwas zu schleifen, da sie eher zu kurz seien (???). Allerdings wachsen die Zähne falsch herum, was derzeit aber noch nicht schlimm ist. Habe die Bilder gesehen und gegen das, was ich teilweise im Internet dazu gefunden habe, sah es wirklich noch nach Anfangsstadium aus. Abszess oder etwas in der Art hat er nicht. Finn sollte jetzt laut TA aber wirklich wieder fressen können.

Finn frisst nicht!
Inzwischen ist da auch kein Interesse mehr. Ich sehe, dass es ihm schlecht geht.
Päppeln klappt weiterhin problemlos. Trotzdem nähert er sich den 750g. Ich gebe weiter Metacam.
Ich gebe ihm ein paar Tage in der Hoffnung, dass er sich nach der Zahn-OP erst erholen muss, aber es wird nicht besser. Es kommt ein Pensivorfall dazu, den ich nicht selber wieder rein bekomme.

Also wieder zum TA:
Endlich ist meine Ärztin wieder da!
Unter herum hat er eine kleine Entzündung, die sie versorgt und das Ganze wieder an Ort und Stelle rückt. Wir schauen die Röntgenbilder nochmal gemeinsam an. Sie sagt das Selbe wie die andere TA: Anfangsstadium. Wir werden vielleicht irgendwann Probleme bekommen, aber jetzt noch nicht. Atemgeräusche hört sie nicht (Schwein war wirklich wieder still…)
Allerdings wüsste ich ja, dass das Kiefergelenk ausgerenkt war, was sie von der anderen TA gesagt bekommen hat. Auf dem Bild sieht man es nicht… (Hä! WAS? NEIN! Das hat mir NIEMAND gesagt!!!)
Mein Bauchgefühl schreit zum ersten Mal, dass die andere TA vielleicht bei der Behandlung ohne Narkose etwas kaputt gemacht hat (??? – zur Erinnerung: Seitdem frisst er nichts mehr!). Sie bewegt das Kiefer, meint aber, dass alles damit soweit okay sei.

Gewicht liegt inzwischen bei ca. 725g.
Wir machen weiter wie gehabt und inzwischen sind wir ein eingespieltes Team.
Gewicht geht rauf auf 755g, pendelt sich dann bei 745g ein. Ich habe Hoffnung.
Ein paar Tage später ist unten herum wieder alles draußen und geschwollen noch dazu.
Gewicht sinkt wieder. Atemgeräusche unverändert da.

Wieder zu meiner TA:
Unten herum hat er eine Wasserblase, die punktiert und ausgedrückt wird. Entzündet ist er da auch wieder. Sie hört jetzt auch die Atemgeräusche und ich werde damit endlich ernst genommen. Er bekommt eine Infusion, von der ich leider nicht mehr genau weiß, was das war. Da Finn langsam der ganze Stress anzumerken ist beschließen wir auf weitere Untersuchungen vorerst zu verzichten und es erst mal mit Antibiotikum zu versuchen.

Eine Woche vergeht:
Wir hatten Matschköttel, wir hatten Verstopfung… Ich arbeite mit Rodicare akut dagegen und die Köttel werden normal.
Entzündung geht weg. Atemgeräusche gehen weg.
Ich habe endlich wieder ein aktiveres Schweinchen.
Futterinteresse kehrt zurück. Es wird dran gezerrt und das mit Kraft! Aber er bekommt trotzdem irgendwie nichts rein. Ich stiftle, ich rasple.. ich versuch ihm was hinter die Schneidezähne zu schieben… das will er dann aber auch nicht…
Inzwischen knirscht es im Mäulchen ganz stark.
Ein Stück Wassermelone und das Innere einer Gurke geht von selber rein, was ein riesen Fortschritt ist.
Bei genauem Hinsehen erkenne ich aber, dass die Schneidezähne nicht mehr wie vorher wachsen, sondern aufeinander und die oberen gekrümmt nach innen gehen.

Also wieder zu meiner TA zur Zahn-OP: Das war jetzt vor einer halben Woche.
Ich hatte große Hoffnung, dass wir jetzt nur noch das schaffen müssen und er dann wirklich wieder zu fressen anfängt.

ABER:
Als die TA mich nach dem Schliff dazu holt ist Finn noch halb betäubt. Der Anblick hat mir echt zugesetzt. Aber sie will mir zeigen, was sie gemacht hat. Zähne sind jetzt absichtlich zu kurz, weil wir sonst in 2 Tagen wieder da stehen. (Und wie soll er da jetzt fressen ???). Es verwundert sie, dass er mit seiner Fehlstellung vorher noch nie Probleme gehabt hat (Es gab vorher keine Fehlstellung!)

Und dann der eigentliche Schock:
Ich soll über ein Erlösen nachdenken, weil das Kiefer hakt. Sie hat die Kieferbewegungen an Finn gezeigt, der sogar dabei aufgeschrien hat. Vielleicht lag es an der Narkose. Vielleicht bin ich zu empfindlich, aber ich fand es furchtbar.
Links rechts soll gehen. Hoch runter geht es nicht ganz auf bzw. wieder zu.
Es fiel der Satz: Nach oben und unten hakt es… moment… jetzt geht es besser…(! Ja schön… klingt für mich jetzt aber auch nicht wie eine gut überlegte Diagnose, oder?)
Mitten in dieser Diagnose klingelt bei ihr das Telefon. So wurde ich mit Finn nochmal ins Wartezimmer geschickt, damit er da aufwachen kann.

Da saß ich jetzt mit dieser Diagnose aus heiterem Himmel, sehe auf ein taumelndes Tierchen, das gerade noch vor Schmerzen geschrien hat, weil sie so grob zu ihm war und versuche das alles irgendwie in den Kopf zu bekommen.
Ich hatte schon mal ein Zahnschwein mit grausigem Ausgang, weil ich damals definitiv an den falschen TA geraten bin. Daher auch mein Misstrauen.
Mir war aber auch so bewusst, dass es böse enden kann.
Trotzdem, es ging aufwärts und ich habe darauf vertraut, dass sie hin bekommt, was die erste TA nicht geschafft hat.
Ich stand völlig neben mir.
Danach hat sie mich nochmal rein geholt und mir viel erklärt. Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern. Die Grundaussage war aber:
Mit dem Kiefer wird er nicht mehr selber fressen, da ihm die Kraft zum Kauen fehlt. In der Zeit würden die Zähne wachsen, er müsste wieder geschliffen werden, dann kann er wieder nicht fressen usw…
Wie lange ich mir das Päppeln antun wolle...

Und nun weiß ich einfach nicht mehr, was ich denken soll. Ihr glaubt nicht, wie viel ich seit dem recherchiert habe! Aber es gab sie, die Schweinchen, die totgesagt wurden und überlebt haben. Da er erst mal versorgt ist, wollte ich das alles erst mal sacken lassen.

Ich beobachte jetzt viel und fühle mich trotzdem schuldig, weil ich vielleicht zu viel hoffe und in sein Verhalten rein interpretiere. Ich kann hier nur schreiben, was ich sehe:
Ihm geht es täglich besser. Ja, die ersten 2 Tage nach dem Schliff war es schwierig mit Päppeln. Aber jetzt macht er wieder super mit. Er hat Phasen in denen er relativ normal wirkt, aber auch Phasen, in denen er geplustert in der Ecke steht. Ob mit oder ohne Metacam macht keinen Unterschied.

Ich frage mich, wieso um alles in der Welt soll er plötzlich nie wieder fressen können, wenn er doch am Tag davor noch mit Kraft versucht hat etwas abzubeißen? Schätzt die TA die Lage falsch ein? Sie scheint das nicht-fressen-wollen sehr auf die Zähne bezogen zu haben.
Sie war ja nicht von Anfang an dabei und kann sich nur auf die Akten stützen.

Jedes Mal, wenn ich beim TA war und gesagt habe, dass er noch immer nicht selber frisst, waren die Gründe meiner Meinung nach sein Kranksein, das einfach lange ignoriert wurde.
Mit den Zähnen fing alles an, weil ich versagt habe und es nicht frühzeitig erkannt habe.
Dann sind die Zähne nach gewachsen und er konnte wieder nicht fressen. Aber das Antibiotikum hat angeschlagen. Er wirkt jetzt viel gesünder.
Jetzt ist die Front aber wieder zu kurz. Er kann nichts nehmen, obwohl er es ständig versucht!
Selbst am selben Tag hat er noch gierig Futter gesucht, was lange nicht so der Fall war. Hätte die Länge gepasst, nehme ich an, dass er schon wieder fressen würde. Er bettelt nach Leckerlis. Er rennt zum Heu wenn ich frisch nachfülle, kann aber nichts greifen. Aber er kaut den Brei hörbar und auch schnell – allerdings nur aus der Spritze. Schüssel mag er nicht.

Vor Kurzem noch hätte ich meiner TA alles geglaubt und ihren Rat akzeptiert, aber jetzt zweifle ich an ihrer Aussage. Ich versuche auch mein Herz da raus zu halten und komme trotzdem zum selben Ergebnis:
Wenn ich ihn jetzt erlöse, erlöse ich einen Kämpfer, der so viel überstanden hat.
Wenn ich mich aber irre, leidet er unnötige Tage oder gar Wochen.

Ich mach das Päppeln und die Zahn-OPs auch weiter mit, wenn er nur eine realistische Chance auf Genesung hat.
Kann sein Gelenk nicht einfach überdehnt sein? Ich habe ihn auch einmal so richtig herzhaft gähnen sehen. Dann hat er doch Kraft im Kiefer und kann es auch bewegen?!
Tut es ihm vielleicht nur weh und braucht mehr Zeit zum heilen? Wir haben kein Röntgenbild, das etwas Schlimmeres beweisen würde. Vielleicht lasse ich auch nochmal röntgen, aber ich will jetzt erst mal, dass er zur Ruhe kommen kann. Die letzten Wochen waren für uns beide unheimlich anstrengend. Medizinisch gibt es keinen Anlass für noch mehr Stress.

Ich habe jetzt mehrmals gelesen, dass Metacam für Katzen, so wie ich es geben soll, 1x täglich evtl. zu wenig ist? Genaue Dosis will ich jetzt nicht einfach schreiben.
Weiß nicht, ob das hier erlaubt ist.
Wie viel dürfte ich ihm denn geben, um mal zu testen, wie er mit mehr zurecht käme?
Hat jemand vielleicht Ähnliches mit seinem Schweinchen erlebt und hat noch Tipps?
Kann ich irgendwie seine Kaumuskulatur trainieren?
Was kann ich tun, um ihn trotz seiner Situation zum Fressen zu bewegen oder zumindest den Zahnabrieb zu fördern, damit die Backenzähne nicht hoch wachsen bis die Front lang genug ist?

Dann ist da aber noch das Gewicht und das war gerade jetzt, wo ich diesen Text nochmal überarbeite ein echter Tiefschlag. Gestern hat er mehr Brei gefressen als jemals zuvor. Dennoch hat er heute früh 20g abgenommen und liegt jetzt bei traurigen 697g.
Ich habe sämtliche Breirezepte ausprobiert, die ich finden konnte. Ich füttere täglich um die 70 - 80ml (Herbicare + Babybrei + Schmelzflocken). Zu wenig sollte er da ja nicht haben?
Gibt es bessere Alternativen?
Dafür sind die Köttel zahlreich und geradezu perfekt, nach so langem hin und her. Auch an der Gurke hat er grad ganz vorsichtig genagt.

Oder klammere ich mich hier an eine Hoffnung, die es gar nicht gibt?
Das Urteil meiner TA steht im Raum.
Was denkt ihr darüber? Wie würdet ihr handeln?

Achja, und wer sich das alles jetzt tatsächlich durchgelesen hat, dem danke ich von ganzem Herzen. So sehr ich versucht habe hier abzukürzen. Es wurde einfach nicht weniger Text.  :dank:

Hugomero

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Antwort: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« Antwort 1 am: 21. Juni 2020, 09:26 Uhr »
ich habe bei jedem Satz gedacht- das kann ich so gut nachvollziehen, und habe so oft von sowas gelesen - auf die Tierarzt Odysee mag ich gar nicht eingehen, wir müssen jetzt versuchen es zu analysieren und rational angehen, was möglich wäre- wenn der Kiefer wirklich ausgerenkt ist , sind es höllische Schmerzen, ich hab das bei einer Bekannten miterlebt, da blieb leider nur die Erlösung - ich selbst hatte bei einem Schweinchen dank Maulspreitzer einen Riss im Oberkiefer- hatten ebenfalls keine Chance; aber was mir bei Finn einfällt: hast Du die Röntgenbilder bekommen, kannst Du auch gerne hier einstellen, das klingt zusätzlich noch nach einer Aufgasung, oft weiß man nie, kommt das Zahnproblem wegen der Aufgasung, oder ist noch was anderes der Grund (ich hatte auch schon Tiere mit Herzproblemen- was sehr häufig vorkommt, die wenigsten TÄ am Schirm haben oder glauben), bzw wurden die Organe bei ihm geschallt (hatte auch schon Nierenzysten, Magentumore) heißt es muss nicht immer der Zahn das Hauptproblem sein...und es wäre wichtig, ob zb Zahnwurzeln in den Kiefer durchgebrochen sind. Metacam soll 24 std wirken, es gibt auch Erfahrungen, dass die Tiere besser auf 2x pro Tag reagieren, oft wird die Dosis auch zu niedrig angegeben, beim Katzen Metacam kann man auf 1 ml gehen...
das mal vorab, im Lauf des Tages fällt uns bestimmt mehr ein

@ Vio, habe Gurkenschnipleren per PN angeschrieben zwecks evtl noch TA Austausch

ach ja, früh haben sie meist etwas weniger, 20 Gramm sind einmal pullern, aber wenn die Tendenz immer nach unten geht, läuten bei Dir zu Recht die Alarmglocken, man soll pro Mahlzeit ca 20 ml (gingen auch bis zu 30) geben, wir geben bei Aufgasung bzw nicht fressen immer auch Colosan- kennst Du das ? Schmeckt eklig ist aber super
Susi mit Yuki, Enya ,Rosie, Frou–Frou ,Abby und Berly

Gurkenschnäuzchen

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Antwort: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« Antwort 2 am: 21. Juni 2020, 09:44 Uhr »
Hi, die Röntgenbilder habe ich leider nicht bekommen.
Ich bin mir aber sehr sicher, dass noch nichts durch das Kiefer gebrochen war, als sie gemacht wurden. Hier muss ich positiv erwähnen, dass ich wirklich lange mit beiden TAs reden konnte.
Was das angeht sind wir ganz am Anfang. Ich hab auch von beiden unabhängig gehört, dass die Zähne eigentlich super aussehen.
Beim ersten Schliff war es nur eine Spitze, beim zweiten war aber die Zunge hinten etwas eingeschränkt wurde mir gesagt. Ansonsten war das Hauptproblem nur der doofe Schneidezahn. Der sieht für mich jetzt nach dem 2. Schliff aber auch wieder so aus, wie ein Schneidezahn eben aussehen sollte.

Aufgasung… ja… das hab ich in meinem Bericht ganz vergessen.
Also hier wurde mir bis auf den allerletzten TA-Besuch gesagt, dass er keine Aufgasungen hätte. Ich gebe zu jedem Päppeln Dimeticon dazu. Colosan kenne ich leider nicht. Der Name kommt mir aber bekannt vor. Ist das eigentlich für Menschen? Ist das besser? Kann ich das in der Apotheke kaufen?

Pro Mahlzeit füttere ich bisher immer 18ml. Das ist so der Punkt an dem er dann freiwillig nicht mehr mag. Ich kann hier natürlich mal ein wenig erhöhen. Dass ich das Gewicht mit meiner Menge nicht mehr halten kann geht jetzt seit ca. 1 Woche so. Ich wiege täglich um die gleiche Zeit vor dem ersten Päppeln.
Kurzfristig war er mal auf 755g oben. Aber da hatten wir gerade den Übergang von Durchfall zurück zu normal. Daher nehme ich mal an, da hat sich einfach mal was gestaut und dann raus.
Gestern ging es auch mal um 15g hoch. Dafür eben heute wieder runter, was mich gerade echt fertig macht. Gestern hat er so besonders brav mitgemacht und heute wirkt er eigentlich auch gesündern. Das ist echt frustrierend und traurig alles.

Das Herz ist zumindest laut Abhören kräftig.

Und klar, wenn das Kiefer kaputt ist, ist es vorbei. Aber würde ich nicht doch irgendwie merken, wenn er so extreme Schmerzen hätte?


Noch ein Nachtrag von mir:
Ich habe Finn jetzt seit heute Morgen genau im Auge und ich kann es drehen und wenden wie ich will:
Dieses Schwein verdient eine Chance!
Ich kann zusehen wie es ihm besser geht!
Äuglein sind klar und wach, Fell schön glänzend. Lacht mich aus, aber seine 'Aura' stimmt einfach. Ich hoffe ihr wisst, wie ich das meine g.
Er schläft viel, okay. Aber in den Wachphasen läuft er munter herum und sucht Futter. Er kaut gaaaanz langsam etwas Löwenzahn. Auch ganz wenig Melone hat er gekaut.
Gerade hat er seinen ersten Blinddarmköttel zu fressen versucht.
Ging nicht rein... okay... hab ihn dann unter den Brei gematscht und mit der Spritze gegeben.  :roll:
Außerdem habe ich jetzt mal den normalen Brei durch Science Selective - Leckerlibrei ersetzt. Wollte mal sehen, wie er mit grober Struktur zurecht kommt und das geht gut.
Er kaut, er schluckt...

Ist das Ernährungstechnisch grad okay oder seht ihr da Probleme?
Evtl. Alternativen?
Achja, hab ihm heute früh aber auch nochmal Metacam gegeben, obwohl er es gestern Abend erst hatte
Das kann doch nicht das Ende sein!  :frag:

Vio

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Antwort: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« Antwort 3 am: 21. Juni 2020, 15:32 Uhr »
Ich hab leider nicht viel Zeit (wie immer), daher kann ich nur kurz antworten:

-Frontzähe schleifen in Narkose ist völlig in Ordnung. Ich bin sehr kritisch, ohne Narkose kommt mir keine an die Backenzähne, aber vorne ist das nicht nötig und auch nicht sinnvoll, da wäre es für mich übertrieben. Insofern sollte das okay gewesen sein :-)

-der Kiefer vom Meerschweinchen ist ein Schlittengelenk, der geht nur nach rechts und nach links in der Bewegung und sie können ihn auf machen zum Futter nehmen, aber in der Bewegung nach oben oder nach unten kauen sie so nicht. Also nicht wie wir. Ich frag mich, was die Tä da getestet hat...
Soweit ich weiß ist ein ausgerenktes Kiefer Gelenk irreparabel und dann können sie so gut wie nichts essen, das wird auch mit einem Schliff nicht besser. Ist meist eher eine Verlegenheitsdiagnose beim TA, wenn die Zahnprobleme nicht besser werden und man es nicht richtig erklären kann.

-gut, dass ein Antibiotikum gegeben wurde. Das hätte eigentlich so wie Du die Symptome schilderst schon früher passieren müssen bzw hätte viel früher auf Ursachenforschung gegangen werden müssen seitens der Tä: Zahnprobleme kommen nicht einfach so, die haben einen Grund.
Deine Sorge wegen der Atemprobleme hätte viel ernster genommen werden müssen! Nicht selten ist eine Entzündung der Lunge oder ein Herz Problem Ursache für die Zahnprobleme.
Man kann Herz Probleme nicht zuverlässig hören, auch schwere nicht. Hab ich schon oft gehabt, dass mir gesagt wurde, warum ich einen Herzultraschall wolle, hört sich doch alles super an. Im Herzultraschall war das Herz massiv auffällig, das Tier war dann trotz Herzmedis Wenige Wochen später tot...
Viele Herz Probleme äußern sich nicht unbedingt in Ödemen etc, sondern auch mal untypisch. Zb drückt das Herz wenn es zu groß ist oft Luft-und Speiseröhre hoch, Was sie beim futtern beeinflusst und dann bekommen sie zb unter Umständen Zahnprobleme. Auch werden so Entzündungen begünstigt, Einmal an den Zähnen, aber auch in der Lunge durch das Herz Problem.
Wenn das Antibiotikum also geholfen hat aber es immer noch nicht gut ist, ist ein Herz Problem dennoch nicht auszuschließen.

Was hier einfach leider nicht erfolgt ist, ist - wie in der Regel der Fall, traurig aber wahr - eine vernünftige Diagnostik.
Gibt es auch Röntgenbilder des Körpers?
Das wäre jetzt da erste, was ich machen lassen würde: röntgen des Körpers komplett von oben und von der Seite. Als nächstes einen Schall der Organe und wenn das Herz im Röntgenbild auffällig ist einen Herzultraschall. Ein Röntgenbild kann Hinweise darauf liefern, ob das Herz okay ist, aber wenn es krank aussieht, muss man im Herzultraschall prüfen lassen, ob das so ist und was da ist.
Zahnprobleme kommen nicht immer einfach so oder durch ein Problem am Kiefer, oft sind sie ein Resultat, weil es woanders hakt. Das sind dann auch die Fälle, wo eine Zahnsanierung oder/und ein Antibiotikum nicht ausreichen, dass es den Tieren wieder gut geht.
Immer vorausgesetzt, es ist wirklich sonst nichts am Kiefer "kaputt" wie retrograde Zahnverlagerung oder sowas. Dann ist es auch schwierig.

Wenn du magst, lass dir doch die Röntgenbilder vom Tierarzt schicken und zeig sie uns mal. Du kannst mir auch gern die Bilder dann per WhatsApp oder Mail schicken falls einfacher, schick mir dann gern eine PN, solltest du wollen.

Wurde mal der Urin gecheckt mit einem Stick?
Welches Antibiotikum hat er bekommen, ich nehme Enrofloxacin an?
Wie viel Schmerzmittel bekommt er? vom Katzenmetacam können sie bis zu 2x tgl 1,5 ml bekommen pro kg.
Oft wirkt es nicht oder macht keinen Unterschied, weil es einfach Unterdosiert wird. Viele Tierärzte wissen nicht, wie viel man geben kann nach oben, obwohl das gut untersucht ist in Studien.
Ich hab daher lieber Hunde Metacam, davon muss man nicht so viel geben, aber das bekommt man ja leider nicht mehr oft. Frag beim nächsten Ta Besuch doch auch nach dem Schmerzmittel Carprofen, Name rimadyl oder carnidryl. Es wirkt bei manchen Schweinchen deutlich besser als Metacam (meloxicam). Hier sitzt zb ein Mädchen was auf Metacam gar nicht Abspricht in Bezug auf Arthrose Schmerzen, aber sie kommt mit Carprofen sehr gut zurecht :-)

Meistens wird das Metacam eben Unterdosiert, daher schreib ruhig gern die Dosierung. Auch braucht es oft noch Novalgin dabei, wenn ein Zahnproblem vorliegt. Hast du das oder könntest es vielleicht dann beim TA mitbekommen beim nächsten Mal?

Für den Darm würde ich auch Colosan (schau Mal in der Suchfunktion für Infos darüber😊) und Simeticon empfehlen, Rodicare akut ist ja hauptsächlich Speiseöl und in der Wirkung nicht mit Colosan zu vergleichen. Ich könnte mir vorstellen, dass sein Magen bei der ganzen Geschichte auch eh etwas aufgegast ist (kann man nicht fühlen, sieht man nur auf Röntgenbildern) und würde simeticon aus Klosterfrau Kapseln vom DM und Colosan zur Sicherheit dazu geben.
Ebenfalls würde ich ihn mit Brei unterstützen, am besten selbst was mixen aus Gemüse und für den Geschmack etwas vom Päppelbreipulver dazu :-)

Ich würde es so machen: so viel Brei geben, wie er mag. Schmerzmittel erhöhen bis an die obere Grenze für sein Gewicht, gegen Aufgasung simeticon und Colosan geben, auf dein Gefühl hören und beim TA auf vernünftige Diagnostik drängen.

Es ist ganz wichtig, dass wir auf unser Bauchgefühl hören! Und gerade weil du ihn so liebst, bin ich sicher, du würdest ihn gehen lassen, würde er sich sehr quälen. Dass wir weiter machen und kämpfen hat nicht unbedingt mit falscher liebe zu tun oder mit nicht gehen lassen können: unser Bauchgefühl ist der beste Ratgeber und sagt uns oft, ob da noch eine Chance ist oder ob das Schwein es nicht auch einfach verdient, dass man um es kämpft und alles versucht, einfach weil es noch kann und kämpfen will.
Egal, was Tä sagen, höre auf dein Bauchgefühl! Du kennst dein Tier am besten und ja, es gibt sie, diese Wunder. Ich berate viel und erlebe sie fast tgl...
Es lohnt sich, dafür zu kämpfen, solange das Schweinchen will und kann und man nicht genau weiß, was ihm überhaupt fehlt.

Es ist Klasse, dass die Zähne nicht ohne Narkose korrigiert wurden und es überhaupt Bilder vom Kiefer gibt, aber mir reicht das persönlich nicht aus an Diagnostik, vor allem, weil ja noch was nicht zu stimmen scheint. Daher wäre das jetzt mein Ansatz. Da leider viele Tä auf Röntgenbildern Dinge übersehen, schau ich immer lieber selbst nochmal drauf, daher unbedingt immer abfotografieren oder schicken lassen, falls du möchtest, dass wir hier auch nochmal drauf schauen.
Ich bin halt Laie und sehe auch leider nicht alles, aber mittlerweile immerhin vieles :-)

Gut wäre halt wirklich ein guter Ta. Es klingt nicht unbedingt arg schlecht, was du Berichtest, nur halt nicht genau genug in der Diagnostik und ich finde, wichtig ist, dass du Vertrauen hast beim Handwerk (also zb dass der Schliff stimmt) und dass der TA auch zuhört und macht, was du gerne hättest.

Ich drücke in jedem Fall die Daumen :-)
Du machst es meiner Meinung nach richtig, wenn du auf dein Gefühl hörst und dran bleibst und die Medis Optimierst - und eben wäre etwas Ursachenforschung in meinen Augen ganz gut, um ausschließen zu können, dass ein zusätzliches oder ursächliches Problem übersehen wurde, an dem man jetzt noch arbeiten könnte, dass es ihm wieder besser geht :-)

*Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt.
Aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.*

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Vio

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Antwort: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« Antwort 4 am: 21. Juni 2020, 15:42 Uhr »
Nachtragen muss ich noch:

Hoffe, ich hab alles richtig erfasst, ich schwinge hier immer zwischen kranker Oma versorgen, Tiere versorgen, Arbeit erledigen.
Verstehe ich das denn richtig, dass er jetzt nach dem Schleifen eher schlechter kaut oder versucht, als vorher?
Wenn die Schneidezähne zu kurz sind, kann das jetzt natürlich die Ursache dafür sein...
Warum sind alle zu kurz geschliffen worden und nicht nur der entsprechende Zahn und die anderen wurden normal in der Länge geschliffen, so dass er greifen kann?
Was macht er mit Gemüse Streifen, kann er die nehmen? Was ist mit Gras oder Heu?
Wichtig wäre halt jetzt auch erst mal, dass er mit den Backenzähnen gut kauen kann und der Schliff da stimmt.
Es gibt auch Tä, die richten mehr Schaden an, als dass sie helfen mit ihrem Schliff. Wie ist da dein Eindruck?
Wenn vorne ein Zahn nicht in Ordnung ist, kann sich das auf den ganzen Kiefer auswirken, ich hab hier einen Jungen, der hat durch ein Problem im Kiefer im Bereich eines unteren Schneidzahn wohl solche Probleme mit den Nerven, dass das Auge auf der gleichen Seite in Mitleidenschaft gerät. Wird der Zahn entlastet durch einen Entlastungsschliff, beruhigt sich oben das Auge wieder.
Im Zweifel müssen solche Zähne gezogen werden, wenn ein Schliff und ein Antibiotikum nicht helfen.
Wie fühlt sich denn sein Kiefer an, sind da Knubbel oder Asymmetrien?
Wenn du seinen Kiefer bzw Oberkiefer und Unterkiefer gegeneinander schiebst, geht das oder hakt es und wenn es geht, gibt es ein schönes feines Schleifgeräusch?

Ich würde es nun im Zweifel so vorschlagen: geh zum TA, falls noch nicht Geschehen lass den Körper in den zwei Ebenen röntgen, eine Infusion geben , auch Vitamine vielleicht spritzen lassen? Oder Vitamin B12 vielleicht auch zusätzlich geben und dann kannst du uns die Bilder zeigen und ja auch mit dem TA besprechen.
Wenn es schon Bilder gibt kannst du sie bestimmt bekommen und uns so zeigen. Die Kiefer Bilder würde ich auch gern sehen, auch wenn ich da kein Experte bin und manchmal sieht auch etwas komisch aus dort, es ist aber nichts, im Zweifel ist immer ein CT besser.
Und dann schauen wir weiter, was Sinn macht?

Wie frisst er denn, wenn du ihm Brei gibst? Wie sehen da seine Kau Bewegungen aus? Kann er hinten kauen oder ist das Problem echt vorne, dass er nicht abbeissen kann? Bilder von den Schneidezahn Problemen und Videos, wie er kaut, wären toll, wenn du hast :-)

15:49 Uhr: bin jetzt fertig mit dem edit und Nachtrag😁🙈
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Narnia

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Antwort: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« Antwort 5 am: 21. Juni 2020, 18:00 Uhr »
Vio hat viel, viel mehr Erfahrung als ich. Ich will nur ein paar Sachen ergänzen, die mir eingefallen sind oder die als Erläuterung nützlich sein könnten.

Dimeticon ist ähnlich wie Simeticon ein Entschäumer. Vio hat statt dessen ein Produkt ohne Zucker vorgeschlagen. Zucker kann die Darmprobleme natürlich verstärken und sollte daher vermieden werden. Hier sind die Beipackzettel verlinkt:

Andere Produkte mit Simeticon enthalten auch oft Zucker und bzw. oder künstliche Zusätze.

Das Klosterfrau-Produkt verwendet man, indem man mit einer Spritze mit Nadel die Flüssigkeit aus einer Kapsel zieht und z.B. alle vier Stunden gibt.

Damit möchte ich den nächsten Punkt ansprechen: Du schreibst, dass Du 70-80 ml am Tag und ca. 18 ml pro Mahlzeit fütterst. Das würde bedeuten, dass Du "nur" 4 oder 5 mal am Tag päppelst. Ich schreibe das "nur" in Anführungsstrichen, weil dass natürlich schon ein großer Aufwand ist und man ggf. wegen Berufstätigkeit auch garnicht durchgängig päppeln kann. Ich lesen von anderen Leuten, dass sie alle 2-3 Stunden päppeln, teils sogar auch in der Nacht -  und bei manchen auch kleinere Mengen jeweils. Das macht auch Sinn, da die Schweinchen ja rund um die Uhr immer wieder kleinere Mahlzeiten fressen. Kann es sein, dass hier auch eine Ursache für die Abnahme liegt?

Zum Röntgenbild: Müsste man darauf nicht sehen, wenn der Kiefer schon vor der Behandlung ausgerenkt war? Ich würde es mir auf jeden Fall geben lassen. Auch Zwecks Vergleich mit neuen Bildern.

Vio

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Antwort: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« Antwort 6 am: 21. Juni 2020, 18:27 Uhr »
Danke, Narnia :-)
Ist super, dass du das noch so erklärst oder ansprichst, ich hab leider so wenig Zeit und kann es nicht immer so im Detail schreiben.
es ist überhaupt nicht wichtig, wer wie viel Erfahrung hat, finde ich, ich übersehe auch manchmal was oder weiß noch was nicht oder sehe etwas falsch.
Ich bin immer froh, wenn jemand mitdenkt und sich Gedanken macht und hinterfragt :bravo:
Und gern auch immer schreiben, wenn ihr anderer Meinung seid, konstruktive Diskussionen bringen oft viel und jeder kann mal falsch liegen oder sich vertun oder was übersehen 😊👍🏻
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Gurkenschnäuzchen

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Antwort: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« Antwort 7 am: 21. Juni 2020, 19:14 Uhr »
Danke Vio, dass du dir die Zeit genommen hast so ausführlich zu antworten. Ich weiß ja selbst wie das ist, wenn man viel Stress hat!

Und auch dir Narnia, vielen Dank! Die Erklärungen helfen mir sehr weiter! Ich bin da wirklich noch totaler Laie, was Medis angeht  :aug:

Stimmt, ich füttere nicht im 2-3 Stunden Rhythmus. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das einfach nicht schaffe. Ich arbeite tatsächlich noch Vollzeit und tue mein Bestes, um das alles irgendwie unter einen Hut zu bekommen.
Ich habe aber wenigstens das Glück, dass ich derzeit in Home-Office bin und somit trotzdem halbwegs regelmäßig päppeln kann.

Die Zeiten haben sich bei mir aber auch so eingependelt, weil ich mich mehr oder weniger auf Finn eingestellt habe. Wenn er da steht und was will, bin ich zur Stelle. Manchmal bekommt er auch öfter und nicht so viel. Aber meistens läuft es halt auf die genannten Werte raus.
Alle 2 Stunden habe ich auch mal versucht, aber da streikt er dann auch.
Es wundert mich halt, dass er über lange Zeit verlässlich sein Gewicht damit halten konnte.
Klar gab es Ausreißer und gerade am Anfang hat er viel Gewicht verloren, weil wir halt beide erst mal einen Weg für uns finden mussten. Aber dann konnte ich schon nach meiner Päppeltabelle annehmen, was am nächsten Tag auf der Waage steht. Das war heute halt überhaupt nicht so…

Ich versuche jetzt mal auf Vio einzugehen, so gut ich kann. Falls ich irgendwas vergessen sollte, einfach nochmal nachhaken. Absicht war das dann nicht  :peinlich:

Ich bin schon mal sehr erleichtert, dass gegen ein narkoseloses Frontschleifen grundsätzlich nichts einzuwenden ist. Dennoch bleibe ich dabei, dass da was schief gelaufen ist, denn vorher hatte er definitiv keine Kieferprobleme. Im Nachhinein ist die Ursache jetzt aber ja auch egal und leider nicht mehr zu ändern.

Was du da zur Kieferbewegung schreibst, finde ich interessant. Genau diese Schlittenbewegung hat sie mir auch gezeigt und da meinte sie, dass das gut geht. Die TA hat das getestet indem sie halt Ober- und Unterkiefer genommen und entsprechend bewegt hat. Finn war ja noch halb in Narkose. Ich fand es trotzdem grob. Oder ich war einfach schon zu aufgewühlt. Dann hat sie das Mäulchen auf- und zugeklappt und meinte, das ginge streng – zumindest kurz, denn dann ging es ja auch wieder. Zum Kauen meinte sie halt, dass ihm die Kraft zum Zermahlen der Nahrung fehlen würde. Zu wenig Druck usw.

Von dauerhaften Zahnproblemen war, wenn ich nochmal drüber nachdenke, bis zuletzt nicht die Rede (Irgendwann ja, aber eben noch nicht). Es ging immer hauptsächlich nur um die Schneidezähne und die Backenzähne wurden dann halt auf meinen Wunsch hin nochmal angeschaut und gleich mitgemacht.
Beim ersten Mal zur Sicherheit, beim zweiten Mal wars nötig. Eine retrograde Zahnveranlagung hat er ja leider schon. Das musste ich zwar erst mal googeln aber genau das meint man doch, wenn die Zähne falsch herum wachsen, richtig?
Dazu gab es das Röntgenbild (@Narnia Man sieht da laut TA nichts ausgerenktes. Sie sagt, das kommt vor ?). Bisher bricht nichts durch den Kiefer. Es gibt keine Entzündungen und auch keine Abszesse. Er hätte nur grundsätzlich diese Veranlagung auf die ich mich in Zukunft gefasst machen muss. Das wurde mir von beiden TAs unabhängig voneinander erklärt. Ich werde mal sehen, ob ich noch an das Bild komme. So etwas gleich  abzufotografieren werde ich mir für die Zukunft merken!

Sonst gibt es keine aktuellen Aufnahmen von ihm. Letzten September wurde der Rest des Körpers geröntgt. Da gab es nichts Auffälliges. Es hatte ja da schon mal eine Phase, wo es ihm schlecht ging. Damals haben wir ihn auch meines Empfindens nach auf den Kopf gestellt. Blut, Urin, röntgen… Seine Nierenwerte waren da ganz schlecht. Da hatte ich eher den Eindruck, dass ich ihn erlösen lassen müsste. Aber nein, mein kleiner Kämpfer hat es geschafft. Wir haben ihn dann mit Antibiotika wieder fit bekommen und die Werte waren wieder gut. Damals hatte er auch einen Penisvorfall. Weiß ja nicht, ob das irgendwie von Bedeutung ist…

Den Namen des Antibiotikums hab ich zwar gerade vor mir liegen, aber so wirklich lesen kann ich es nicht. Es wurde mir abgefüllt mitgegeben und jetzt habe ich halt nur eine handschriftliche Etikettierung. Gibt es sowas wie Omniflox oder so ähnlich? Davon hatte er jedenfalls über 8 Tage 2x täglich 0,15m. Ist das Zeug, das man gut verdünnen muss. Das hatten wir damals auch bekommen.
Dazu wurde mir Metacam für Katzen in der Dosierung 6 Tropfen am Tag empfohlen.

Danke für die Medi-Tipps. Das werde ich mir mal alles notieren und mich später mal näher damit beschäftigen. Hab heute leider auch nicht mehr so viel Zeit.
Und ebenso danke für deinen Zuspruch, dass mein Bauchgefühl zählt. Das gibt mir zumindest Mut meinen Kurs weiter zu verfolgen. Ich will ja wirklich nur das Beste für Finn.
Mich hat einfach diese TA-Sache so extrem verunsichert und emotional mitgenommen. Eigentlich hat zumindest meine TA schon viel Ahnung. Zumindest mehr als die anderen Ärzte, denen ich bisher so begegnet bin.
Meinen Sam (Vielleicht erzähl ich irgendwann mal von diesem ganz besonderen Schwein) hat sie mehr als einmal gerettet.
Was die weitere Diagnostik angeht so hat sie mir auch gesagt, was wir noch alles machen können. Blutuntersuchung und nochmal röntgen wären auch ihre nächsten Schritte gewesen, falls ich das noch machen will. Sie vertritt aber auch den Standpunkt, dass man ein Tier nicht unnötig mehr stresst als erforderlich. Von daher hatten wir eigentlich beide gesagt, dass es jetzt vorläufig erst mal gut ist, da die Diagnose nichts mehr am Zustand ändert.

Bitte nicht falsch verstehen! Ich würde nie aus Kosten oder Aufwand oder sonst was auf eine Untersuchung verzichten, wenn ich damit etwas erreichen kann!
Wenn wir aber nochmal auf mein Bauchgefühl zu sprechen kommen, so hat sich für mich eigentlich ein Bild ergeben bei dem meine Hauptsorge tatsächlich jetzt auf seinem Kiefer liegt. Sonst scheint er gesundheitlich mit jedem Tag besser drauf zu sein.
Ich bin mir nämlich fast sicher, dass Finn allen voran eine Pause von diesen ständigen TA-Besuchen braucht. Er war schon immer ein extremes Sensibelchen. Ich musste ihn nach dem Penisvorfall unten herum eincremen. Da war ich wirklich vorsichtig. Trotzdem war das für ihn so schlimm, dass er in totale Angststarre verfallen ist und für den Rest des Tages keinen Brei mehr von mir genommen hat. Er hat einfach still gehalten und alles ist wieder raus gelaufen.
Als ich dann beim zweiten Vorfall vorsorglich cremen wollte, musste er das Zeug nur riechen und schon war er wieder so! Es hat mich Einiges an Mühe gekostet, um sein Vertrauen nur wegen so einer Kleinigkeit wieder zu gewinnen.

Was ich eigentlich sagen will ist, dass ich deine Vorschläge mit einem weiteren TA-Besuch und den Untersuchungen sehr schätze und definitiv darüber nachdenken werde. Allerdings würde ich ihm gerne noch ein paar Tage lassen und hoffen, dass er wieder entspannter wird. Ich sehe ja jetzt schon, dass ihm das Wochenende gut getan hat. Nicht dass dann die nächste Stress-Futterverweigerungs-Welle anrollt. Ich hab ihn lieb, aber manchmal dreh ich durch mit diesem Schwein.   :roll:

Was deine Frage zum Fressverhalten angeht:
Also für mich kaut er normal, wenn er denn mal was drin hat. Deshalb hab ich auch den Brei etwas dicker angerührt. Vielleicht kaut er etwas langsamer. Ich kann das gerne morgen mal filmen. Wenn er die Spritze ins Mäulchen nimmt hebt er auch den Kopf und macht es etwas auf. Wie gesagt, er gähnt ja auch! Vorne geht aber wirklich nichts. Da fehlt einfach die Möglichkeit etwas zu greifen. Um da mal ein Foto zu machen muss ich mir aber einen Helfer schnappen. Bekommen wir die nächsten Tage bestimmt hin g.

Und nebenbei: Gerade sitzt er wieder am Heu und versucht es vergeblich ‚seufz‘. Gras, Kräuter, Gemüsestifte gehen auch nicht. Das müsste dann ja auch ganz tief nach hinten, oder? Nicht, dass er mir erstickt, falls es nicht geht?
Auf deine Fragen zu den Zähnen möchte ich jetzt nochmal eingehen. Hab es erst gelesen,  nachdem mein Text schon fertig war :-D

Ja, seit dem Schleifen kaut er nicht nur schlechter, sondern danach lange gar nicht mehr!
Allerdings seit dem ERSTEN Schneidezahnschleifen bei TA1 (Backenzähne waren ja ein extra Termin). Danach sah der Zahn für mich falsch aus. Zu kurz, zu stumpf… ich muss das echt mal aufmalen. Vielleicht gehört es sich ja auch so, aber da war ich halt mit meinem Vertrauen schon im Keller. Laut TA1 war im Backenbereich dann nur ganz wenig zu korrigieren. Die Zähne seien schön und eben ‚eher zu kurz‘. Was auch immer ich mir darunter vorstellen soll…

Dann war er krank und wollte nicht fressen.
Schneidezähne sind komplett falsch nachgewachsen.

TA2 hat jetzt eben nachkorrigiert. Sie hat vor Jahren mal ein anderes Meeri von mir gemacht und da lief alles super. Danach musste mein Sam nie mehr die Zähne gemacht bekommen.
Bei Finn sieht es jetzt eigentlich auch gut aus, soweit ich das halt beurteilen kann. Nur wurde die Front zu kurz gemacht, weil er durch das Nicht-Fressen ja sonst gleich wieder auf der Matte steht und es ja darum ging ihm mal Ruhe zu gönnen. Ich hab das aber nicht so angeschafft! Hinten gab es dieses Mal eine angehende Brücke, die ihn minimal die Zungenbewegung eingeschränkt hat. Ansonsten soll er da jetzt schon fressen können.

Sein Kiefer taste ich mal beim nächsten Füttern ab und schreib dann nochmal. Muss mal schauen, ob ich das mit dem Schieben hin bekomme. Will ihm ja nichts kaputt machen oder ihm weh tun.






Hugomero

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Antwort: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« Antwort 8 am: 21. Juni 2020, 19:31 Uhr »
theoretisch könnte es bei der Zahnkorrektur schon sein, dass was verletzt wurde - viele TÄ nehmen trotzdem auch für Vorderzähne den Maulspreitzer und das kann weh tun, es kann auch eine Wunde im Maul sein, die sehr schmerzhaft ist, hier hilft manchmal den Brei mit Salbeitee anzurühren- und ich würde mit dem Schmerzmittel erstmal raufgehen, 6 Tropfen Metacam sind doch höchstens 0,3 ml oder ? Es kann auch eine Aufgasung zusätzlich sein, die sieht man nur im Röntgen...
drück die Daumen dass es aufwärts geht, wenn die Zähne zu kurz sind, kann er halt gar nichts selbst aufnehmen, der arme Kerl...gute Nerven auch Dir, das geht so an die Substanz
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Vio

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Antwort: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« Antwort 9 am: 21. Juni 2020, 19:54 Uhr »
Huhu :-)

Ich versuch mal schnell und dennoch ausführlich zu antworten  :g:

Das mit dem Frontzahnschleifen ist wirklich komisch, eigentlich macht das nicht viel, aber wir wissen es nicht. Wie gesagt kann es auch sein, dass da ein Zahn oder unten in der Kiefersubstanz, in der er eingebettet ist, nicht okay ist und dann dadurch gereizt wird...
Wichtig ist bei sowas und gerade bei retrograden Abszessen Antibiotika.
Ich sage ungern retrogrades Zahnwachstum, denn das ist es nicht, die Zähne wachsen ja nicht. Meist (wirklich die meisten Fälle, die ich damit kenne) liegt irgendwo eine Infektion vor, dadurch wird der Zahn geschont, ein anderer mehr belastet, zu viel und dadurch lastet zu viel Druck auf ihm und er rutscht in seiner Kieferposition nach unten.
Durch einen Entlastungsschliff und Antibiotika und natürlich guten Schliff der übrigen Zähne lässt sich sowas in vielen Fällen (leider nicht immer, aber wirklich bei vielen Meerschweinchen in meinem Umfeld) wieder beheben.
Ich kenne mehr als 10 Schweinchen, die durch die Prognose massives retrogrades Zahnwachstum in den letzten 2-3 Jahren erlöst werden sollten - die Halter sind dran geblieben und die Tiere haben mittlerweile nicht mal mehr Zahnprobleme und sind gesund.
Insofern ist das für mich grundlegend erst mal kein K.O. Kriterium - es kommt aber natürlich doch vor, dass das Problem zu weiche Kiefersubstanz ist (aus verschiedenen Gründen) oder etwas anderes, wo man dann leider keine Chance hat.

Orniflox ist Enrofloxacin, genau. Wenn das geholfen hat, dann kann es vielleicht auch wieder gut werden, mit den Zähnen und auch mit den retrograden Prozessen :-)
Zum Glück macht es nichts, wenn man das nicht verdünnt - das war einfach nur Panikmache und wurde zuvor unter anderem Namen Tieren jahrelang unverdünnt gegeben...
Besser ist verdünnen bei sowas aber generell :-)
(Mehr Infos für Interessierte hier im letzten Beitrag zu dem Thema https://das-meerschweinchen-forum.de/index.php?topic=613.msg23634#msg23634
Ist jetzt aber nicht wichtig :-) )

Wäre super, wenn du die Bilder vom Kiefer bekommen kannst - ich bin etwas gespannt, ob das wirklich eine retrograde Geschichte ist oder die normale, aber unterschiedliche Lage der Zähne im Kiefer, die manchmal als retrograd von manchen Tierärzten erachtet wird - aber tatsächlich normal ist. Ich bin da halt auch kein Experte... aber schauen wir mal :-)

Ich kann nicht nachvollziehen, wie die TÄ meint, beurteilen zu können, ob ein Schweinchen Kraft hat, in dem sie den Kiefer auf und zu klappt, wenn das Tier in Narkose ist. Da hat er natürlich dann keine Muskelkraft, noch kann sie das durch eine passive Bewegung des Kiefers nachvollziehen - meiner Meinung nach.
Ich finde es jetzt von meinem Standpunkt aus (also ohne mehr Infos von der TÄ über ihr Urteil zu haben) wirklich grob fahrlässig, anhand sowas eine Euthanasie zu empfehlen...

6 Tropfen Katzenmetacam am Tag sind meiner Erfahrung nach ca. 0,3 ml - es ist deutlich zu wenig meiner Erfahrung nach.
Bei 700g ca. dürfte er 2x tgl bis zu 1ml Katzenmetacam haben - und bei starken Schmerzen darf man ruhig so hoch gehen. Dazu würde ich ihm noch 0,1 ml Novalgin alle 6-8 Std geben (da ist die Dosierung bei 500mg/ml 0,1-0,2 ml/kg alle 4-8 Std).
Kieferschmerzen sind eh schon schwer zu deckeln mit diesen Schmerzmitteln, ich würde nicht sparen. Ja, es kann Nebenwirkungen geben, gerade auch bei Tieren, die schlechte Nieren haben, aber das ist schon sehr selten und ich kenne auch viele Schweinchen mit Organproblemen und vielen Baustellen, die über Jahre die Höchstdosis Metacam sehr gut verpacken. Da sind aber Antibiotika auch noch schlimmer für die Nieren...

Blutwerte lasse ich tatsächlich eher selten nehmen, nur, wenn man sonst gar nichts weiss, wo es hakt und wenn es die Schilddrüse sein könnte, sonst aber eher nicht, weil es einem therapeutisch meist nicht viel bringt.
Entzündungen sind nicht zuverlässig im (Diff.-)Blutbild angezeigt, sie können ganz schlechte Werte haben, aber top drauf sein - andersum sind bei manchen Schweinchen die Blutwerte top und sie liegen daraufhin einen Tag später tot im Gehege.
Man kann auch leider bei Nierenversagen nur wenig tun, auch bei einem Leberproblem und bei letzterem kann ich z.B. die Leber auch auf Verdacht mit Naturheilkundlichen Dingen stärken.
Die Blutwerte können einfach nur Hinweise geben, die aber in meinen Augen dann einfach kritisch zu betrachten sind, z.B. lassen manche Medis die Organwerte entgleisen, aber auch eine bakterielle Infektion im Körper belastet die Organe. Man muss halt immer vorsichtig sein, wie man es deutet, ich kenne TÄ, die fitte Tiere eingeschläfert hätten, nur weil ein Organwert entgleist war. Die Halter nahmen die Schweinchen wieder mit und die lebten noch fröhlich einige Jahre - deswegen schreib ich das alles immer gern ausführlich und dass man da einfach vorsichtig sein muss :-)

So haben manche Schweinchen mit einer Entzündung im Körper ggf. einfach durch die bakteriellen Toxine überbelastete Nieren, aber die Nieren an sich sind takko.
Auch wird meist bei vielen TÄ immer nur auf einen einzelnen Wert wie Krea geschaut, bei Leber nur auf ALT etc.
dabei braucht es immer mehrere Werte, um die Organleistung beurteilen zu können.
Sind die Nieren damals denn geschallt worden, wie sie aussehen?

Natürlich kann sowas ein Nierenproblem sein, dann war es aber infektiös bedingt und die Nieren konnten sich regenerieren, anders wäre er wohl nicht mehr da. Nierenversagen ist leider meist nicht aufzuhalten, viel kann man da auch nicht tun und dann gehts den Schweinchen sehr viel schlechter.
Insofern ist es super, dass er es gepackt hat :-)
Warum hatte er denn den Penisvorfall, dafür gibts ja immer einen Grund? War das gleichzeitig zu den schlechten Nierenwerten? War damals Blut im Urin?
Wenn du dazu noch die Blutwerte hast, schau ich da auch gern nochmal drüber :-)
Zeig gern auch die Bilder vom letzten Herbst, wenn du hast.

Es ist halt nun auch die Frage, woher der Durchfall kommt. Das ist nach dem Antibiotikum aufgetreten, ja? Oder war das schon vorher und ab welchem Zeitpunkt der Gabe?


Wenn es jetzt immer besser wird, dann würde ich auch abwarten und ihn nicht weiter stressen, ganz klar.
Du musst dir hier keine Gedanken machen, dass wir das jetzt als "willst nicht zum TA" oder "willst kein Geld ausgeben" werten könnten: es ist immer das Beste, man hört auf seinen Bauch! Und wenn der dir sagt, es ist gerade gut so und er braucht Zeit, dann ist das genau richtig so!
Ansonsten und wenn es wieder schlechter würde oder du annehmen würdest, es wäre wichtig, würdest du ja deinem Tier zu Liebe zum Tierarzt gehen.
Wenn die Schneidezähne halt sehr kurz geschliffen wurden, kann er damit nicht einziehen. Daher macht man das eigentlich auch nicht, höchstens dann, wenn man Macken wegschleifen will oder eben den Zähnen komplett neuen Wachstum gönnen möchte.
Es ist aber immer zu vermeiden, wo es geht, eben aus dem Grund, weil sie dann von selbst nichts fressen können.
Du kannst die Gemüsestifte ruhig 2-3 cm in sein Maul schieben :-)
Es ist gut zu hören, dass er mit den Backenzähnen gut kauen kann! Dann wird da auch nichts am Kiefergelenk sein... wirklich komische Aussage  :traurig:

Für mich ist aber immer noch die eigentliche Ursache nicht klar: ein abgebrochener Schneidezahn macht den Schweinchen normal überhaupt nichts. Ich gehe für sowas nicht mal zum TA. Das sollte nicht - oder nicht alleine - die Ursache gewesen sein, könnte aber Folge einer Entzündung im Kiefer oder woanders sein, weiss man nicht.
Aber da er ja abnahm, muss ja noch mehr gewesen sein. Auch die Atemgeräusche finde ich komisch. Die sind jetzt weg, oder?
Sowas kann so viele Ursachen haben: Lungenentzündung, Herz, (Magen-)Aufgasung, was mit der Nase... dass irgendein TA spätestens da hätte Röntgenbilder vom Körper machen müssen.
Im Zweifel würde ich das deswegen nachholen, auch wenn es jetzt in den nächsten Tagen doch wieder schlechter wird. Du hast ihn ja gut im Blick :-)

Wenn er gut hin und her kaut, musst du seinen Kiefer durch schieben nicht testen, lass ruhig :-)

Ich steig aber noch nicht durch: wenn die Schneidezähne so kurz geschliffen wurden, weil er nicht frisst, dann bedeutet das ja, dass vorher eine andere Ursache da war - Backenzahnbrücke?
Aber die wurde doch durch den Schliff behoben, warum werden ihm dann jetzt vorne die Zähne so kurz geschliffen, dass er jetzt deswegen nicht schleifen kann?
Es klingt im Grunde nicht schlecht sonst, dass unter Narkose geschliffen wird (was für eine Narkose ist das?), aber diese Punkte ergeben für mich so einfach keinen Sinn und entsprechen irgendwie für mich auch nicht so richtig der Logik...

In jedem Fall ist es gut, wenn er hinten durch die Hilfe die Zähne durch kauen abnutzen kann und auch was ins Bäuchlein bekommt. Du könntest noch 1x am Tag etwas Honig beimixen in den Brei, damit sein Körper zusätzlich etwas für Energie bekommt.
Und die Dinge gegen Aufgasung würde ich in jedem Fall geben, zur Sicherheit auch mehr Schmerzmittel.
Hier hab ich mehr zu Colosan und Co. geschrieben, den gleichen oder einen ähnlichen Beitrag gibts auch hier im Forum: https://www.facebook.com/DieSchweinebande/photos/a.930867893627933/2366958126685562?type=3&sfns=mo

Sorry, alles etwas durcheinander, aber es ist einfach viel zum Nachvollziehen und was jetzt wann wie war :-)
Gerne aufzeichnen, was du mit den Schneidezähne meinst!
Schau mal hier: https://www.facebook.com/DieSchweinebande/photos/a.1374669155914469/2933844966663539/?type=3&theater
So ist ein vernünftiger Schliff eines Schneidezahns zur Entlastung. Das ist ein Kastrat bei mir aktuell, der rechte Schneidezahn wird deswegen (ab jetzt regelmässig) gekürzt, weil was darunter im Kiefer nicht zu stimmen scheint und wird der Zahn belastet, schwillt der Kiefer an, bis es einen eitrigen Abszess gibt und das geht nur unter Antibiose mit Entlastungsschliff, aber nicht unter reiner Antibiose wieder weg. Der kleine Mann entwickelt auch starke Nervenschmerzen dann auf dieser Kieferseite und am/im Auge, welches (nicht nur aber auch) dadurch geschädigt wurde und nun in der Position versetzt sitzt und in der Bewegung eingeschränkt ist. Der Zahn ist daher auch etwas dicker als normal, aber noch viel "zu gut" um herausoperiert zu werden.
Daher bekommt er jetzt alle 2-3 Wochen diesen Schliff, das geht ohne Narkose (Schutz der Zunge mit Spatel oder Rolle aus Küchenpapier) mit einem Schleifer.
Ich hab den kleinen Mann erst zwei Monate, er hat noch mehr Baustellen und das so herauszufinden war schwierig.
Wollte dir jetzt einfach zeigen, wie das aussieht :-)

Liebe Grüsse, weiterhin gute Besserung und einen schönen Abend!
*Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt.
Aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.*

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Vio

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Antwort: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« Antwort 10 am: 21. Juni 2020, 19:58 Uhr »
theoretisch könnte es bei der Zahnkorrektur schon sein, dass was verletzt wurde - viele TÄ nehmen trotzdem auch für Vorderzähne den Maulspreitzer und das kann weh tun, es kann auch eine Wunde im Maul sein, die sehr schmerzhaft ist, hier hilft manchmal den Brei mit Salbeitee anzurühren- und ich würde mit dem Schmerzmittel erstmal raufgehen, 6 Tropfen Metacam sind doch höchstens 0,3 ml oder ? Es kann auch eine Aufgasung zusätzlich sein, die sieht man nur im Röntgen...
drück die Daumen dass es aufwärts geht, wenn die Zähne zu kurz sind, kann er halt gar nichts selbst aufnehmen, der arme Kerl...gute Nerven auch Dir, das geht so an die Substanz

Soweit ich weiss kann man die Vorderzähne nicht schleifen, wenn da ein Maulspreizer drin ist, zumindest so, wie ich es kenne... Der wäre da dann ordentlich im Weg. Zb hier diese auf dem Bild https://covetrus.de/a/maulspreizer-fuer-kaninchen/01.1703.28373.473749

Ich denke eher, es war vielleicht eine Entzündung im Zahn und durch den Druck beim Schleifen (wie wurde der denn geschliffen, mit Handraspel? Da würde  dann ja viel Druck ausgeübt) hat es danach dann noch mehr weh getan. Es muss ja auch vorher einen Grund gegeben haben, dass es überhaupt zu den Problemen gekommen ist.
Die Ursache hab ich wirklich noch nicht erfassen können... Vielleicht einfach echt eine Infektion und das sind nun die Nachwirkungen oder doch noch mehr, das wird sich dann jetzt im Laufe der Zeit zeigen, ob es bergauf geht oder bergab.
Ich würde wie geschrieben auch Schmerzmittel erhöhen und Colosan und ggf. auch Simeticon geben :-)
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Narnia

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Antwort: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« Antwort 11 am: 21. Juni 2020, 22:22 Uhr »
Es ist jetzt nur geraten, aber wenn die erste Tierärztin wusste, dass die Backenzähne in Ordnung sind, könnte es ja vielleicht sein, dass sie einen Maulspreitzer für deren Untersuchung verwendet hat. Dann könnte dabei, nach dem was ich gelesen habe, der Kiefer durchaus Schaden genommen haben.

Wie dem auch sei. Ich finde es auch sonderbar:
Zitat
Allerdings wüsste ich ja, dass das Kiefergelenk ausgerenkt war, was sie von der anderen TA gesagt bekommen hat. Auf dem Bild sieht man es nicht… (Hä! WAS? NEIN! Das hat mir NIEMAND gesagt!!!)

Wenn Du noch einmal zum Röntgen gehen musst, müsste es ja zu sehen sein, wenn er wirklich den Kiefer ausgerenkt hätte. Ich hoffe, das war nur eine Ausrede oder eine saloppe Formulierung.

Ich habe noch zwei Links, die vielleicht nichts Neues für Dich bringen, vielleicht aber doch, daher schreibe ich sie hier:

Eine Beschreibung von einem Schweinchen, dass es nach abgebrochenem Zahn (also kürzer als bei Euch) geschafft hat zu essen:

Den zweiten Link finde ich besonders interessant, weil dort betont wird, dass Schneidezähne nie zu lang werden, wenn es nicht Probleme mit den Backenzähnen gibt. Wenn das stimmt, und mit diesem Tierarzt hat Vio viele sehr gute Erfahrungen gemacht, dann frage ich mich, warum nur die Schneidezähne gekürzt werden mussten, beim ersten Mal.

zu Deiner Frage bzgl. Colosan: Ich konnte es über meine Apotheke vor Ort bestellen. U.a. durch die ätherischen Öle hat es sich anscheinend - ich habe es noch nicht gebraucht - bei Blähungen sehr bewährt. Beschreibung zu Colosan

Gurkenschnäuzchen

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Antwort: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« Antwort 12 am: 21. Juni 2020, 22:32 Uhr »
Ja, den Brei mit Salbeitee anzurühren war eins der erste Dinge, die ich gemacht habe, als das alles los ging. Ratet mal, wer das Zeug bäh fand…
Aber nur als Tee hat er dann gerne was genommen. Inzwischen will er nur noch normales Wasser. Alles andere wird nur skeptisch beschnuppert.
Also war die Metacam-Dosis tatsächlich zu gering! Nach Anweisung hätte er sogar nur 0,2ml bekommen sollen. Ich hab dann da auf 6 Tropfen aufgerundet, weil ich das damals bei ihm auch so hatte. Da war er aber noch ein paar Gramm schwerer. Tja, dann muss ich wohl bald Nachschub besorgen. In den Packungen sind ja nur 3ml drin.

Auf jeden Fall schon mal Danke fürs Daumen drücken. Habe gerade frustriert festgestellt, dass sein kleiner Freund schon wieder draußen ist… Dieses Mal konnte ich ihn selber reinigen und zurückschieben. Hoffentlich bleibt das so. Wir haben schon genug Baustellen. Da brauchen wir das nicht auch noch.

Vio, die Zähne wachsen NICHT nach unten?
Du glaubst gar nicht wie erleichtert ich gerade bin! Das wurde mir nämlich genau so erklärt. Ich habe mir jetzt die ganze Zeit vorgestellt, dass die immer tiefer in den Knochen eindringen und unweigerlich irgendwann ins Gewebe dahinter stoßen müssen! Rein vom Bild sah das alles sehr gleichmäßig lang aus. Oder ich hab es verdrängt. Kenn mich da ja gar nicht aus! Trotzdem habe ich da jetzt wenigstens erst mal Hoffnung. Wobei wir ja aktuellere Probleme haben.

Die ganzen Links lese ich mir morgen nach der Arbeit mal durch. Danke schon mal.
Zitat
Ich kann nicht nachvollziehen, wie die TÄ meint, beurteilen zu können, ob ein Schweinchen Kraft hat, in dem sie den Kiefer auf und zu klappt, wenn das Tier in Narkose ist.
Sie meinte ja es hakt da irgendwas, wenn sie es zu drückt. Ich musste das einfach mal so glauben. Von allein bekommt er es aber auf und zu. Da hätte ich ja eher erwartet, dass er beim Gähnen plötzlich das Mäulchen nicht mehr schließen könnte…

Ja, die Blutwerte… die haben wir damals sogar zweimal untersucht. Ich weiß gar nicht mehr warum eigentlich. Ich weiß nur noch, dass es unheimlich schwer war, überhaupt ein paar Tropfen zu bekommen. Da hatten wir aber halt auch zuerst überhaupt keinen Ansatz, was los sein könnte. Die Nieren wurden aber nicht beschallt. Aber die TA hat sich da wirklich sehr um ihn bemüht! Ich weiß noch, dass ich damals irgendwann gefragt habe, ob wir denn überhaupt noch eine Chance hätten. Da meinte sie, wir wären noch nicht am Ende.

Und genau das hat sie mir letzte Woche vor dem Antibiotikum-Start wieder gesagt! Falls das Antibiotikum nicht angeschlagen hätte, wäre auch noch mehr möglich gewesen. Deshalb war die Diagnose nach dem Zahnschliff ja auch so ein besonderes großer Schock für mich. Es kam aus heiterem Himmel. Jedem anderen TA hätte ich es von Anfang an nicht geglaubt. Aber bei ihr bin ich halt ins Zweifeln gekommen.
Ich bin euch so dankbar für eure lieben Antworten!
Klar, niemand weiß, was noch kommt und wer Recht hat. Aber wenigstens fühlt sich das Kämpfen jetzt wieder richtig an.
Finn tut mir halt so unendlich Leid, wenn er zuschaut, wie die anderen vor seiner Nase ihre Abendportion futtern und er nur Brei hingehalten bekommt.
Zitat
Warum hatte er denn den Penisvorfall, dafür gibts ja immer einen Grund? War das gleichzeitig zu den schlechten Nierenwerten? War damals Blut im Urin?
Den Grund kann ich dir nicht sagen, aber ja, das war gleichzeitig zu den Nierenwerten. Blut im Urin hatte er nicht. Ich entwickle ja langsam so meine eigene Theorie. Damit kann ich aber auch komplett daneben liegen:

Mal genommen der Penisvorfall war zuerst da und ich habs nicht gleich bemerkt…
(Könnte das bei recht potenten Kastraten passieren, dass die da eher Probleme haben? Er hat sich manchmal benommen als wären die anderen alles Weibchen. Hat sich nicht gerade beliebt in der Gruppe gemacht.)
Dann hätten Keime ja durch die Harnleiter hoch wandern und eine Niereninfektion auslösen können?

Und angenommen es wäre dieses Mal wieder so herum passiert (Denkzettel an mich: Da ab jetzt ganz besonders drauf schauen!)
Erst Infektion… Am Ende waren die Nieren ja auch wieder betroffen?... dann nicht fressen… dann die Zähne. Ich merke es erst als einer der zu langen Zähne abbricht…
Ich mache natürlich meinen Schweinchen-TÜV aber ausgerechnet in den letzten Wochen vor dieser Sache musste der etwas zurück stecken! Dann bin ich auch noch Schuld an all dem… aber wir hätten zumindest eine Erklärung?

Nebenbei: Blutwerte, Bilder all diese Dinge, hab ich leider nie mit bekommen. Schade, das wäre jetzt wirklich interessant gewesen.

Zum Durchfall:
Der fing 3 Tage nach der Antibiotika-Gabe an. War alles nur noch Brei. Ich betone: WAR.
Das ist alles wieder gut geworden. Zweimal Rodi Care akut und wir haben wieder wunderschöne Böhnchen. Die Baustelle ist also auch im Griff.
Zitat
Wenn die Schneidezähne halt sehr kurz geschliffen wurden, kann er damit nicht einziehen. Daher macht man das eigentlich auch nicht, höchstens dann, wenn man Macken wegschleifen will
Macken weg schleifen… du sagst es… Und genau DAS nehme ich an. Bei TA1 sah es halt nicht so gut aus. Die beiden unteren Zähne waren nach dem Schliff übrigens ähnlich dick wie auf deinem Bild. Ich erinnere mich düster, dass von rotierenden Schleifkörpern die Rede war, falls euch das hilft heraus zu finden, wie genau das Ganze gemacht wurde.

Narkose war, wenn gemacht, dann immer Gasnarkose.

Dass er mit den Backenzähnen gut kauen kann, kann ich so noch nicht garantieren. Es sieht halt gut aus. Ist aber auch nur Brei zu kauen. Noch hat er ja keine Lust auf die Stifte, aber ich bleib dran.
Zitat
Ich steig aber noch nicht durch: wenn die Schneidezähne so kurz geschliffen wurden, weil er nicht frisst, dann bedeutet das ja, dass vorher eine andere Ursache da war - Backenzahnbrücke?
Nein, bis auf eine kleine Spitze sollen die Zähne sehr schön gewesen sein.
Ich fasse nochmal kurz zusammen:
Erster Schliff (TA1): NUR die Schneidezähne. Da dann schon zu kurz. Es wurde mir aber nichts gesagt. Das habe ich selber daheim bemerkt.
Zweiter Schliff(TA1): Weil er noch nicht  wieder fressen wollte, kam das Röntgenbild + Backenzahnkorrektur. Da soll aber nicht viel zu machen gewesen sein. Nur eine kleine Spitze. Ansonsten schöne Zähne (nur ‚zu kurz‘ – die Aussage geht mir nicht aus dem Kopf)
Dritter Schliff (TA2): Schneidezähne bewusst zu kurz, da er sonst gleich wieder nicht fressen kann (schnelles Nachwachsen). Hinten nur kleine Korrektur, weil die Zunge etwas eingesperrt war. Ganz ehrlich, ich versteh auch nicht, was sie sich dabei gedacht hat.
Habe dann auch nochmal nachgehakt. Sie meinte aber ich wolle ja nicht in 2 Tagen wieder mit einer zu langen Front in der Praxis stehen…hm…

So, langsam läuft mir die Zeit weg.
Ich schreibe morgen wieder und versuch dann auch mal die Zahnstellungen zu skizzieren.

Narnia, dir antworte ich auch gern noch schnell:
TA2 meinte ja, man sähe so etwas nicht immer auf einem Röntgenbild und wenn, dann müsste noch ein Zweites her. Da war dann aber eben schon das Thema, dass wir ihm nicht noch mehr zumuten wollen.

Beim ersten Mal wurden nur die Schneidezähne gekürzt, weil sie beim hinten rein schauen nichts  gesehen hat und sie meinte, sie wolle erst mal auf die Narkose verzichten, weil er schwach aussieht. Ehrlich gesagt jetzt im Nachhinein war er da noch fitter als die Tage drauf und sein Herz war ja angeblich auch so kräftig. Dafür standen wir direkt vorm Feierabend. Die haben hinter mir ja praktisch schon gewischt. Ich glaub das hatte ich noch gar nicht erzählt.

Aber jetzt nochmal ein ganz, ganz großes Dankeschön für all eure Mühe, Links und Tips!
Morgen nach der Arbeit meld ich mich wieder.
Sollte ich jetzt irgendwas übersehen haben, schreib ich morgen noch was dazu.

Vio

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Antwort: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« Antwort 13 am: 22. Juni 2020, 00:58 Uhr »
Also es gibt Metacam auch mit 10 ml, 32 ml, 100 ml :-)
Wir bekommen hier immer 10 ml mit, ich bettel manchmal um 32 ml. Traurig, aber ich hatte einige schwerkranke Schweinchen in den letzten Jahren und es war nötig, das da zu haben.

Ich sag bei unbekannten TÄ gern, geben Sie mir bitte ruhig mehr mit, ich hab alte Tiere mit Arthrose zuhause, die das tgl bekommen, dann bekomme ich eine grössere Menge.
Ist in meinem Fall auch nicht gelogen, aber meine Peyton bekommt ja Carprofen :D
Traurig aber wahr, dass man es so machen muss. Letztens in einer Klinik wollten sie mir kein Hunde-Metacam geben, weil man vom Katzenmetacam ja nur einen Tropfen geben dürfte, wie sollte man den beim Hunde-Metacam durch drei teilen?! (das Hundemetacam hat die 3fache Dosierung). Die hab ich dezent auf die Göbel-Macha-Studien hingewiesen und dass Meerschweinchen am Tag ruhig 2x tgl 0,5 ml Hunde-Metacam pro kg haben dürften.
Hat mir nichts gebracht und ich konnte nur das Katzen-Metacam mitnehmen, aber besser als nichts.
Mein TA (besagter in dem Link von Narnia) gibt lieber Hunde-Metacam mit, wenigstens einer, dem das klar ist, dass das Sinn macht. Seit es aber nun das Katzen-Metacam gezielt für Meerschweinchen gibt, dürfen die Tä eigentlich auch nur das rausgeben. Völliger Quatsch, weil ja Meerschweinchen häufig von vielen Wirkstoffen viel mehr als Katzen bekommen, vom Enrofloxacin z.B. auch die 3 fache Menge.
Naja seufz, genug davon. Der alltägliche Wahnsinn mit kranken Meerschweinchen - so viel in der Tiermedizin entspricht irgendwie keiner Logik :(

Sorry, ich dachte, das mit dem retrograden Zahnwachstum ist klar :-) Genau, deswegen finde ich den Namen so unpassend!
Die Zähne wachsen nochmal nach oben, wo sie abgenutzt werden, niemals nach unten. Aber wenn die Kieferstruktur angegriffen wird, weil da eine Entzündung ist oder weil sie von je her nicht gut war (z.B. Mangelversorgung des Babys im Mutterleib kann sowas später bedingen, aber auch eine zu Calcium-arme Ernährung der Schweinchen) oder wenn ein Zahn zu viel Druck abbekommt, dann werden die Zähne durch den Kiefer gedrückt.
Sie verlagern sich also zu weit in den Kiefer hinein und brechen irgendwann hindurch, nach unten unter das Kinn sozusagen oder nach oben, manchmal auch ins Auge. Nicht witzig, extrem schmerzhaft und leider eben auch nicht immer noch behandelbar.
Wann immer Zahnprobleme im Backenzahnbereich auftreten, sollten daher Röntgenbildern in mind. 4 Ebenen gemacht werden: geschlossener Kiefer und offener Kiefer einer Seite, geschlossener Kiefer anderer Seite, von oben auf die Ohren.
Ist jetzt zu vereinfacht ausgedrückt, es kommt noch mehr auf Lagerung an, aber so ungefähr.
Daran kann der TA sehen, ob die Zähne sich irgendwie retrograd verlagern und dann den entsprechenden Zahn tiefer als die anderen herunterschleifen oder aber ihn herausoperieren, kommt auf verschiedene Parameter an.
So ein Entlastungsschliff mit AB kann schon viel helfen oft. Sind mehrere Zähne an verschiedenen Stellen betroffen, heisst das meist nichts Gutes, ein AB ist aber immer ein Versuch wert.

Also für mich klingt das alles, als würde nach wie vor an den Backenzähnen nicht stimmen. Sonst würde er ja Streifen kauen, wenn man sie reinsteckt... kaut er denn Gras oder Heu?
Brei kaut er ja im Grunde nur zum Schlucken, aber wenn die Bewegungen okay sind, ist das auch schon mal was.
Vielleicht kannst du ja mal filmen, wie das aussieht, wenn er versucht zu futtern, es aber nicht geht?

Was die TÄ mit dem Kiefer meinte, weiss ich leider nicht genau... Eben, wenn Gähnen geht, muss auf und zu ja gehen, frage ist, mit wie viel Druck er zubeissen kann... Da meinte sie ja, dass etwas nicht stimmt.
Andererseits könnte es natürlich sein, dass da irgendwas nun nicht stimmt, weshalb er nicht mit Druck zubeissen kann. Wenn da wirklich was am Kiefer nicht passt...
Nun wissen wir ja nicht genau, was sie meint. Vielleicht kannst du ihr eine Mail schreiben, ob sie dir das nochmal genau erklären könnte?

ich hab schon ein Schweinchen gehabt, wo ein Teil des Kiefers (die Mandibel bis zum Mandibulargelenk, also Kiefergelenk) abgebrochen war, aufgrund von Kieferknochenkrebs wohl. Ein Jahr später war durch verschiedene vorübergehende Knochenschwellungen durch Infektionen im angegriffenen Knochen der Kiefer so verschoben, dass das Kiefergelenk "aufgegeben" hat. Das sah dann so aus: https://www.youtube.com/watch?v=oTZzUSJeT_E&feature=youtu.be

Er konnte nur noch Brei und Gurkeninneres essen. Mit Schmerzmittel war er Gott sei Dank gut abgedeckt, das merkte man ihm an (wenn er Schmerzen hatte, nagte er an Häuschen).
Zum Glück lebte er für das Entdecken und nicht das Essen. Ich musste ihn 6 Wochen lang jede Woche schleifen lassen und es ging ihm ganz gut soweit. Am Ende konnte er nicht mal mehr den Brei kauen und wir liessen ihn gehen - eine der schlimmsten Eutha-Entscheidungen, die wir treffen mussten. Er war wie ein kleiner Hund... Na egal.
(Nur zur Beruhigung für die, die das Video schockiert, mit AB und jede Woche schleifen wurde es wieder besser, deswegen haben wir das noch Wochen durchgezogen, so kaute er 5 Tage für der Euthanasie, aber es ging halt nichts Hartes mehr: https://www.youtube.com/watch?v=hPw5O5FVLU0&feature=youtu.be )

So ungefähr wie im Video oder eben dass Kraft fehlt beim Kauen würde ich es mir vorstellen, wenn was mit dem Gelenk nicht stimmt, aber es kann ja immer anders aussehen...

Gasnarkose ist super :-) Wäre auch Narkoseart meiner Wahl, immer.

Das mit dem Penis macht mich stutzig, normal ist das nicht. Es sei denn er hat da immer viel Smegma. Bekommst du ihn gut ganz raus?
Ich fragte nach Blut im Urin, denn genau, ich dachte, dass dann dort eine Infektion war, die hochgestiegen ist. Oder die Infektion hat gereicht, um die Nieren zu belasten...
Hast du Combur Teststreifen zuhause und könntest den Urin mal testen? Meerschweinchen sagen lange nichts, obwohl sie eine Blasenentzündung haben, sie weinen nicht unbedingt immer oder man merkt was. Wenn Blut kommt sichtbar, haben sie manchmal schon über Monate unsichtbar Blut im Urin und manchmal ist der Schaden dann auch schon zu gross...
Daher teste ich lieber mit Teststreifen selbst :-)
Falls du jetzt denkst: aber er hatte doch erst ein AB, da sollte da ja nix sein...
Mh ja - leider sind einige Erreger für Harnwegsinfekte mittlerweile Enrofloxacin-Resistent, gerade Corynebakterium renale, was da oft anzutreffen ist. Bei Harnwegsinfekten ist Cotrim E oder K Saft am besten, gibt dir aber fast kein TA - eine andere lange Geschichte darüber, warum TÄ die besten AB für Meerschweinchen meist nicht rausgeben und wir mittlerweile sogar dealen... Ich schreib mal nicht mehr drüber, es sind schon genug Infos ;)
Wie wurde denn der Urin damals getestet, unterm Mikroskop? Ich hab auch schon massive chronische Infektionen der Harnwege ohne Blut im Urin erlebt, daher ist im Zweifel ein Check unterm Mikroskop oder ein Einschicken ins Labor wichtig. Nicht alle Teststreifen sind verlässlich, deswegen empfehle ich immer nur die Comburtestreifen, andere zeigen Blut auch schon einmal mal nicht an.
Hier hab ich was geschrieben, wie man selbst testen kann: https://das-meerschweinchen-forum.de/index.php?topic=1303.msg19026#msg19026

Ich kann den Gedankengang sonst gut nachvollziehen und wenn was mit den Nieren nicht stimmt, dann leidet auch die Substanz der Zähne.
Ggf. meinte deshalb ein TA, die Zähne wären zu kurz? dann wäre die Substanz zu weich, manchmal nutzen sich die Zähne dann zu sehr ab, ist auch nicht gut. Aber das ist alles jetzt Spekulation...
Da können oft Schüsslersalze 1 und 2 gut helfen :-) Und Ackerschachtelhalm und natürlich am besten so viel Gras wie möglich, was Besseres gibts ja nicht :-)

Also das mit dem AB und Durchfall klingt typisch nach "Erregergiftausscheidung". Das passiert schon mal, wenn nach einer AB Gabe nach 2-3 Tagen Durchfall einsetzt, geht man davon aus, dass durch das AB die Erreger absterben, dabei auch Gifte frei werden und das alles dann so schnell wie möglich raus muss aus dem Körper. Auch, wenn man nichts gibt, verschwindet der Durchfall wieder, das AB gibt man ja weiter und dennoch ist der Kot dann wieder okay. Super sind dann so Dinge wie Heilerde, Kohle, Tiermoor etc. zum Binden der Gifte, auch Apfelpektin.
Wichtig ist dann viel Flüssigkeit in der Ernährung, also nicht, wie leider immer noch viele TÄ sagen, Heu-Diät, damit trocknen die Schweinchen ja nur aus.
Für nach dem AB würde ich dir auch Darmaufbau mit Tiermoor und Apfelpektin empfehlen, aber erst muss er wieder so ans Fressen kommen, das würde ich nun hinten anstellen.

Allgemein Infos zu Zahnbehandlungen beim Meerschweinchen hatte ich hier auch noch zusammengeschrieben: https://das-meerschweinchen-forum.de/index.php?topic=993.0

Aber du bist da schon super informiert :-) Weiss nicht, ob da noch was Neues steht...

Sorry, so viele Links und Infos... Schau dir an, was für dich aktuell sinnvoll scheint und ignoriere den Rest bitte.
Ist immer schwierig, wenn man nicht weiss, was los ist, aber mich macht wirklich stutzig, dass er nicht fressen kann, also auch keine Streifen. Dann stimmt mehr als mit den Schneidezähnen was nicht, würde ich meinen, sonst würde er ja fröhlich futtern, wenn man ihm was Festes rein gibt.
Sind denn die Ohren okay?
Wie lange hatte er das AB jetzt nicht, wann wurde es abgesetzt? 8 Tage sind sehr kurz, eigentlich sollte bei sowas 2-3 Wochen gegeben werden, wenn ein AB greift und gut wirkt...

Wurde das Blut vorne am Bein abgenommen? Da kommt dann meistens nur ein Tropfen und es ist echt Qual für die Schweine... Hinten an der Vena saphena kommt einfacher mehr Blut, aber das trauen sich viele TÄ nicht, weil man da durch Muskeln durchstechen muss und den Schweinchen auch sehr weh tun kann - so zumindest hab ich es kennengelernt, als ich hier einmal beim Fall meiner Ennie Blut nehmen liess, weil ihre Erkrankung so diffus war.

Puh, ich weiss ja nicht... ich denke, die Schneidezähne wurden zu lang, weil er ein Backenzahnproblem hat.
Ob das jetzt behoben wurde, ich kann es mir nicht vorstellen. Nur eine Kleinigkeit - eine Brücke ist für mich aber keine Kleinigkeit... - erklärt nicht, dass er jetzt nicht fressen kann. Normal futtern sie häufig schon nach dem Schleifen dann wieder fröhlich los, wenn es wirklich nur ein kleiner Haken ist. Aber du hast ja nun schon zwei Meinungen, sonst hätte ich gesagt, ob du vielleicht nochmal zu einem anderen Ta für eine weitere Meinung zum Schleifen gehen könntest?

Wenn er nicht frisst hinten, Brei zählt nicht, dann müsstest du ihm die Backenzähne ggf. nach einer Woche wieder schleifen lassen, dann sind sie nämlich schon wieder zu lang. So war es bei Fillion leider auch, also beim Schwein aus den Videos oben, der ja nicht mehr mit Druck kauen konnte - so schaut es ja nun bei Finn auch aus oder es klingt so.
Ist mir dann schleierhaft, wieso sich das auch nur als eine Kleinigkeit äussern sollte... die Schneidezähne waren ja auch so viel zu lang...
Alles komisch, es ist schwer, aus der Ferne was zu raten!

Schwierig, tut mir alles in jedem Fall sehr leid. Halte uns auf dem Laufenden! Gute Nacht dennoch :-) 

(sorry, meine Nachricht ist total durcheinander...)
*Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt.
Aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.*

Liebe Grüße von Vio und der Schweinebande :mms:

Gurkenschnäuzchen

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Antwort: Zahnschweinchen Finn - kann ich noch was tun?
« Antwort 14 am: 22. Juni 2020, 21:55 Uhr »
Erst mal: Nichts ist durcheinander :-D es war alles klar verständlich.  ;)
Heute muss ich mich mal kürzer fassen. Es war ein richtig harter Tag in der Arbeit. Finn bekommt jetzt dann nochmal seinen Brei und dann wartet mein Bett auf mich…

Deine Erklärung zum retrograden Zahnwachstum war super! Jetzt kann ich mir das Ganze endlich mal ordentlich vorstellen. Wenn wir also ganz, ganz viel Glück hätten und diese Sache jetzt überstehen, muss der Rest nicht zwangsläufig ein Todesurteil auf Zeit sein, richtig?

Insgesamt muss ich erst mal die Fülle an Infos aufarbeiten, die ich jetzt von euch über die letzten Postings erhalten habe. Dann werde ich auch nochmal ganz gezielt nach den ganzen Medis fragen, die ihr mir empfohlen habt. Alles zusammen wäre ja auch wieder zu viel.
Bei der AB-Gabe mache ich mir jetzt aber Sorgen. Du schreibst, es war viel zu kurz?
Ich habe am Donnerstag die letzte Dosis gegeben, hätte aber noch da. Können wir einfach wieder anfangen und weiter machen oder wäre das jetzt dann doch eher schlecht?
Seit ich es nicht mehr gebe, blüht er halt mit jedem Tag mehr auf.
Zufall?

Zum Streifen kauen:
So weit kommen wir ja gar nicht. Ich bekomme ja schon gar nichts rein!
Ich glaub aber langsam echt, dass ich mich zu doof anstelle. Die festen Sachen mag er nicht gern genug, um mal wirklich mitzumachen und die weicheren Sachen wie Kräuter oder Gurke würde er zwar gern greifen, aber ich bekomm die natürlich nicht ins Maul geschoben.
Gras und Heu ist das selbe Problem: Er will eindeutig fressen, es fehlen aber die Schneidezähne dazu. Die sind immer noch viel zu kurz.
Fotos und Filmchen kommt noch. Ich wollte das Päppeln heute nur so kurz wie möglich halten. War froh, dass er so schön mitgemacht hat und wir relativ zügig fertig waren.

Danke für deine Filme! Ja, bei dem armen Kerl sieht man wirklich, dass was nicht passt. So schlimm ist das bei Finn nicht. Er kaut halt meist langsam, aber für mein Laienauge ist die Bewegung normal. Und selbst wenn wirklich alles so ist, wie die TA gesagt hat, dann möchte ich ihm zumindest noch so lange ein Leben ermöglichen, wie es für ihn lebenswert erscheint.

Inzwischen muss ich ihn auch nicht mehr aus dem Gehege angeln sondern er wartet bereits auf mich. Er steht auch ganz ruhig da und lässt sich zum Wiegen hoch nehmen. Danach darf er zurück und alles ist gut. Gefüttert wird direkt im Gehege, es sei denn ich hab es ganz eilig. Dann komme ich am Schreibtisch besser klar (Wenn die Kollegen das sehen könnten...  :hihi: ).
Aber auch da tuckert er fröhlich herum, schnüffelt alles an und kommt dann zu mir um sich sein Essen abzuholen.
Ich würde mir nie verzeihen, wenn ich ihn in so einem Zustand ‚erlösen‘ würde. Das hätte mit Erlösen nichts zu tun. Dazu gehts ihm wieder viel zu gut.
Nur sein Gewicht sollte halt mal besser werden. Heute früh waren aber immerhin nur 4g runter. Zu große Hoffnungen will ich mir trotzdem nicht machen.

Und sein Penis ist halt immer noch so eine Sache. Heute war er schon wieder draußen. Jetzt, da ich schon danach schaue, kann ich auch besser gegensteuern. Ich tue mir aber echt noch schwer ihn wieder richtig rein zu bekommen. Da fehlt es mir glaube ich an Übung. Ich hab immer so Angst, dass ich ihm weh tue. Er lässt sich aber ganz raus ziehen. Das hat mir die TA auch gezeigt. Auffällig ist da eigentlich nichts.

Teststreifen für den Urin kann ich ja mal besorgen. Damals wurde einmal im Labor und einmal in der Praxis getestet. Wie genau kann ich leider nicht sagen. Da war ich dann ja nicht dabei.
Ich merke schon: Ich muss beim Nachfragen beim TA mehr ins Detail gehen. Mir war gar nicht klar, was da alles wichtig sein kann!

So super informiert bin ich also gar nicht. Hab nur ein paar schlaflose Recherche-Nächte hinter mir, seitdem das alles angefangen hat und freu mich immer, was dazu zu lernen!   :-)

Du fragst nach den Ohren.
Warum? Also für mich sehen sie halt wie Ohren aus  :denk:.
Mit anderen Worten: Wie immer, süße kleine Schlappohren. Aber du meinst da bestimmt etwas anderes :-D.

Blut wurde damals tatsächlich von den Hinterfüßchen genommen. Aber selbst da ist ganz  wenig gekommen. Es ging ihm da auch schon sehr, sehr schlecht. Ich war so froh, dass er das im letzten Herbst alles gepackt hat. Ihn jetzt zu verlieren wäre doppelt hart.

Das mit den Backenzähnen ist jetzt natürlich so eine Sache. Gerade kann ich nur hoffen, dass sie noch nicht wieder hoch gewachsen sind. Ich warte ja nur darauf, dass die Schneidezähne endlich lang genug sind, damit er mal wirklich was greifen kann!
Er gibt sich inzwischen so viel Mühe, irgendwas selber zu bekommen. Ich glaube er will auch gar keine Hilfe von mir. Das scheint ihn eher zu nerven. Dass es nicht allzu lang sein wird, bis ich wieder zum TA muss, denk ich mir schon. An eine 3. Meinung habe ich auch schon gedacht. Ich muss mir das noch in Ruhe durch den Kopf gehen lassen. Habe halt auch Angst, dass es beim Nächsten noch schlimmer wird.

So, und der kleine Mann schaut mich gerade vom Gehege aus empört an, weil er immer noch auf sein Futter wartet.  :roll: Habt mit den Bildern bitte noch ein wenig Geduld. Geplant ist es auf jeden Fall!